Seite 3: Die Drohung

Und dann ist da noch Neymar selbst, der auf und abseits des Rasens zur Über­trei­bung und Selbst­dar­stel­lung neigen mag. Der wie ein ewig trot­ziges Kind wirkt, doch wenn es darauf ankommt und es nichts mehr gibt, wofür es zu streiken lohnt, wenn es nur noch darum geht, in 90 Minuten auf dem Rasen für Klar­heit zu sorgen, kommen sie durch, seine beiden engsten Freunde, der Spiel­trieb und der Ehr­geiz. Und was für ein Tri­umph es wäre, würde er PSG nun doch noch zum ersehnten Sieg in der Cham­pions League führen.

Und die Zei­chen stehen unver­än­dert gut. Nicht nur Neymar wurde gehalten, son­dern über­haupt alle Leis­tungs­träger. Ganz nebenbei ließ sich in jedem ein­zelnen Mann­schafts­teil die Kader­tiefe noch ver­stärken. Sie würgte sich zwar mehr durch die ersten fünf Spiel­tage der fran­zö­si­schen Liga, auch, weil die halbe Stammelf (Mbappé, Cavani, Mar­quinhos, Kehrer, Draxler) ver­letzt aus­fiel, und den­noch ist sie längst wieder Tabel­len­führer.

Die Kabine steht hinter ihm

Auch wegen Neymar und seinem Wun­dertor in der Nach­spiel­zeit. Die Kabine, so heißt es, steht hinter ihm. Und auch Sport­di­rektor Leo­nardo sagt trotz aller Sommer-Sorgen: Er hatte eine gute Kom­mu­ni­ka­tion, ehr­lich, direkt, bescheiden. Er kon­zen­triert sich sehr auf PSG“.

Neymar selbst sagt: Ich werde auf dem Platz alles geben, das ist mein Job.“ Und auch wenn er noch für zwei Cham­pions-League-Spiele gesperrt ist – man darf das durchaus als Dro­hung ver­stehen.