Marcus Rash­ford ist der­zeit in aller Munde. Naja, zumin­dest fast. Als Eng­lands Gesund­heits­mi­nister Matt Han­cock am Mitt­woch­morgen live im Fern­sehen über die Ent­schei­dung der bri­ti­schen Regie­rung sprach, die Unter­stüt­zung für bedürf­tige Fami­lien in Form von Gut­scheinen und Hilfs­pa­keten nun doch fort­zu­setzen, lobte er einen gewissen Daniel Rash­ford“ für dessen Enga­ge­ment.

Für den Ver­spre­cher ent­schul­digte er sich kurz darauf via Twitter. Noch etwas früh am Morgen sei es gewesen, aber ganz im Ernst: Marcus, du bist ein Gewinn für diese Nation.“ Und zumin­dest in diesem Punkt stimmen Han­cock gerade eine ganze Menge Eng­länder zu.

Mit Rash­ford kam die Wende

Denn was Marcus Rash­ford in den ver­gan­genen Tagen bewirkt hat, war nicht weniger als eine 180-Grad-Wende in der eng­li­schen Politik, ein U‑Turn“. Wäh­rend der Aus­gangs­sperren und Schul­schlie­ßungen in der Coro­na­krise waren bedürf­tige Fami­lien, die sonst auf kos­ten­loses Schu­lessen ange­wiesen sind, mit Gut­scheinen und Essens­pa­keten unter­stützt worden. Eine Aus­wei­tung des Pro­gramms auf die nun anste­henden Som­mer­fe­rien hatte die Regie­rung um Pre­mier­mi­nister Boris Johnson jedoch abge­lehnt. Bis sich Marcus Rash­ford ein­schal­tete.

Am Montag ver­öf­fent­lichte der Stürmer von Man­chester United auf seinen sozialen Kanälen einen offenen Brief an die Abge­ord­neten des bri­ti­schen Unter­hauses. Aus­führ­lich beschrieb er darin, wie auch er selbst als Kind mit seinen vier Geschwis­tern und seiner allein­er­zie­henden Mutter auf kos­ten­freie Essens­an­ge­bote ange­wiesen gewesen sei. Des­halb wisse er genau, wie es diesen Fami­lien, deren Exis­tenz auf Mes­sers Schneide“ stehe, gerade gehe. Und des­halb bat er die Abge­ord­neten ein­dring­lich, den Was-immer-nötig-ist-Ansatz“, den die Regie­rung zur Hilfe der Wirt­schaft ver­folgt, auf den Schutz der ver­wund­baren Kinder Eng­lands aus­zu­weiten.“

Gleich­zeitig rief Rash­ford Eltern dazu auf, kurze Videos auf­zu­nehmen, in denen sie davon berichten, wie das Ende des För­der­pro­gramms sie und ihre Fami­lien betrifft. Zudem baute er über seinen Twitter-Kanal wei­teren Druck auf: Wenn ihr heute an den Kühl­schrank geht, um die Milch her­aus­zu­holen, haltet kurz inne und denkt an die Eltern von min­des­tens 200.000 Kin­dern, die heute morgen mit leeren Kühl­schränken auf­ge­wacht sind.“