Ze Roberto II, nach Ze Robertos Kar­rie­re­ende sind Sie nun die Nummer eins, herz­li­chen Glück­wunsch. Wie fühlt man sich als Ze Roberto I?

Danke, mir geht es sehr gut. Ich bin ein­fach unglaub­lich froh, dass es end­lich so weit ist. Ich musste ja unglaub­lich lange warten. Jetzt ist das wirk­lich ein schönes Gefühl. Wie sagte damals schon der Schalke-Trainer Huub Ste­vens: Die Eins muss stehen (Lacht.).

Wie haben Sie denn das letzte Spiel Ze Robertos ver­folgt? 

Gemeinsam mit ein paar Freunden hatten wir einen Tisch reser­viert, in einem wirk­lich zweit­klas­sigen Restau­rant in Bahia. Da haben wir das Spiel geguckt und bei ein, zwei Cai­pi­rinhas gefeiert. Wissen Sie, ich feiere immer noch ganz gerne mal. Es ist nicht ein­fach, sein Leben lang in der zweiten Reihe zu stehen. Da muss man ab und an ein­fach den Kopf frei­kriegen. Als es dann so weit war, bekam ich wahn­sinnig viele Glück­wün­sche. Unter anderem von Prinz Charles. Mit ihm ver­bindet mich eine Freund­schaft, seit wir uns im Selbst­hilfe-Seminar für ewige Platz­halter ken­nen­ge­lernt haben. 

Hat es auch des­wegen nicht zur ganz großen Kar­riere gereicht, weil Sie oft den nötigen Ernst ver­missen ließen? Auf Schalke kamen Sie einst gar nicht mehr aus dem Hei­mat­ur­laub zurück.

Diese alte Geschichte wieder. Dabei war das damals ganz anders: Ich war ein­kaufen und hatte mein Auto in der zweiten Reihe geparkt. Das wurde abge­schleppt und ich hatte ein­fach keine Mög­lich­keit, zurück­zu­kommen. Was hätte ich denn machen sollen? Und ich bin sehr zufrieden mit meiner Kar­riere. In Bra­si­lien bin ich an der Seite Adrianos Meister geworden. Außerdem stehe ich mit einer Reihe von Rekorden im Gui­ness-Buch.

Achja?

Ja. Ich bin der Spieler mit den zweit­meisten zweiten Plätzen in den zweit­meisten Kate­go­rien über­haupt. Meine Freunde nennen mich scherz­haft Vize Roberto (lacht.). Außerdem bin ich der ein­zige Mensch auf der Welt, der zwei Kinder hat, die beide die zweit­jüngsten sind.

Inter­es­sant. Was hat sich denn für Sie geän­dert, seit Sie Ze Roberto I sind?

Ach, nur Klei­nig­keiten. Ges­tern fiel mir auf, dass ich den ersten Ter­mi­nator-Film eigent­lich viel besser finde als Ter­mi­nator II“. Das hatte ich zuvor eigent­lich ganz anders gesehen. Und als ich ges­tern mal wieder meine DVD Die Geschichte von Schalke 04“ ansah, habe ich mich das erste Mal über die Meis­ter­schaft der Herzen geär­gert. Vorher dachte ich immer: Naja, Zweiter, ist doch ok. 

Eine Sache müssen wir noch anspre­chen: Online haben wir gesehen, dass es ins­ge­samt sieben Ze Robertos gibt, einer ist sogar schon 72 Jahre alt.

Ja, wir sind wie eine kleine Familie. Eine beson­ders innige Bezie­hung ver­bindet mich mit Ze Roberto IV und Ze Roberto VII. Auch Ze Roberto III ist ein feiner Kerl, auch wenn er viel­leicht nicht den besten Ruf hat. Wir ver­su­chen, uns einmal im Jahr zum Ze-Roberto-Stamm­tisch zu treffen. Das ist aber gar nicht so ein­fach, weil sich natür­lich immer wieder die Anschriften ändern, wenn wir alle eine Ze-Roberto-Stelle auf­rü­cken (Lacht.)