Dieses Bild hat offenbar eine nach­hal­tige Wir­kung ent­faltet: Joa­chim Löw im T‑Shirt mit V‑Ausschnitt, die Hände in den Taschen seiner Shorts ver­graben. Auf der Nase eine ver­spie­gelte Pilo­ten­brille, in den Ohren Stöpsel, und hinter ihm schlagen die Wellen an den Strand. Auf­ge­nommen wurde das Foto vor drei­ein­halb Jahren, wäh­rend der Welt­meis­ter­schaft, an der bra­si­lia­ni­schen Atlan­tik­küste. Spä­tes­tens seitdem weiß die Öffent­lich­keit, dass der Bun­des­trainer der deut­schen Fuß­ball-Natio­nal­mann­schaft ein Son­nen­kind ist. Oliver Bier­hoff, der Manager des Teams, hat das vor kurzem noch einmal bestä­tigt: Jogi mag das gute Wetter. Für die Stim­mung bei einem Tur­nier ist das sehr wichtig.“ Wichtig – ja. Aber eben auch nicht das allei­nige Kri­te­rium, wenn es darum geht, das pas­sende Quar­tier für die Welt­meis­ter­schaft in Russ­land im kom­menden Jahr zu finden.

Wenn an diesem Freitag im Kreml die Gruppen für die WM-End­runde aus­ge­lost werden, geht es nicht nur darum, ob Joa­chim Löw mit seiner Mann­schaft in der Vor­runde in die schwerst­mög­liche Gruppe mit Spa­nien, Tune­sien und Aus­tra­lien kommt oder doch auf Kolum­bien, Iran und Panama treffen wird. Es ent­scheidet sich auch, wo der Titel­ver­tei­diger wäh­rend des Tur­niers sein Basis­lager auf­schlagen wird. Wir haben alles durch­ge­spielt, alles erör­tert und für uns ana­ly­siert“, sagt der Bun­des­trainer. Zwei Optionen sind geblieben, und es geht jetzt nur noch darum, in wel­cher Gruppe die Deut­schen bei der Aus­lo­sung landen. Daraus ergibt sich dann fast auto­ma­tisch, ob die Mann­schaft ihr Quar­tier am Stadt­rand Mos­kaus beziehen wird oder doch in Sot­schi an der Schwarz­meer­küste.

Es ist nicht das Ver­kehr­teste der Welt, wenn man beim Essen aufs Meer guckt“

Wir haben wäh­rend des Tur­niers keine Gestal­tungs­mög­lich­keiten“, sagt Manager Bier­hoff. Der Welt­ver­band Fifa gibt viele Dinge vor. Man hat viele Ver­pflich­tungen. Das macht es ein biss­chen kom­plexer.“ Auch des­halb wollten die Deut­schen ursprüng­lich in den Groß­raum Moskau. Die Erfah­rungen beim Confed-Cup im Sommer aber haben dazu geführt, dass sie ihre Pla­nungen noch einmal einer kri­ti­schen Prü­fung unter­zogen haben. Beim Confed-Cup haben sich die Deut­schen ein biss­chen in Sot­schi ver­liebt. Es ist nicht das Ver­kehr­teste der Welt, wenn man beim Essen aufs Meer guckt“, hat Mit­tel­feld­spieler Leon Goretzka gesagt.

Es war eine ent­spannte Zeit am Schwarzen Meer, nicht nur wegen Meer­blick und Son­nen­schein. Die Wege vor Ort waren kurz, der Flug­hafen inner­halb einer Vier­tel­stunde zu errei­chen. Ganz anders ver­mut­lich als im Moloch Moskau mit den ewig ver­stopften Straßen. Trotzdem sagt Bier­hoff: Sot­schi ist der Ort der langen Wege. Rechnen Sie mal die Flug- und die Rei­se­zeiten aus! Das habe ich gemacht.“