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3. Liga

Seite 2: Wüste Beschimpfungen und Bedrohungen

Kon­kret benennt er ein Erlebnis mit der aktiven CFC-Fan­szene im Mai diesen Jahres: Das Spiel, in dem wir fak­tisch in die 3. Liga auf­ge­stiegen sind. Noch wäh­rend des Heim­spiels gegen Meu­sel­witz, als ich kurz vor Abpfiff in die Fan­kurve gegangen bin, um alle zu beru­higen, weil ein Platz­sturm drohte, wurde ich von einigen soge­nannten Fans verbal belei­digt und bedroht sowie mit vollen Bier­be­chern beworfen und auch getroffen. Schon da fielen Worte wie ›Ver­piss Dich, du Huren­sohn‹ und ›Ver­schwinde aus Chem­nitz‹. Ein wei­terer Tief­punkt waren dann in dieser Saison die Vor­komm­nisse nach dem DFB-Pokal­spiel gegen den HSV, als ich am Aus­gang des VIP-Aus­gangs von einem Mit­glied der aktiven Fan-Szene auf­ge­lauert wurde, das mich mit den Worten emp­fing: ›Auf Dich habe ich die ganze Zeit gewartet.‹ Dann bedrängte er mich und sagte ›Ver­piss Dich, Du scheiss Drecks-Jugo.‹“ 

Am Tag der Ent­las­sung von Kapitän Daniel Frahn, berichtet Sobotzik weiter, sei er am späten Vor­mittag tele­fo­nisch dar­über infor­miert, dass der Spieler um 14 Uhr zu einem Gespräch mit dem Pres­se­spre­cher, Fan-Beauf­tragten und ihm auf der CFC-Geschäfts­stelle erscheinen solle. Eine Vier­tel­stunde nach dieser Info an Frahn und damit lange vor der öffent­li­chen Bekannt­gabe erhielt der Sport­di­rektor nach eigenen Angaben per WhatsApp wüste Beschimp­fungen und Bedro­hungen. 

Auch der DFB ist gefor­dert

Abschlie­ßend kommt Thomas Sobotzik in seiner Erklä­rung zu dem Ergebnis, dass die Zeit in Chem­nitz auch mit sport­li­chen Erfolgen ver­knüpft ist und er seine Ent­schei­dung nicht bedauert, nach Sachsen gekommen zu sein. Ich würde es immer wieder so machen und auch den Kampf gegen rechts­ra­di­kale Anhänger im Inter­esse des Ver­eins und auch des Images der Stadt auf­nehmen und mich somit klar posi­tio­nieren im Sinne des gesell­schaft­li­chen Auf­trags des Fuß­balls.“ 

Seine Zeit beim CFC ist vor­über, seine Pres­se­er­klä­rung wirft jedoch ein düs­teres Bild auf den Klub und sein Umfeld. Es han­delt sich hierbei immerhin um einen Teil­nehmer an der dritten Liga, der Pres­ti­ge­klasse im Hoheits­ge­biet des DFB. Es müsste im Inter­esse des Groß­ver­bandes sein, den Ereig­nissen schnellst­mög­lich Herr zu werden, damit zukünf­tige Funk­tio­näre, die eine klare demo­kra­ti­sche Hal­tung und Zivi­li­cou­rage zeigen, nicht mehr derlei Repres­sa­lien aus­ge­setzt sind. Ein größter Sport­fach­ver­band sollte über die Mittel ver­fügen, an diesen Struk­turen etwas zu ändern. Auch im Sinne ver­dienter Alt­in­ter­na­tio­naler wie Capi­tano Michael Bal­lack, die bei diesem Klub einst groß wurden.