Seite 3: Ferhuck statt Werhuck

Ähn­lich lei­den­schaft­lich wird der ehe­ma­lige NDR-Hör­funk­jour­na­list beim Neu-Glad­ba­cher Jannik Ves­ter­gaard. Als der Däne 2015 zu Werder kam, fragte Wulff bei der Bremer Pres­se­stelle nach. Dort war man selbst ver­un­si­chert. Es kommt vor, dass wir einen Spieler bitten, uns seinen Namen zu sagen – es dann aber nicht hin­be­kommen, diese Laute ein­deutig zu Papier zu bringen“, erin­nert sich Marita Hanke, die als Medi­en­ko­or­di­na­torin an der Weser arbeitet. Bei Jannik Ves­ter­gaard war das der Fall.“ Im Zusam­men­spiel mit Wulff (Hanke: Seine Arbeit ist groß­artig!“) wurde die kor­rekte Beto­nung des Blond­schopfs gefunden: Wes­tergo. So steht es nun in der Liste. Die TV-Reporter sagen weiter: Wes­ter­gaart. Wulff schüt­telt nur den Kopf, wenn er auf die alten Kol­legen ange­spro­chen wird.

Fehler hin­gegen können pas­sieren, auch Wulff. Etwa bei Sören Brandy von Union Berlin. Den prä­sen­tierte er bei einem Gast­spiel am Mil­l­erntor als Brändie – obwohl der Stürmer, anders als der hoch­pro­zen­tige Namens­vetter – mit deut­schem A gespro­chen wird. 

Fer­huck statt Wer­huck

Auch die eigenen Spieler bereiten mit­unter Pro­bleme. Als der Hol­länder John Verhoek 2013 von Stade Rennes nach Ham­burg wech­selte, wurde er bei einem seiner ersten Ein­sätze am Mil­l­erntor als Wer­huck, mit wei­chem W, vor­ge­stellt. Ver­är­gert wen­dete sich der Stürmer nach dem Spiel an seinen Arbeit­geber. Seitdem mahnt an der Wand der Spre­cher­ka­bine über Block K1 ein weißer Zettel, so groß wie eine Ziga­ret­ten­schachtel: Dschon Fer­huck. Auch nach dessen Wechsel zu Hei­den­heim.

Und dann gibt es noch Fälle wie Oli­vier Occéan. Der Kana­dier stürmte für Offen­bach, Fürth, Frank­furt und Kai­sers­lau­tern – und wurde überall wie der eng­li­sche ocean (ouschen) beti­telt. Fak­tisch falsch: Occéan stammt aus der Pro­vinz Quebec, trägt einen fran­zö­si­schen Namen, müsste ock­séan gespro­chen werden. Eigent­lich. Denn Occéan hatte ein Ein­sehen mit der fran­ko­phoben Presse: Bevor mich jeder anders aus­spricht, nennt mich ein­fach ouschen“, sagte er einst in einem Zei­tungs­in­ter­view.

1000 Namen, kein Gedächtnis

Kurz, lang, kom­pli­ziert und über­ra­schend ein­fach: Rainer Wulffs Liste birgt Zun­gen­bre­cher und pho­ne­ti­sche Orgasmen. Und was ist der schönste Name der Liga? Wulff fällt keiner ein. Und bestä­tigt damit, was sich im Laufe des Gesprächs schon andeu­tete: Rainer Wulff, der Mann der 1000 Namen, hat ein hunds­mi­se­ra­bles Namens­ge­dächtnis.

Einen Tag nach dem Treffen schreibt er eine Mail, ihm sei doch noch einer ein­ge­fallen: Thiago Alcán­tara do Nasci­mi­ento. Herr­lich, wenn Namen auf Vokale enden, die kann man so schön in die Länge ziehen.“ Aber nur, solange die Beto­nung nicht dar­unter leidet.