Wie kam es zu den Aus­schrei­tungen?

Schät­zungen zufolge reisten sechs- bis sie­ben­tau­send Feye­noord-Fans nach Rom. Die Mann­schaft ist schon lange nicht mehr so weit in der K.o.-Phase des Euro­pa­po­kals gekommen. Außerdem war Rom für viele der Fans preis­wert zu errei­chen. Der Campo di Fiori“ wurde schon im Vor­feld als der zen­trale Treff­punkt für die Feye­noord-Anhänger aus­er­koren. Schon bei der Ankunft bemerkten viele Fans die hohe Zahl an bekannten Hoo­li­gans, die sich auf den Weg nach Ita­lien gemacht hatten. Eine spe­zi­elle Feind­schaft zwi­schen dem AS Rom und Feye­noord bestehe nicht, sagen Beob­achter. Der Aus­löser für die Kra­walle sei viel­mehr die Kon­fron­ta­tion mit der Polizei als mit den geg­ne­ri­schen Fans gewesen.

Der nie­der­län­di­sche Jour­na­list Mark Lie­visse Adria­anse war vor Ort. Die Atmo­sphäre war eigent­lich ent­spannt“, sagt er. Dann reihte sich die Polizei auf und trieb die Fans zur Seite, auch mit Gewalt. Eine Gruppe warf dar­aufhin mit Fla­schen nach der Polizei, wodurch die Situa­tion eska­lierte. Die Polizei jagte tau­sende Fans, trieb sie in Ecken und schlug auf sie ein. Auch ich bekam einen Schlag ab.“ Eric van Dorp, Spre­cher der nie­der­län­di­schen Fan­ver­ei­ni­gung SBV“, erklärt: Die Polizei reagiert nun einmal von Land zu Land unter­schied­lich – darauf muss man sich als Fan ein­stellen. Wenn man den Anwei­sungen in Ita­lien nicht direkt Folge leistet, han­deln die Poli­zisten mit aller Härte. Das ist in den Nie­der­landen anders.“

Das Video­ma­te­rial der ita­lie­ni­schen Polizei vom Mitt­woch­abend zeigt, dass die Nie­der­länder schon vor dem Ein­schreiten ran­da­lierten. Sie zün­deten Stühle an, warfen mit Fla­schen, Pyro­technik und Ver­kehrs­schil­dern.

Haben die Nie­der­lande oder Feye­noord ein Hoo­ligan-Pro­blem?

In der Ver­gan­gen­heit erlangte die Szene von Feye­noord trau­rige Berühmt­heit. Schon 1974 über­schat­teten schwere Kra­walle das Uefa-Cup-Finale gegen Tot­tenham. In der Folge war die Grup­pie­rung SCF“ berüch­tigt für ihre Gewalt­tä­tig­keiten, bei der Ran­dale rund um das Spiel gegen Ajax 1997 verlor ein Ams­ter­damer Fan sein Leben. In der Folge ent­stand die selbst beti­telte dritte Genera­tion der Feye­noord-Hoo­li­gans FIIIR“. Beide Gruppen ran­da­lierten auch im Jahr 2006 beim Euro­pa­po­kal­spiel in Nancy. Sie zer­trüm­merten eine Glas­wand und griffen Zuschauer an, das Spiel musste sei­ner­zeit abge­bro­chen werden.

Nicht nur auf­grund der Vor­fälle in Nancy spra­chen die Nie­der­länder unzäh­lige Sta­di­on­ver­bote aus und ver­schärften die Richt­li­nien. Der Jour­na­list Adria­anse sagt: Inner­halb des Sta­dions fühlen sich die Zuschauer heute so sicher wie nie, das zeigen jüngste Umfragen.“ Die Schlä­ge­reien zwi­schen Hoo­li­gan­gruppen spielten sich nun fernab der Öffent­lich­keit oder auf Musik­fes­ti­vals ab.