Geständnis: Ich war noch nie zuvor bei einem Pre­mier-League-Spiel. Bis zum ver­gan­genen Wochen­ende.

Das hat mich natür­lich trotzdem nie daran gehin­dert, eine dezi­dierte Mei­nung zu haben. Es geht schließ­lich um Fuß­ball. Da gehört das gefähr­liche Halb­wissen zum Hand­werk. Und man hört und liest ja so dies und das über den eng­li­schen Fuß­ball. Das Spiel? Schneller, direkter, rauer. Und des­wegen, klar: Besser.

Die Spieler? Sind noch rich­tige Männer, die sich am Abend vor dem Match intensiv vor­be­reiten – im Pub. Rich­tige Männer, die nur fallen, wenn sie auch wirk­lich gefällt werden, die nicht schau­spie­lern und den Schieds­richter manchmal sogar rich­tig­ge­hend respek­tieren. Der im Gegenzug, und im Gegen­satz zu Fest­land-Unpar­tei­ischen, nicht ver­gessen hat, dass Fuß­ball ein Sport ist, bei dem Kör­per­kon­takt aus­drück­lich erlaubt ist.

So sollte es überall sein

Hin­gegen die Stim­mung in den Sta­dien der Pre­mier League? Kata­stro­phal! Sicher, ein biss­chen anrüh­rende Folk­lore vor dem Spiel. You’ll never walk alone. Und so. Und in guten Moment können die Eng­länder noch immer lus­tiger, lauter und leben­diger sein als alles, was sonst den guten Glauben in die Mensch­heit stärkt. Aber im Alltag? Leb­lose Stille. Weil: zu teure Ticket­preise, keine Steh­plätze, kein Alkohol an den Plätzen und und und. Soweit die Kli­schees.

Doch es ist alles ganz anders. Selbst bei Brighton&Hove Albion gegen den FC Sout­hampton. Oder gerade bei Brighton&Hove Albion. Ich weiß es nicht. Ich war ja noch bei keinem anderen Pre­mier-League-Spiel. Und sollen die ehr­lich geschätzten Kol­legen doch erzählen, dass es bei Arsenal, Man­chester City und Chelsea öde, still und gefühls­kalt sei. Ob nun in der Cham­pions oder der Pre­mier League. Denn so wie es am ver­gan­genen Wochen­ende in Brighton war, sollte es ein­fach immer und überall sein.

Im Fal­mers, wie man richtig sagt zum Sta­dion der Stadt, das in herz­losen Lei­bern unter Ame­rican Express Com­mu­nity Sta­dium“ abge­legt ist. Ein Neubau, der sich nicht son­der­lich unter­scheidet von anderen Neu­bauten, ob in Deutsch­land, Frank­reich oder Ita­lien. Und in dem doch alles anders, alles besser ist.