Mitglieder von Osasuna stimmen über Umbau ab

Stadion nach Wunsch

Der CA Osasuna baut sein Stadion um. Über das Aussehen durften jene entscheiden, die dort zuhause sind: die Mitglieder.

imago images

Mit basisdemokratischen Entscheidungen ist es beim Fußball ja so eine Sache: Wer wissen will, was da alles schiefgehen kann, der frage nach bei Fortuna Köln. Mit Schwarmintelligenz wollte der Traditionsverein wieder ganz nach oben. Doch letztendlich fühlten sich die Mitglieder des Projekts »deinfussballclub.de« verschaukelt, weil schließlich doch Geld statt Stimmen zählten.

Der CA Osasuna aus der spanischen Stadt Pamplona hat indes eine äußerst charmante Form der Beteiligung seiner Mitglieder gefunden. Weil das 1967 eröffnete Estadio El Sadar ausgebaut werden sollte, schrieb der Klub einen Planungswettbewerb aus. Vorgaben: Mindestens 23.000 Plätze, alle überdacht, Kosten nicht höher als 16 Millionen Euro und Umbau im laufenden Spielbetrieb möglich. Fünf Entwürfe erfüllten die Kriterien. Und weil der Klub offenbar großes Vertrauen in jene setzt, die das Stadion mit Fug und Recht als ihr Wohnzimmer bezeichnen, ließ er seine Mitglieder online darüber abstimmen, welcher Plan letztendlich umgesetzt werden soll.

 

Steile Tribünen und Stehplätze

 

An dem Voting beteiligten sich 8.409 der 11.118 stimmberechtigten Mitglieder – eine Wahlbeteiligung von der deutsche Politiker nur träumen können. Mit einer Mehrheit von 45 Prozent entschieden sie sich für den Vorschlag »Muro Rojo« (deutsch: rote Mauer). Der sieht vor, dass neben der Süd- nun auch die übrigen Tribünen einen Oberrang erhalten und die Ecken geschlossen werden, um die Stimmung besser im Stadion zu halten. Mit einem Neigungswinkel von 40 Grad sollen die Tribünen des neuen El Sadar dann zu den steilsten der Welt gehören.

 

Darüber hinaus planen die Architekten eine kleine Revolution im spanischen Fußball: Mittels sogenannter Rail-Seats, wie sie beim Safe-Standing-Konzept verwendet werden, sollen 1.340 Stehplätze entstehen. Seit den späten Neunzigerjahren sind in Spaniens Top-Ligen eigentlch nur reine Sitzplatzstadien erlaubt. Gibt eine außerordentliche Versammlung grünes Licht für die Aufnahme eines Kredits, könnte der Umbau ganz nach den Wünschen der Fans bereits Anfang März starten.