Die Bilanz der Polizei Gel­sen­kir­chen nach dem Revier­derby fiel ziem­lich positiv aus. Nur fünf Anzeigen wegen Kör­per­ver­let­zung, Belei­di­gung und Sach­be­schä­di­gung wurden aus­ge­spro­chen. Und auch Schalke 04 und Borussia Dort­mund trennten sich schied­lich-fried­lich mit 1:1. Abge­sehen von einem betriebs­blinden Dort­munder, der am Bahnhof einen ver­meint­li­chen Schalker Fan – der nur blau­weiß ange­zogen war, ansonsten aber keine Fuß­ball­lei­den­schaft bei sich trug – bewusstlos schlug, war also alles bes­tens? Denkste!

Ein knub­bel­na­siger Ham­pel­mann im Schalke-Trikot zeigte Schieds­richter Felix Zwayer direkt nach Spie­lende die Rote Karte. Ein Attentat viel­leicht. Zumin­dest ein men­taler Anschlag auf die Opfer­zunft Schieds­rich­tertum. Er hielt den Karton direkt vor Zwayers Gesicht, ließ sich von seiner Ent­schei­dung auch Sekunden später nicht beirren.

Kein Aus­weis dabei

Kameras hielten fest, wie der Täter bereits im Vor­feld die rote Karte am Spiel­feld­rand auf­ge­hoben und sich Zwayer, die Tat­waffe hinter dem Rücken ver­steckt, annä­herte. Ein minu­tiös geplantes Vor­gehen! Dass sich der Spaß­vogel anschlie­ßend nicht einmal aus­weisen, son­dern allein seinen Vor­namen Erwin“ nennen konnte, warf zusätz­li­ches Licht auf einen Vor­fall son­der­glei­chen.

Keine Zweifel dürften des­halb an der For­de­rung des TV-Experten und Ex-Schieds­rich­ters Peter Gagel­mann erhoben werden, der meinte: Es kann nicht sein, dass ein Mas­kott­chen den Schieds­richter im Sta­dion vor­führt. Das ist eine Sache für den Kon­troll­aus­schuss. Da hätten die Ordner ein­greifen müssen.“

Behör­den­ver­sagen?

Nur: Wie ist das Total­ver­sagen der Behörden, des Sicher­heits­dienstes und der Polizei zu erklären? Und hätten die Ver­ant­wort­li­chen für einen Anschlag wie diesen nach den Vor­fällen des Gro­ti­fanten“ in Kre­feld vor wenigen Tagen nicht sen­si­bi­li­siert sein müssen? Oder hätte Schieds­richter Zwayer nicht ein­fach den Elf­meter für Schalke pfeifen müssen, um diese abseh­bare Aktion zu ver­hin­dern?