Seite 2: Ernsthaft jetzt.

Dass Medien wie das Ham­burger Abend­blatt ver­harm­lo­send von einem Mas­kott­chen-Gate“ spra­chen, macht sprachlos. Thorsten Kin­höfer, Referee. a.D., stellte des­halb in der BILD klar: Das Mas­kott­chen stellt den Schieds­richter vor allen Zuschauern bloß. Das geht gar nicht nicht, da muss der Verein Kon­se­quenzen ziehen. Solche Leute haben im Innen­raum eines Sta­dions nichts zu suchen.“

Ernst­haft jetzt.

Wer die viel­leicht beste Aktion eines Mas­kott­chens in der His­torie des deut­schen Fuß­balls ver­ur­teilt – allein dieser Begriff für eine solche Szene, unglaub­lich – der hat wirk­lich nichts ver­standen. In Zeiten, in denen Schieds­richter vor Kritik und Bedro­hung so gut geschützt sind wie selten zuvor. In Zeiten, in denen die men­talen Pro­blem­stel­lungen für Refe­rees so ernst­ge­nommen werden wie nie zuvor. In diesen Zeiten sollten alle Betei­ligten den not­wen­digen Humor aus der Sei­ten­ta­sche kramen.

Mit den eigenen Waffen

Dass ein Mas­kott­chen und der unter dem Kostüm befun­dene Schalke-Fan nach einer mut­maß­li­chen Fehl­ent­schei­dung in der Schluss­phase eines auf­ge­la­denen Derbys nicht hein­er­brandt­artig mit erho­bener Faust auf den Ver­ant­wort­li­chen zuläuft, son­dern ein­fach nur die Rote Karte zeigt als fried­li­ches Symbol des Schlags mit den eigenen Waffen, ist witzig, intel­li­gent und preis­ver­dächtig.

Der DFB täte gut daran, keine Kon­se­quenzen zu ziehen. Jeg­liche Strafe, völlig gleich ob Innen­raum­verbot, Ver­ban­nung auf die Tri­büne oder Geld­strafe, würde sich als Schuss ins eigene Knie erweisen. Der Verein und seine PR-Abtei­lung sind gewieft genug, um diesen Vor­teil für sich aus­zu­spielen.

Lacht end­lich dar­über

Und auch das Schieds­rich­ter­wesen sollte über die Spon­ta­nität dieser Aktion lachen können. Viel­leicht nicht im ersten, zumin­dest aber im zweiten Moment. So wie Felix Zwayer bereits gestand: Morgen kann ich viel­leicht dar­über lachen.“ – Er und seine Kol­legen sollten das spä­tes­tens heute tun. Auch um weiter ernst­ge­nommen zu werden.