Nigger, schwarzer Bas­tard, Kanake. Mit ras­sis­ti­schen Belei­di­gungen wie diesen sollen dun­kel­häu­tige Jugend­spieler des Pre­mier-League-Klubs FC Chelsea in den frühen 1990er-Jahren von ihren eigenen Trai­nern beschimpft worden sein. Einige von ihnen haben das Ganze im ver­gan­genen Jahr, also mehr als 20 Jahre später, dem Verein gemeldet. Der Guar­dian“ berich­tete in diesem Januar zuerst dar­über.

Kon­kret beschul­digen die nicht nament­lich genannten dama­ligen Spieler zwei Männer, die zu der Zeit wich­tige Funk­tionen in der Nach­wuchs­ab­tei­lung des Ver­eins inne­hatten: Graham Rix, heute 60 Jahre alt, und Gwyn Wil­liams, heute 54. Die beiden sollen schwarze Jugend­liche regel­mäßig vor allen anderen übel beschimpft haben – auf dem Platz, in der Kabine, unter der Dusche.

Als Reak­tion auf den Bericht mel­dete sich der ehe­ma­lige Profi Nathan Blake bei der BBC“ zu Wort. Auch er habe wäh­rend seiner Zeit in der Chelsea-Jugend solche Erfah­rungen gemacht. Es habe dort eine Kultur“ des Ras­sismus gegeben.

Aus Mangel an Beweisen

Der Chelsea Foot­ball Club hat ange­sichts der Schwere der Anschul­di­gungen bereits im ver­gan­genen Jahr die Polizei infor­miert, berichtet der Guar­dian“. Die habe nach einigen Monaten aber aus Mangel an Beweisen keine wei­teren Schritte unter­nommen. Der Verein selbst sowie der eng­li­sche Fuß­ball­ver­band FA haben eben­falls Unter­su­chungen ein­ge­leitet. So wurden im ver­gan­genen Herbst einige der angeb­lich betrof­fenen Spieler per­sön­lich nach ihren Erfah­rungen mit Rix und Wil­liams befragt.

Die Beschul­digten selbst haben bis­lang nicht öffent­lich Stel­lung bezogen. Über ihren Anwalt ließen sie jedoch aus­richten, dass sie sämt­liche Vor­würfe abstreiten. Man habe mit der Polizei koope­riert, und die habe es dar­aufhin nicht für nötig gehalten, die Staats­an­walt­schaft ein­zu­schalten.

Das Thema ist damit aber noch nicht erle­digt. Wir nehmen solche Vor­würfe extrem ernst“, schrieb der FC Chelsea in einer Mit­tei­lung. Wir sind absolut ent­schlossen, das Rich­tige zu tun, die Betrof­fenen zu unter­stützen, den Behörden zu helfen und bei den Ermitt­lungen mit­zu­ar­beiten.“