Seite 2: Hobbyliga statt Vereinsfußball

Diese Geduld zahlte sich aus. Durch die Hob­by­liga wurden end­lich auch rich­tige“ Ver­eine auf ihn auf­merksam. Mit 14 Jahren erhielt Davies von den Van­couver White­caps ein Voll-Sti­pen­dium, mit 15 unter­schrieb er seinen ersten Pro­fi­ver­trag und avan­cierte damit zum jüngsten Spieler der dritten nord­ame­ri­ka­ni­schen United Soccer League“, kurz: ULS. In der Folge wurde er zudem nicht nur der frü­heste MLS-Debü­tant, son­dern dank der erhal­tenen Staats­bür­ger­schaft auch der jüngste Natio­nal­spieler Kanadas.

Kein Zufall

Im Ver­gleich zu dieser Periode muss die Zeit auf der FCB-Ersatz­bank kurz gewirkt haben. Sechs Joker-Ein­sätze absol­vierte Davies in der letzten Rück­runde, wenigs­tens beim 6:0‑Schützenfest gegen Mainz gelang ihm ein Treffer. In der jet­zigen Saison pro­fi­tiert er auch von den Ver­let­zungen Niklas Süles und Lucas Hernández’, sowie der Beför­de­rung von Joshua Kim­mich ins defen­sive Mit­tel­feld. Dass seine starke Leis­tung gegen Dort­mund jedoch mehr als das Zusam­men­spiel glück­li­cher Zufälle ist, erklärte Manuel Neuer nach dem 4:0‑Erfolg so: Phonzie hat schon gegen Frank­furt ein ordent­li­ches Spiel gemacht und war einer der wenigen, der da ver­nünftig aus­ge­sehen hat. Das heute war die Krö­nung. Das ist ein gutes Modell“, so der Natio­nal­tor­hüter. 

Warum es zu diesem Modell“, mit Davies auf der linken Seite im Münchner Abwehr­ver­bund, nicht viel eher kam, lag im Übrigen auch an der Fehl­pla­nung des Jung­na­tio­nal­spie­lers: Im Sep­tember kam er zu spät vom Besuch bei seiner Freundin und Paris-Saint-Ger­main-Spie­lerin Jordyn Hui­tema zurück – natür­lich zum Ärger seines dama­ligen Trai­ners Niko Kovac. Das Haupt­pro­blem Kovacs war jedoch nicht die Ver­spä­tung, son­dern dass Davies, sich der dro­henden Unpünkt­lich­keit bewusst, auf Schlaf ver­zichtet hatte, um es doch noch recht­zeitig zum Trai­nings­be­ginn zu schaffen. 

Fester Platz im System

Der man­gelnde Schlaf sorgte damals für eine Geld­strafe von 20.000 Euro, nach­hal­tigen Ärger gab es aber nicht. Nach­haltig ist hin­gegen der Ein­druck, den Davies sport­lich hin­ter­lässt. Auch die Rück­kehr von Lucas Hernández war für Bayern-Trainer Hansi Flick kein Anlass, Davies aus der Vie­rer­kette zu nehmen. 

Einzig Leid­tra­gender dieser Kon­stel­la­tion ist David Alaba: Der Öster­rei­cher muss im Abwehr­zen­trum aus­helfen. In bester Phra­sen­ma­nier erklärte er, zwar grund­sätz­lich lieber links“ spielen zu wollen, doch so lange er in der Innen­ver­tei­di­gung gebraucht werde, spiele er natür­lich dort, wo es der Mann­schaft am meisten helfe. 

Doch es scheint, als müsste sich David Alaba viel­leicht auf Dauer mit dieser Lösung anfreunden. Am Montag ver­län­gerte Alp­honso Davies seinen Ver­trag beim FC Bayern bis 2025.