Es wäre sicher alles anders gekommen. Aber auf einem London-Trip um die Jahr­zehnt­wende zog es Jörg Mein­hardt zum Emi­rates. Einmal das Sta­dion seines Her­zens­ver­eins sehen. Einmal Arsene Wenger nahe sein. Aber die Zeit war knapp. Es langte gerade so für einen Besuch im Ver­eins­mu­seum, und einen Abste­cher in den Fan­shop.

Die Sta­di­on­tour da dauert zwei Stunden. Ich hatte maximal noch 50 Minuten“, erzählt Mein­hardt. Ein Mit­ar­beiter hat mir dann eine pri­vate Tour durchs Sta­dion gegeben. Das kannte ich so nicht. Das war sym­pa­thisch.“

Patent auf Namen und Logo

Schon lange trug der Ber­liner den Wunsch mit sich rum, einen Futsal-Klub zu gründen. Nur ein Name wollte ihm par­tout nicht ein­fallen. Jetzt aber war es klar: Arsenal Berlin und nicht Char­lot­ten­burg Futsal. Das klang gut, das war eine Ver­beu­gung vor dem großen, sym­pa­thi­schen Verein. Auf einer Linie mit den zahl­rei­chen anderen Arse­nals da draußen, Arsenal Kiev zum Bei­spiel.

Ich war so begeis­tert von diesem Erlebnis. Der Name stand fest“, sagt Mein­hardt. Der Verein wurde 2011 gegründet. Sie ließen sich den Namen und das Logo paten­tieren. Alles in Ord­nung. Das war 2012. Im fol­genden Jahr gewinnt Arsenal die Ber­liner Futsal-Meis­ter­schaft. Und auch in den nächsten Jahren läuft es recht ordent­lich. Im Jahr 2017 hat der Verein 24 Mit­glieder, und ist amtie­render Vize­meister der Haupt­stadt. Wir spielen aber immer noch vor wenigen Zuschauern. Geld ver­dient man damit nicht.“

Hoffen auf den Durch­bruch

Doch so funk­tio­niert das System nicht. Bereits Anfang 2016 ist irgendwas faul. Ein Ham­burger Rechts­an­walts­büro meldet sich im Namen des Pre­mier League-Ver­eins. Arsenal, heißt es, kommt aus London. Die Ver­wechs­lungs­ge­fahr sei zu groß. Es folgt ein Schrift­ver­kehr. Wir wollten einen Kom­pro­miss finden“, sagt Mein­hardt, der mitt­ler­weile auch ein Buch über seinen Sport ver­öf­fent­licht hat. Er hofft auf den großen Durch­bruch des nun­mehr auch vom DFB geför­derten Sports. Man könnte ihn einen Futsal-Pio­nier nennen.

In den Ver­hand­lungen mit den Arsenal-Reprä­sen­tanten bleibt ihm dieser ver­wehrt. Nach einigem Hin und Her kommt Anfang März die klare Ansage. Der Name Arsenal Berlin und das dazu­ge­hö­rige Logo müssen ver­schwinden. Die sehr hohe Repu­ta­tion und welt­weite Bekannt­heit Arse­nals seien, neben dem sport­li­chen Erfolg, auch auf kon­stante Wer­be­kam­pagne zurück­zu­führen, die Marke sei absolut zu schützen und durch Arsenal Berlin in Gefahr, eine Umbe­nen­nung im Sinne aller Betei­ligten.

Unver­hält­nis­mä­ßiger Kampf

Das wir die Geschäf­tig­keit von Arsenal beein­flussen könnten, das ist schon bemer­kens­wert“, sagt Mein­hardt und nennt das Vor­gehen unver­hält­nis­mäßig“. Er fragt sich: Ob Arsenal davon über­haupt weiß?“ Egal. Der Verein wird in Berlin City Futsal umbe­nannt, das Logo erin­nert jetzt nicht mehr vom Namen, son­dern nur vom Design an das der Kano­niere.

Die nächste Falle? Denn neben den Ber­liner schlägt sich aktuell auch der fran­zö­si­sche Rugby-Verein SA XV Cha­rente mit den Eng­län­dern rum. Ihr Logo beinhaltet eine Kanone mit acht Spei­chen, nicht mit sechs. Aktuell lässt sich dies auf der Seite des fran­zö­si­schen Zweit­li­gisten noch bewun­dern. Schon 2011 schützte der Pre­mier League-Verein seine Rechte in einem unglei­chen Kampf mit Alicia Simon, der Betrei­berin des Arsenale“-Hutgeschäfts in der Calle Adriano in Sevilla.

Sai­son­start am Sonntag

Für Mein­hardt hin­gegen ist die Sache vom Tisch. Die Namens­än­de­rung lenkt ein wenig Auf­merk­sam­keit auf seinen Sport, der noch ganz am Anfang steht, jetzt aber unter dem Dach des DFB nach vorne getrieben wird. Er träumt von einem Start­schuss.

Hoffen wir, dass Arsenal am Ende doch recht hat und Futsal auch hier popu­lärer wird“, sagt Mein­hardt kurz vor dem Sai­son­start gegen den Grün­auer SC. Anstoß ist Sonntag um 20:00.