Ein seit einem halben Jahr ver­eins­loser, ehe­ma­liger Zweit­li­ga­spieler, der seine Kar­riere beendet, ist eigent­lich keine Nach­richt, die die Welt aus den Angeln hebt. Doch Rurik Gis­lason ist nicht irgendein ehe­ma­liger Zweit­li­ga­spieler. Der Isländer war bei der WM 2018 ein paar Wochen lang The Sexiest Man Alive“. Wie kam es dazu? Im Spiel gegen den Vize-Welt­meister Argen­ti­nien wurde Gis­lason ein­ge­wech­selt. Der große Blonde stand an der Sei­ten­linie, dabei fiel er zahl­rei­chen – vor allem süd­ame­ri­ka­ni­schen – Frauen auf. In den dar­auf­fol­genden Tagen ging seine Social-Media-Reich­weite durch die Decke. Vor der Welt­meis­ter­schaft folgten ihm 30.000 Fans, danach waren es über eine Mil­lion. Doch in den ver­gan­genen beiden Jahren ist es still um den Insta­gram-Star von damals geworden, der unter dem Hashtag #sexyr­urik tren­dete. In der 11FREUNDE-Aus­gabe #206 erzählte er, wie er sein ver­rücktes Fuß­ball­jahr 2018 erlebte.

Als ich nach dem Remis gegen Argen­ti­nien in die Kabine kam, konnte ich nicht fassen, was auf meinem Handy los war. Klar, wir Isländer hatten einen Punkt gegen den Vize­welt­meister geholt, aber gerade die Anzahl der Benach­rich­ti­gungen auf Insta­gram ist explo­diert. Am nächsten Tag haben Zei­tungen aus der ganzen Welt über diese Geschichte berichtet. Es war absurd. Im Moment meines größten sport­li­chen Erfolges redeten alle nur über mein Aus­sehen. Meine Familie hatte Angst, dass ich abhebe, aber zum Glück bin ich schon etwas älter und konnte mit der Situa­tion ganz gut umgehen. 

Seit der WM habe ich mehr als eine Mil­lion Fol­lower und mich errei­chen jeden Tag tau­sende Nach­richten, haupt­säch­lich von Frauen, aber außer dass ich mir die eine oder andere Neckerei anhören muss, hat sich in meinem Leben nicht viel geän­dert. Ich gehe jeden Tag zum Trai­ning und kämpfe mit dem SV Sand­hausen gegen den Abstieg in die Dritte Liga. Meine Freunde sagen, ich müsste mit der Sache mehr Geld ver­dienen, aber ich brauche keinen zweiten Job. Als Influ­encer möchte ich lieber Kin­dern in Not helfen, als Men­schen dazu zu ver­leiten, eine neue Jeans zu kaufen.“