Mihajlovic: Offener Brief nach Krebsdiagnose

»Keine Tränen mehr übrig«

Nachdem bei Sinisa Mihajlovic, Ex-Weltklassespieler und heutiger Trainer des FC Bologna, unlängst Leukämie diagnostiziert wurde, wandte er sich nun mit einem offenen Brief in der »La Gazzetta dello Sport« an die Öffentlichkeit. Ein Dokument der Stärke, das Hoffnung macht.

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»Es gibt Momente im Leben, in denen Du Dich im Kampf gegen einen Gegner befindest, der schwer zu schlagen ist, oder in denen Du Dich Problemen gegenüber siehst, die schwer zu lösen sind. 


Durch genau solch einen Moment gehe ich jetzt gerade, aber ich fühle mich sehr glücklich, weil ich weiß, dass ich nicht allein bin. Ich habe herausgefunden, dass ich eine enorme Unterstützung erfahre.



Über die letzten Tage ist ein Meer an Aufmerksamkeit, Solidarität und positiver Energie über mich hinweg gefegt, welches mir einen unglaublichen Schwung und die Gewissheit verliehen hat, dass ich diesen Kampf gegen die Leukämie gewinnen werden.



Ich habe tausende Nachrichten erhalten. Ich kann Euch versichern, dass ich sie alle lese, Stück für Stück: sie alle fühlten sich an wie eine Umarmung, sie alle haben mein Herz berührt.



Es waren schwere letzte Tage und ich möchte mich dafür entschuldigen, wenn ich nicht jedem von Euch geantwortet und gedankt habe. Ich tue das hier und jetzt, dank der ›Gazzetta dello Sport‹ (…).



Ich danke der Unterstützung durch die Präsidenten der Klubs, für die ich entweder gespielt oder die ich trainiert habe, oder aber jene, für die ich niemals gearbeitet habe und die mir trotzdem Respekt und Zuneigung gezeigt haben.



Danke an die Ex-Mitspieler und Gegner aus meiner Zeit als Spieler, an die Spieler, die ich trainiert habe und selbst jene, die ich nie angeleitet habe und die trotzdem sagten: ›Forza Mister‹.



Danke an die Fans ›meiner‹ Teams und solche, denen ich begegnet bin, während ich ein anderes Trikot trug. So viele von ihnen haben mich wahrscheinlich kritisiert oder über mich gespottet, aber jetzt unterstützen sie mich und schreiben ›Gib nicht auf, Sinisa‹.



Danke nicht nur an jene aus der Welt des Sports, sondern auch aus der Politik und den Medien, die ihre Unterstützung gezeigt haben. Danke an all die Freunde fürs Leben, die ich in so vielen Städten und über den Zeitraum meiner Karriere treffen durfte.



Und danke der breiten Öffentlichkeit, der Menschen nicht berühmt sind. Die, die mich kennen, wissen, dass ich jeden einzelnen Menschen danach beurteile, wie er ist, und nicht danach, wer er ist. Von Nachrichten, die mich von Staatsmännern erreichten (kann es nicht glauben …) bis hin zu einem Brief von einem Kind, das ein Lachen für mich gemalt hat, ihr alle wart wichtig.

Danke, danke, danke. Ihr habt mich berührt. Ich habe keine Tränen mehr übrig, jetzt bin ich bereit, zu kämpfen. Wir sehen uns bald,

Sinisa Mihajlovic«