11FREUNDE am Morgen

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Ange­sichts der Tat­sache, dass sie bereits zwei Spiel­tage vor Schluss fest­stand und seit Monaten nicht mehr in Gefahr war und die Mann­schaft vom fest­ste­henden Titel schon vor dem Spiel gegen Mön­chen­glad­bach in der Kabine erfuhr, war es noch eine bemer­kens­wert hei­tere Feier auf dem Rasen der Allianz Arena nach dem klaren 6:0 gegen die Borussia. Und natür­lich kann den Spie­lern nur gra­tu­liert werden, ange­sichts einer durchaus kom­pli­zierten Saison mit vielen Ver­let­zungen, diversen Durch­hän­gern und dem erkenn­baren Kater nach der rausch­haften Vor­saison mit sechs Titeln.

Dass am Ende einer sol­chen Saison trotzdem ein so unge­fähr­deter Titel her­aus­ge­sprungen ist, zeigt aller­dings auch, wie sehr der sport­liche Wett­be­werb in der Bun­des­liga zum Erliegen gekommen ist.
Es ist ein trotz allem auch ein Titel, der schon vor dem ersten Spieltag fest­stand. Die acht­zehn Mann­schaften der Bun­des­liga mögen in der glei­chen Spiel­klasse antreten, jeder mit elf Mann auf dem Platz. Das war es aber auch schon an glei­chen Vor­aus­set­zungen. In allen anderen Kate­go­rien, vor allem in der spie­le­ri­schen Stärke und Breite des Kaders sind die Münchner der Kon­kur­renz auf nahezu gro­teske Art ent­eilt.

Inso­fern sollte in Zukunft end­lich all jenen deut­lich wider­spro­chen werden, die immer noch die These ver­breiten, die Gegner stellten sich ein­fach zu blöde an, um die Bayern zu gefährden. Lothar Mat­thäus ver­breitet diesen Unfug bei Sky ja schon seit Jahren und auch am Wochen­ende wieder: Aber sie haben es gemeis­tert, weil sich die anderen Teams mehr Pausen genommen haben, wie es hätte sein müssen“, sprach er und musste dabei erstaun­li­cher­weise nicht lachen. 

Die neunte Meis­ter­schaft ist eine, die vom Rest der Liga mit Agonie hin­ge­nommen wird. Und mit der ver­blas­senden Erin­ne­rung an früher, als der Gewinn der Meis­ter­schaft noch über­schäu­mende Freude bei den Spie­lern aus­ge­löst hat und ganz Deutsch­land am Fern­seher und an den Radios hing, weil die Span­nung kaum aus­zu­halten war. Um die Tris­tesse dieser Saison ein­zu­fangen, musste man nur Oliver Kahn zuhören, der die Reak­tionen tref­fend umschrieb: Mit der Erfah­rung einiger Meis­ter­schaften ist der Jubel etwas gesetzter aus­ge­fallen.“

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Ein Natio­nal­denkmal

So beschrieb das iri­sche Portal Balls​.ie“ den inzwi­schen 38-jäh­rigen Wes Hoo­lahan tref­fend. Der frü­here iri­sche Natio­nal­spieler ist wieder mal auf­ge­stiegen, diesmal mit Cam­bridge United in die eng­li­sche League Two“. Ein 3:0 gegen Grimsby ebnete den Weg zum ins­ge­samt fünften Auf­stieg des Rou­ti­niers. Zum Denkmal erhob den Mit­tel­feld­spieler aller­dings nicht allein der Auf­stieg, son­dern dass sich der Spieler unmit­telbar nach dem Abpfiff auf dem Platz ein frisch gezapftes Gui­ness rein­pfiff und es ent­schlossen in wenigen Zügen leerte.

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Nichts zu wedeln!

Gab es am Sonntag für Hertha-Finanz­chef Ingo Schiller. Das 0:0 gegen den direkten Kon­kur­renten aus Bie­le­feld sorgte noch nicht für die erhoffte Klar­heit im Abstiegs­kampf. Aber der Blick auf das Rest­pro­gramm und das noch aus­ste­hende Nach­hol­spiel gegen den FC Schalke zeigt, dass die Hertha zumin­dest den direkten Abstieg der Kon­kur­renz aus Köln, Bie­le­feld oder Bremen über­lassen wird. Was sicher auch Fredi Bobic erleich­tern wird, der sicher nur so mit­tel­großen Bock darauf gehabt hätte, mit der Hertha durch die zweite Liga zu gurken, Und weil in den nächsten zwei Wochen noch viele der Klubs im Keller gegen­ein­ander kicken, kommt tat­säch­lich zum Sai­son­ende noch sowas wie Span­nung in der Liga auf, im Abstiegs­kampf und natür­lich auch bei der bangen Frage, ob Lever­kusen den Sprung in die sagen­um­wo­bene Europa Con­fe­rence League schafft.

Ganz Bochum ist im Auto“

VfL-Spieler Gerrit Holtmann
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Warum sagt uns das keiner?

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Hec­tors Hand­spiel

Große Auf­re­gung gab es am Sonntag um ein annu­liertes Tor des 1.FC Köln gegen den SC Frei­burg. Jonas Hector war der Ball an den oberen Oberarm gesprungen, Referee Marco Fritz annu­lierte den anschlie­ßenden Treffer dar­aufhin und auch der Kölner Keller sah keinen Grund, ein­zu­schreiten. Hector klang nach dem Spiel ange­fressen: Die Schieds­richter sind immer der Mei­nung, dass sie alles besser wissen, das war hier auch wieder so.“ Immerhin bemühte nie­mand die sonst übli­chen Klas­siker („Wenn sie uns nicht der Liga haben wollen, sollen sie das sagen!“). Der DFB ließ ver­lauten: Auf den TV-Bil­dern ist ersicht­lich, dass Hector den Ball am Oberarm, knapp unter­halb der Ach­sel­höhle, berührt“ – keine Fehl­ent­schei­dung also. Und auch Alex Feuer­herdt von Col­linas Erben“ sah die Ent­schei­dung nicht ganz so kri­tisch wie viele Effzeh-Fans und ver­wies auf die Auf­gabe der VAR-Experten, nur zu über­prüfen, ob eine Ent­schei­dung klar und offen­sicht­lich falsch war. Ansonsten machte er Hoff­nung für die Zukunft: In der kom­menden Saison würde ein sol­cher Treffer übri­gens zählen. Ein ansonsten nicht straf­bares Hand­spiel wird dann nur noch geahndet, wenn es der Tor­schütze selbst begeht, und nicht mehr, wenn es der Vor­la­gen­geber tut.“

Ed Sheeran

Der Musiker Ed Sheeran wird zur nächsten Saison Tri­kot­sponsor von Ips­wich Town. Der Fuß­ball­verein ist ein wich­tiger Teil der Gemeinde, und das ist meine Art, meine Unter­stüt­zung zu zeigen“, zitiert ihn die Web­site des Dritt­li­gisten. Ich bin immer gern an der Portman Road gewesen und freue mich darauf, bald wieder dort zu sein, wenn wieder Zuschauer in den Sta­dien erlaubt sind.“ Zwar höhnten Fans auf Twitter gleich, Sheeran habe früher nicht mal den Namen des Sta­dions gekannt, aber das ist nur die übliche, miss­güns­tige Begleit­musik sol­cher Deals. Sheeran ist jeden­falls nicht der erste Musiker, der als Sponsor bei einem Fuß­ball­klub ein­steigt. 1999/2000 prangte das Logo von Skint Records“, dem Label von Fatboy Slim, auf den Tri­kots von Brighton & Hove Albion und 2001/02 zierte der Toten­kopf der Toten Hosen“ das Trikot von For­tuna Düs­sel­dorf. Beide Jer­seys ver­kauften sich prächtig, auch Ips­wich will das Trikot als­bald in deut­lich höherer Stück­zahl den Handel bringen.

Heute kommt es zum vor­ge­zo­genen Show­down in der zweiten Liga. Hol­stein Kiel kickt um 18.30 Uhr daheim gegen Han­nover 96 und etwas später auch der Ham­burger SV gegen den 1.FC Nürn­berg. Und so sehr wir den wackeren Kie­lern den Sieg gönnen, so sehr würden wir uns freuen, wenn Horst Hru­besch in zwei Wochen doch noch den Auf­stieg in die erste Liga feiern könnte. So richtig viele Gründe, warum das klappen sollte, fallen uns aller­dings auch nicht ein.

So oder so, kommt gut in den Montag.

Philipp Köster