Wenn Gott tat­säch­lich in Frank­reich lebt, dann speist er wohl in Paris. Viel­leicht im César Restau­rant in der Avenue Wagram, denn das ist, wenn man den Bil­dern des Inha­bers und seiner Gäste glauben darf, ein wahr­lich herr­li­ches Restau­rant im Schatten des L’arc de triomphe. Eine rote Mar­kise ver­deckt nahezu den kleinen Ein­gang, innen ist alles mit schwarzem und rotem Leder aus­ge­legt. Und dau­men­dicke Vor­hänge ver­hin­dern den Blick auf die Sépa­rées und ihre berühmten Stamm­gäste: die Profis von Paris Saint-Ger­main.

Besuch im Milieu

Bis heute. Denn einem sechs­sei­tigen Bericht des Fach­blatts France Foot­ball“ zufolge ist das süße Leben in Paris vor­erst vorbei. Thomas Tuchel ist in der Stadt und nimmt nicht nur den Job des Trai­ners son­dern auch des Nacht­wäch­ters ein. Ein Zeuge habe den Jour­na­listen erzählt, dass der Coach in seinen ersten Wochen in der fran­zö­si­schen Haupt­stadt durch die belieb­testen Läden seiner Spieler mar­schiert sei, mit einem klaren Auf­trag: Ein Freund von mir hält einen großen Nacht­club in Paris. Tuchel kam herein, um mit ihm zu reden und die Jungs zu über­zeugen, dass sie ihm berichten, wenn einer seiner Spieler unter der Woche aus­gehen sollte…“

Tuchel, der schon in Mainz und Dort­mund bekannt für seinen Per­fek­tio­nismus bei ver­meint­li­chen Neben­säch­lich­keiten war, habe außerdem den kom­pletten Spei­se­plan im Pariser Trai­nings­zen­trum ver­än­dert. Pas­ta­ge­richte nach Spielen seien genauso ver­boten worden wie Fast­food, Süßig­keiten und Limo­naden. Der erste Spieler, der nach dem Plan seines Trai­ners leben muss, ist der ver­letzte Dani Alves. Er soll nach seiner Knie­ver­let­zung einen spe­zi­ellen Diät­plan erhalten haben. Auch Marco Ver­rati habe von Tuchel einen Hin­weis erhalten, dass er abnehmen müsse. Dar­über hinaus lässt Tuchel das Schlaf­ver­halten seiner Profis in einer Studie über­wa­chen.

Fast Food nur wenn es dunkel ist

Schon in Dort­mund hatte Tuchel einen strengen Ernäh­rungs­plan auf­ge­stellt. Kein Zucker, keine Weizen- oder Getrei­de­pro­dukte. Viele Spieler ver­suchten, sich gänz­lich vegan zu ernähren.

Immerhin: Auch Tuchel hat angeb­lich Schwä­chen. Nach Siegen geneh­migt er sich rituell ein Glas Cham­pa­gner (davon soll es in Paris ja einige Fla­schen geben) und in der Nacht auch mal Fast Food: Es muss dunkel sein, sonst kriege ich Fast Food nicht runter. Ein Aus­wärts­sieg in der Cham­pions League, eine späte Rück­kehr, dann geht Fast Food. Dabei habe ich schon einen meiner Spieler getroffen.“ Düs­tere Aus­sichten für das César Restau­rant in der Avenue Wagram.