Wer regiert die Welt?
Männer natür­lich, beson­ders die Fuß­ball­welt. Der deut­sche Natio­nal­spieler Emre Can hat das dan­kens­wer­ter­weise noch mal klar­ge­stellt. Das soll Rot sein? Wir sind doch keine Frauen, ehr­lich.“ Der 24-Jäh­rige empörte sich über den Platz­ver­weis, den sein Turiner Team­kol­lege CR7 im Cham­pions-League-Duell beim FC Valencia hin­nehmen musste. Seinen Diplo­ma­ten­status hat Can, der vor der WM ein Treffen mit dem tür­ki­schen Prä­si­denten Erdogan ablehnte und zur Beloh­nung nicht ins rus­si­sche Straf­lager Watu­tinki ver­setzt worden war, damit wieder ein­ge­büßt. Andere kri­ti­sierten stil­voller. Eine gewisse Katia Aveiro schrieb auf Insta­gram: Sie wollen meinen Bruder zer­stören, aber Gott schläft nie.“ Und: Schande über den Fuß­ball – Gerech­tig­keit wird kommen.“ Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit?

Wo geht es wirk­lich gerecht zu?
In der Bun­des­liga, findet Kevin Wimmer. Ich war schon immer ein Fan der Bun­des­liga“, sagte der Ver­tei­diger von Han­nover 96 in einem Inter­view mit dem Sport­buzzer“, denn: Hier kann jeder jeden schlagen.“ Der 25 Jahre alte Öster­rei­cher muss es wissen, er spielte zuvor in der Pre­mier League bei Tot­tenham Hot­spur und Stoke City. Wimmer weiß: In Eng­land klafft dagegen eine große Lücke zwi­schen den großen Sechs und dem Rest der Liga.“ Und was bru­ta­ler­weise dazu­kommt: Vier ver­schie­dene Meister in den ver­gan­genen sechs Jahren! In der Bun­des­liga undenkbar, denn hier kann ja jeder jeden schlagen. Die Bayern am Sonntag zum Bei­spiel Schalke. Sogar aus­wärts.

Wer war mal Maurer?
In der Auto­mo­bil­stadt Wolfs­burg gibt es den schönen Fuß­ball­lehrer Bruno Lab­badia, der so einiges über Fuß­ball weiß, aber noch viel­mehr dar­über hinaus. Warum sein VfL plötz­lich wieder gut kicken kann? Das ist wie beim Hausbau: Ohne Fun­da­ment kann ich kein sta­biles erstes und zweites Stock­werk errichten.“ Gegen Frei­burg wollen die grünen Blau­männer weiter wer­keln: Fenster rein, Türen rein, Dach decken. Drei Punkte, mehr nicht.

Wer hat es schön?
Augs­burgs Trainer Manuel Baum, ins­be­son­dere im Ver­gleich zu seinem Lever­ku­sener Kol­legen Heiko Herr­lich, den Baum am Samstag als Tabel­len­letzten in der Pup­pen­kis­ten­stadt begrüßt. Laut dpa rät Baum: Es ist wie im Leben auch: Irgend­wann muss ich sterben, aber wenn ich die ganze Zeit daran denken muss, dass es irgend­wann mal kommt, dann ist mein Leben nicht mehr so schön. Als Trainer sollte man sich nicht Gedanken machen, ob man irgend­wann ent­lassen wird, son­dern soll im Hier und Jetzt leben und genießen, was man für einen tollen Job hat und das Beste geben. Auf mehr hast du sowieso keinen Ein­fluss.“ Recht hat Baum – über den Trainer machen sich in Lever­kusen eh viele andere Gedanken.

Wo macht’s richtig Spaß?
Mario Erb, Mit­spieler von Welt­meister kevin Groß­kreutz in Uer­dingen, findet: Es ist geil, im Wild­park zu spielen, nicht all­täg­lich.“ Liegt wohl daran, dass der im Wild­park behei­ma­tete KSC darin noch kein Spiel gewonnen hat. Und Gast­freund­schaft ist in Zeiten wie diesen ein beson­ders hohes Gut.

Wer ist Deut­scher?
Ich fühle mich nicht als Deut­scher“, sagt Frei­burgs Trainer Chris­tian Streich. Ich bin ein Mensch, der einen Pass hat, in dem deutsch drin steht.“ So sind sie, die Badener.