Claus Brei­ten­berger, Sie sind seit über 30 Jahren fast aus­schließ­lich auf den Fuß­ball­plätzen der Ama­teur­ligen in Baden-Würt­tem­berg unter­wegs. Wie ent­stand Ihre Lei­den­schaft für die unteren Spiel­klassen?
Das fing in den frühen Acht­zi­ger­jahren an. Obwohl ich gerne Fuß­ball gespielt habe, man­gelte es mir für einen Verein an Talent. So habe ich ange­fangen, die Spiele meiner Freunde zu besu­chen und ihnen beim Spielen zuge­sehen. Weil die für ver­schie­dene Ver­eine auf­liefen und auch mal zu anderen Clubs wech­selten, kamen immer mehr Men­schen und Mann­schaften zusammen, die ich ken­nen­lernte. Irgend­wann bin ich dann an Wochen­enden nur noch auf den Plätzen der Ostalb und später im ganz Bun­des­land unter­wegs gewesen. Ich besuche an den Wochen­enden also meine Freunde und Bekannten und tue dabei das, was ich am liebsten mache: Fuß­ball gucken.

Ein großer Bekann­ten­kreis hat somit auch viele Spiele zur Folge. Wie viele Begeg­nungen sehen Sie im Jahr?
Ich bin jetzt kein Sta­tis­tiker, der die Anzahl der Spiele zählt, die er gesehen hat. Ich bin auch kein Groundhopper, dem es nur darum geht, mög­lichst viele Sta­dien besich­tigt zu haben. Dann wäre ich mit dem Hoppen ja auch schon fast durch, weil ich die meisten Fuß­ball­plätze hier im Land­kreis bereits kenne. Was die Spiele angeht, sehe ich um die 120 bis 130 Spiele im Jahr. Ins­ge­samt bekomme ich das natür­lich nicht mehr genau zusammen, aber es sind wohl zwi­schen 3.000 und 4.000 Par­tien gewesen.

Das klingt nach einem klas­si­schen Sin­gle­leben …
Das ist auch so, denn es ist schwierig eine Part­nerin zu finden, die es mit­macht, wenn der Mann alles dem Fuß­ball unter­ordnet. Ich bin also mit dem Fuß­ball ver­hei­ratet und meine Kirche ist der Fuß­ball­platz.

Haben Sie einen Lieb­lings­verein, von dem Sie Fan sind?
Ich bin sehr viel mit dem 1. FC Nor­mannia Gmünd unter­wegs, wo ich auch beim Sta­di­on­blatt mit­ar­beite und für die Geg­ner­vor­stel­lungen zuständig bin. Nach dem über­ra­schenden Auf­stieg in die Ober­liga Baden-Würt­tem­berg hatten wir am ersten Spieltag gleich ein schönes Derby gegen den SV Göp­pingen, zu dem 800 Zuschauer kamen – ging leider 0 – 1 aus. Aber einen Lieb­lings­verein habe ich nicht. Ich bin Fuß­ballfan und nicht Fan eines Ver­eins. Ich sym­pa­thi­siere mit allen Mann­schaften der Ostalb.