Messi reiht sich damit in ein illustre Gruppe ver­gan­gener Jubi­lä­ums­tor­schützen ein, doch er ist schon jetzt berühmter als sie alle zusammen. Marco Aurelio (1000., 22. Oktober 1950), Pedro Zaballa (2000., 12. Januar 1964), Enrique Castro (3000., 24. Januar 1982) und Guil­lermo Amor (4000., 9. März 1996): Wer sind sie gegen diesen Wun­der­knaben mit dem begna­deten linken Fuß?



16 Sai­son­tore hat Messi für die Kata­lanen in dieser Saison bereits geschossen, dabei ist er als klas­si­scher Außen­stürmer nicht mal der zen­trale Anlauf­punkt für ein­stu­dierte Tor­vor­lagen. Messi scheint an guten Tagen über dem System zu stehen. Aus Barcas Mit­tel­feld findet der Ball dann diesen 1,69 Meter kleinen Irr­wisch und wenn sich Ball und Messi berühren, spru­delt Nou Camp vor Ent­zü­cken über. Man braucht nicht viel Phan­tasie, um sich vor­zu­stellen, dass Messi auch als Mit­tel­loser glück­lich wäre, hätte er nur einen Ball zum Spielen.





Richtig ist aber auch: aus Lionel Messi, dem hoch­ta­len­tierten Ein­zel­spieler, ist Lionel Messi der hoch­ver­an­lagte Team­player geworden. Ein Glücks­fall, dass der Argen­ti­nier (seit 2000 im Verein) stets von Trainer gecoacht wurde, die das oft auch ego­zen­tri­sche Spiel nicht rabiat zu unter­binden ver­suchten, son­dern dessen indi­vi­du­elle Klasse an das System anpassten.

In diesen Momenten kann alles pas­sieren


Barcas System heißt Angriff und Messi ist Angriff. Beginnt die rasante Fahrt mit dem Ball am Fuß, bevor­zugt von der rechten Seite quer über den Platz mitten hinein in den Straf­raum, steht das ver­wöhnte Publikum im Nou Camp. Weil es weiß: In diesen Momenten kann alles pas­sieren. Selbst wenn »El Pulga« am zweiten Gegen­spieler hängen bleibt – die Ästhetik seiner Bewe­gung bleibt dem kol­lek­tiven Gedächtnis doch erhalten.

Schroffe Fuß­ball-Mini­ma­listen vom Schlage eines Ulf Kirsten, Tony Adams oder Franco Baresi mögen ihre ganz spe­zi­ellen Reize gehabt haben, Messi hat derer zuhauf. Barcas Geschichte durch­weht die ganze Stadt und hat jetzt eine Anek­dote zu erzählen. Wer anders, als der kleine Süd­ame­ri­kaner, der seinen ersten Ver­trag mit den Kata­lanen noch auf einer Ser­vi­ette unter­zeich­nete, hätte das 5000. Tor für den Klub schießen können?

Bar­ce­lona hat sie alle gesehen, die großen Künstler der ver­gan­genen 50 Jahre: Luis Suarez, Johan Cruyff, Romario, Ronaldo und Ronald­inho. Jetzt haben sie Messi. Wer ihn holen will, muss 150 Mil­lionen Euro zahlen. Nicht ver­gessen: Dieser Junge ist erst 21 Jahre alt.