Dietmar Hopp hat es geschafft. Mit 5:0 hat der TSG Hof­fen­heim am Sonntag gegen Greuter Fürth gewonnen. Der Verein aus der 3000-Ein­wohner-Gemeinde in Baden-Würt­tem­berg darf nun in der kom­menden Saison erst­mals in der Ver­eins­ge­schichte in der Bun­des­liga spielen. Noch Anfang der neun­ziger Jahre kickten die Hof­fen­heimer in der Kreis­liga. Den Auf­stieg nun haben sie in erster Linie Hopp zu ver­danken. Der Mil­li­ardär und Sport­narr sagte noch kurz vor dem Spiel: Am Sonntag machen wir alles klar.“ Mit zig Mil­lionen hat der 68-Jäh­rige den ehe­ma­ligen Kreis­li­gisten auf die Bun­des­liga vor­be­reitet.

Hopps Ver­mögen wird auf sechs Mil­li­arden Euro geschätzt. Er ist ein Self­mademan aus der Com­pu­ter­branche: 1972 hat er das Soft­ware­haus SAP mit­be­gründet. Das Unter­nehmen führt heute welt­weit im Markt für betriebs­wirt­schaft­liche Com­pu­ter­pro­gramme. So ist Hopp nicht nur zu einem der ver­mö­gendsten Deut­schen geworden, er gilt auch als einer der erfolg­reichsten Unter­nehmer der Nach­kriegs­ge­schichte.

Seit seinem Aus­stieg bei SAP vor zehn Jahren betei­ligt er sich als Investor an klei­neren Firmen, meist aus der Bio­tech­no­lo­gie­branche, för­dert den Sport und gibt Geld für Kran­ken­häuser und soziale Ein­rich­tungen in der Rhein-Neckar-Gegend. Zwei Drittel seines Ver­mö­gens hat er in eine Stif­tung ein­ge­bracht: Ich will der Region etwas zurück­geben“, sagt Hopp, ein gebür­tiger Hei­del­berger.

Soft­ware von der Stange statt Soft­ware nach Maß

Glaubt man ihm, dann war seine Kar­riere ein Glücks­fall. Klar, sagt er, sie hätten damals hart gear­beitet, aber vor allem hätten er und die vier anderen Gründer die rich­tige Idee zur rich­tigen Zeit gehabt. Nach dem Stu­dium der Nach­rich­ten­technik an der Uni­ver­sität Karls­ruhe begann Hopp 1966 beim Com­pu­ter­kon­zern IBM. Nach sechs Jahren wagte er die Selb­stän­dig­keit.

Mit den IBM-Kol­legen Hans-Werner Hector, Hasso Plattner, Klaus Tschira und Claus Wel­len­reuter grün­dete er die Firma Sys­tem­ana­lyse und Pro­gramm­ent­wick­lung“, später benannt in Sys­teme, Anwen­dungen und Pro­dukte in der Daten­ver­ar­bei­tung“, SAP. Die Idee: Statt für jeden Kunden Soft­ware nach Maß anzu­fer­tigen, setzen die fünf auf Pro­gramme von der Stange.

Vadder Hopp“

Der Auf­stieg von SAP in eine Liga mit Micro­soft, Oracle oder auch IBM, den füh­renden Kon­zernen der Soft­ware­branche aus den USA, macht Hopp finan­ziell unab­hängig. Dabei ist er auf dem Boden geblieben: Vadder Hopp“ hieß er bei seinen Beschäf­tigten. Weg­ge­fährten beschreiben ihn als anstän­digen Kerl, normal und nicht ein­ge­bildet“.

Das Enga­ge­ment für den Fuß­ball­verein, bei dem er selbst als Jugend­li­cher in der Links­außen-Posi­tion gespielt hat, brachte ihm trotzdem viele Neider. Als SG Neu­reich Bim­bes­hausen“ haben geg­ne­ri­sche Fans den TSG Hof­fen­heim ver­spottet, weil Hopp für zwei­stel­lige Mil­lio­nen­summen Spie­ler­ta­lente aus Bra­si­lien oder dem Senegal ein­ge­kauft hat. Für 60 Mil­lionen Euro lässt er gerade ein Sta­dion in Sins­heim mit 30.000 über­dachten Sitzen bauen. Dort finden in der nächsten Saison die Bun­des­li­ga­spiele statt. Das alte Dietmar-Hopp-Sta­dion mit 6000 Sitz­plätzen mitten im Dorf Hof­fen­heim ist dafür jetzt zu klein geworden.