Adriano an die Weser? Welch eine Nach­richt für Freunde des grün-weißen Ver­eins aus der Han­se­stadt. Der Adriano, der beim Confed-Cup vor zwei Jahren alles in Grund und Boden geschossen hat, der in Diensten von Inter Mai­land die Serie A mit seinem linken Hammer und der mus­kel­prot­zenden Energie eines preis­ge­krönten Renn­pferdes in ihre Ein­zel­teile zer­legte.

Aber auch der Adriano, der seit ein­ein­halb Jahren nur noch mit Alko­hol­ex­zessen, schä­bigen Par­ty­ge­schichten und dem Gang zum Psy­cho­logen auf sich auf­merksam machte. Will­kommen wäre er den­noch. Hier eine kleine Über­sicht für Herrn Adriano, mit wem er sich in Bremen die Zeit ver­treiben könnte. Das who is who von dort, wo die Weser einen großen Bogen macht.

Up’n Swutsch mit Borowka und Legat

Sollte Adriano seine Alko­hol­pro­bleme bis zum ersten Spieltag nicht voll­ständig besei­tigt haben, muss er sich keine Sorgen machen: Er wird von den Bremer Ehe­ma­ligen Uli Borowka und Thorsten Legat sicher gerne in die Stamm­kneipe Linke Klebe“ ein­ge­laden werden, um ein paar Frie­sen­geist zu ver­haften. Außerdem haben die drei Stra­tegen dann mit Sicher­heit eine Menge zu bespre­chen: Wie kann mit einem satten linken Voll­spann­stoß Licht­ge­schwin­dig­keit errei­chen? Welche Übung erwei­tert den rechten Bizeps um wei­tere fünf Zen­ti­meter? Bei Uli und Thorsten wäre Adriano also sicher­lich gut auf­ge­hoben.

Oder der 25-jäh­rige lässt sich die Haare wachsen und von Chris­tian Brand die Rastas flechten. Ein paar Tüt­chen feinstes Weser­berg­land-Gras, und der Bra­si­lianer fühlt sich in Bremen so richtig wohl. Später darf er dann die Gitarre vom Chris­tian stimmen und ein paar Gas­sen­hauer aus der Heimat zum Besten geben.

Sicher­lich mit am Start, leicht wip­pend zum Takt, ist dann wohl auch Marco Bode, der mit Dieter Eilts vorher noch einen kleinen Urlaub hinter sich gebracht hat (Fahr­rad­tour nach Emden, Watt­wan­dern in Schillig). Vom netten Herrn Bode gibt es übri­gens eine schlimme Anek­dote: Ein Redak­teur einer großen Han­no­ve­raner Zei­tung ver­riet jüngst, dass er wäh­rend eines Inter­view­ter­mins am Weser­sta­dion den Ehren­spiel­führer mit dem breiten Kombi vor den Cate­ring­be­reich brausen sah, um wenig später mit einer Palette Gratis-Sprudel die umge­klappte Heck­bank zu beladen. Marco Bode ein gie­riger Knauser? Ver­zwei­felte Kom­mentar eines Werder-Fans: Die hat er bestimmt später ins Kin­der­heim gebracht!“

Adriano könnte auch ein­fach in die Nach­bar­schaft seiner Lands­männer Diego und Naldo gehen. Den beiden wird nach­ge­sagt, in jeder freien Minute den Ball über den Gar­ten­zaun zu lupfen. Adriano hat bestimmt noch ein paar Tricks parat, die selbst Zau­ber­maus Diego aner­ken­nend abni­cken würde.

Bra­si­lia­ni­sche Marken im Stan­gen­regal

Falls Adriano die Kippen zum Pils aus­gehen, darf er sicher­lich gerne bei Mario Basler klin­geln. Super-Mario, dem der Platz­wart bei seiner ersten Trai­ner­sta­tion in Regens­burg über Nacht einen Aschen­be­cher an die Trai­ner­bank mon­tierte, wird aus seinem gute gefüllten Rauch­er­keller bestimmt auch die ein oder andere bra­si­lia­ni­sche Marke im Stan­gen­regal haben.

Zu guter Letzt, wenn der ehe­ma­lige Top­stürmer wieder ganz der Alte ist und Tore am Fließ­band pro­du­ziert, sollte er auf jeden Fall die Ein­la­dung zum Früh­schoppen mit Bernd Hobsch annehmen. Denn nur der Bernd kann Adriano zeigen, wie ein rich­tiger Tor­jubel aus­schaut: Abdrehen, Kopf nach vorne stre­cken, die Fäuste ballen und die Unter­arme wie zwei Klapp­messer syn­chron vor und zurück schnellen lassen.

Will­kommen in Bremen, Adriano!

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Unser Autor Alex Raack ist Mit­be­treiber des form­schönen Fuß­ball­blogs 3 Ecken ein Elfer“ www​.3ecken​ei​nelfer​.de .