Mia san mia“ lautet das Motto des FC Bayern Mün­chen. Seinen Ursprung hat der Aus­spruch zwar in Öster­reich, wo er schon in der K.u.K.-Zeit von den dor­tigen Sol­daten genutzt wurde. Aber beim deut­schen Rekord­meister ist man ja von jeher gewohnt, sich andern­orts zu bedienen. Wenn auch zumeist bei den Spie­lern jener Ver­eine, die den Bayern zwi­schen­durch immer mal gefähr­lich zu werden drohen. Mia san mia“ also als Selbst­ver­ständnis eines unum­strit­tenen Bran­chen­primus.

So prangt es ab der kom­menden Saison auf den Sitz­schalen der Allianz Arena, der Heim­spiel­stätte der Bayern. So ist es in den Köpfen ver­an­kert von denen, die den Verein reprä­sen­tieren. Und sie haben ja auch allen Grund für ihr enormes Selbst­be­wusst­sein. Kein deut­scher Klub hat mehr Titel gewonnen, mehr Geld geschef­felt. Kein Klub welt­weit hat mehr Mit­glieder als die Bayern, 290 000 sind es mit Stand November 2017. Die besten Fuß­baller des Pla­neten spielen für Bar­ce­lona, Madrid, Man­chester oder eben – Bayern Mün­chen.

Schlimme Sta­tistik

Nur bei der Welt­meis­ter­schaft lief es für den erfolgs­ver­wöhnten Klub von der Säbener Straße bescheiden bis gar nicht. Mia san torlos“ müsste es dem­nach heißen, ange­sichts der gäh­nenden Leere, die die von den Bayern ent­sandten WM-Fahrer bisher zu Buche stehen haben. Dabei konnte sich das Auf­gebot durchaus sehen lassen. Allein in der deut­schen Mann­schaft. Manuel Neuer, mithin wohl der ein­zige Tor­hüter der Welt, dem man der­zeit einen Treffer aus dem regu­lären Spiel heraus zutrauen würde, Jerome Boateng, Mats Hum­mels, Niklas Süle, Sebas­tian Rudy, Joshua Kim­mich und vor allem Thomas Müller, immerhin WM-Tor­schüt­zen­könig 2010? Alle­samt torlos. Polens Robert Lewan­dowski, aus bay­ri­scher Sicht min­des­tens der beste Stürmer der Welt? Torlos. Kolum­biens James Rodri­guez, Tor­schüt­zen­könig der WM 2014 und bis zu Beginn dieser Welt­meis­ter­schaft noch in jedem End­run­den­spiel erfolg­reich? Torlos. Ebenso wie Spa­niens Edel­tech­niker Thiago und Corentin Tolisso, der mit Frank­reich immerhin das Finale erreicht hat. Und es kommt noch schlimmer.

Erst­mals seit 1978 wird beim Anpfiff des End­spiels ver­mut­lich kein Spieler des ruhm­rei­chen FC Bayern auf dem Platz stehen. Das sind stolze 40 Jahre oder in Münchner Arith­metik: 23 deut­sche Meis­ter­schaften. Bei Rück­schlägen und Not­lagen wie dieser konnte man früher den Sekun­den­zeiger danach stellen, bis die Abtei­lung Attacke in Person von Uli Hoeneß zum Gegen­schlag ritt. Doch bisher – Fehl­an­zeige.

Was macht Bayern jetzt?

Was nur zwei Schluss­fol­ge­rungen zulässt. Ent­weder sind sie müde geworden im Süden der Repu­blik. Oder aber sie wissen längst, dass sie schon bald den Transfer eines WM-Fina­listen ver­künden können. Frank­reichs Ben­jamin Pavard zum Bei­spiel, der­zeit noch in Diensten des VfB Stutt­gart. Der hat sogar schon getroffen in diesem Tur­nier. Zwei Fliegen mit einer Klappe wären das also, die man mit seinem Wechsel schlagen könnte. Damit es hin­terher wieder heißt: Mia san mia“? Logo.