Seite 2: Neue Chat-Verläufe tauchen auf

Trotz des ein­ge­stellten Ver­fah­rens wurde es nicht ruhig um die zwei Fuß­baller. Nach der Sus­pen­die­rung bei Mac­cabi Tel Aviv ent­schieden sich beide für einen Wechsel nach Zypern. Dor Micha wech­selte zu Anor­thosis, Omer Atzili zu APOEL Nikosia. Der Wechsel zeigte Wir­kung: die zwei Fuß­baller ver­schwanden aus der israe­li­schen Öffent­lich­keit und mit ihnen auch das Inter­esse an dem Fall.

Doch ein Jahr später zog es die in Ungnade gefal­lenen Spieler wieder zurück in die Heimat. Und sie fanden dort auch schnell wieder einen Verein: Micha kam bei Hapoel Be’er Sheva unter, Hat­zili unter­schrieb bei Mac­cabi Haifa. Die Ver­pflich­tungen wurden in der Öffent­lich­keit kri­ti­siert, doch die Ver­eine hatten mit der Frei­spre­chung einen dank­bare Recht­fer­ti­gung. Und es zahlte sich für sie aus: Be’er Sheva wurde in der ver­gan­genen Saison Zweiter, Haifa sogar Meister. Atzili war dabei mit 30 Scor­er­punkten wahr­schein­lich der wich­tigste Spieler im Kader.

Aus­schluss-For­de­rungen werden laut

Nun nimmt die Debatte um die Tat der zwei Spieler wieder Fahrt auf. Denn mut­maß­liche Chat-Ver­läufe zwi­schen Atzili und Micha zeigen die sorg­fäl­tige Pla­nung der Nacht mit den zwei 15-jäh­rigen Mäd­chen auf. Und legen nahe, dass sie mehr wussten, als sie vor zwei Jahren zuge­geben haben.

In den Nach­richten zwi­schen den dama­ligen Team­kol­legen wird über den Ver­lauf des bevor­ste­henden Abends gespro­chen, welche alko­ho­li­schen Getränke gekauft und ob noch wei­tere Drogen ange­schafft werden sollen. Auch ob noch wei­tere Mäd­chen ein­ge­laden werden sollen, wird bespro­chen. Mehr­fach wird das hebräi­sche Wort für Mäd­chen, im kind­li­chen Sinne, ver­wendet.

Inwie­fern die Chat-Ver­läufe den eigent­lich abge­schlos­senen Fall noch beein­flussen können, ist unklar. Die Anwälte der zwei Spieler beteuern, dass die Nach­richten gefälscht seien. In Israel ist dadurch aller­dings eine neue Debatte ent­standen. Atzili spielt für die israe­li­sche Natio­nal­mann­schaft — viele Stimmen for­dern nun, ihn nicht mehr für die Natio­nalelf zu berufen. Der israe­li­sche Fuß­ball­ver­band hat bereits ange­kün­digt, sich über den Umgang mit den zwei Spie­lern zu beraten.