Seite 2: Ende gut, alles gut

Das all­jähr­liche Wech­sel­drama hat nun ein Ende gefunden. Filip Kostić ver­lässt den Verein nach vier Jahren und wech­selt zum ita­lie­ni­schen Rekord­meister Juventus Turin. Für die Mann­schaft ist das ein herber Ver­lust, der kaum zu kom­pen­sieren sein wird. Der red­se­lige Ein­tracht-Prä­si­dent Peter Fischer tat vor dem heu­tigen Spiel seinen Unmut dar­über kund. Wenn du einmal die Chance hast, im Supercup-End­spiel zu spielen, gegen Real Madrid, und dann noch die Aus­zeich­nung als bester Spieler der Europa League bekommst, und du machst das nicht, dann merke ich doch, wie ver­saut das Geschäft am Ende des Tages ist“, so Fischer.

Doch in Frank­furt nimmt dem Spieler wohl kaum jemand den Wechsel so richtig übel. Die Fans haben ihm seinen unrühm­li­chen Auf­tritt im Sommer längst ver­ziehen, denn auch nach seinem Streik zeigte der Serbe wieder vollen Ein­satz für den Verein. Schon nach der deut­li­chen Nie­der­lage zum Sai­son­auf­takt gegen Bayern Mün­chen drehte Kostić im Wald­sta­dion eine Ehren­runde. Sicht­lich gerührt begab er sich in die Kurve und bedankte sich bei den Frank­fur­tern. Das Ver­hältnis zwi­schen ihm und den Fans wirkt trotz des Abgangs intakt.

Geschichten für die Ewig­keit

Bei den Anhän­gern der SGE werden wohl vor allem die euro­päi­schen Nächte mit Kostić in Erin­ne­rung bleiben. Schon die Europa League-Saison 2018/19 ent­fachte am Main eine Begeis­te­rung, die in Deutsch­land sei­nes­glei­chen suchte. Der ser­bi­sche Natio­nal­spieler traf unter anderem gegen Shakhtar Donetsk und Ben­fica Lis­sabon und ver­half der Mann­schaft zu einem sen­sa­tio­nellen Lauf bis ins Halb­fi­nale gegen den FC Chelsea.

Unüber­troffen wird jedoch das letzte Jahr bei der Ein­tracht bleiben, wo in Frank­furt alle Dämme bra­chen. Über den Tri­umph der Frank­furter ist alles gesagt, Filip Kostić nimmt dabei aller­dings nochmal eine beson­dere Rolle ein. Allein für das Rück­spiel in Bar­ce­lona könnte der Verein dem Spieler ein Denkmal bauen. Oder dem Ver­eins­lied eine neue Zeile hin­zu­fügen. Zwei Tore machte Kostić in der his­to­ri­schen Nacht selbst, die Fackel von Borré berei­tete er vor. Im Finale machte er genau dort weiter und schlug eben­falls die Flanke zum wich­tigen Aus­gleich, im Elf­me­ter­schießen ver­wan­delte er dann eis­kalt.

Wer weiß schon, wie lange der Erfolg bei der Ein­tracht anhält. Womög­lich müssen die Fans bald wieder über Jahr­zehnte von diesen Jahren zehren. Spä­tes­tens dann werden die Geschichten vom ser­bi­schen Wir­bel­wind wieder raus­ge­holt. Wenn du mal Ein­tracht Frank­furt ver­lässt, sollst du das als Held tun“, sagte Glasner dem wech­sel­wil­ligen Kostić noch im Sommer. Nun ist es soweit.