Die zweite Kar­riere des Kevin Pan­ne­witz – sie ist so schnell wieder vorbei wie sie begonnen hat. Wer Anfang letzten Jahres noch an ein Fuß­ball­mär­chen geglaubt hat, sieht sich nun eines Bes­seren belehrt. Carl Zeiss Jena hatte dem Ama­teur­fuß­baller, der einst seine Pro­fi­kar­riere wegen Undis­zi­pli­niert­heiten weg­warf, eine zweite Chance gegeben. Doch die Geschichte hat sich wie­der­holt. Nach Abmah­nungen in der Hin­runde, weil Pan­ne­witz betrunken zum Trai­ning erschienen war, folgte nun der end­gül­tige Cut. Erheb­li­ches Über­ge­wicht, frist­lose Kün­di­gung. Ich finde: Wer zweimal hin­ter­ein­ander den­selben Fehler macht und sein Talent ver­schleu­dert, ist selbst schuld. 

Neues Füh­rungsduo in Ros­tock

Gleich zu Beginn des neuen Jahres gab´s den Pau­ken­schlag bei Hansa Ros­tock. Trainer Pavel Dot­chev und Sport­vor­stand Markus Thiele wurden mit sofor­tiger Wir­kung frei­ge­stellt. Nach­voll­ziehen kann ich diese Ent­schei­dung bis heute nicht – erst recht nicht, weil gleich beide gehen mussten. Aber wie so oft im Leben hat selbst das scheinbar Schlimmste am Ende noch etwas Gutes. Martin Piecken­hagen hat als neuer Sport­vor­stand seinen ersten Auf­trag – die Trai­ner­suche – mehr als ord­nungs­gemäß erfüllt. Mit Jens Härtel steht nun ein Mann an der Sei­ten­linie, der eine Mann­schaft zum Auf­stiegs­kan­di­daten ent­wi­ckeln kann. Für ihn freut es mich ganz beson­ders, dass er so kurz nach seiner Ent­las­sung in Mag­de­burg wieder zurück ist im Geschäft.

Zoff in Kai­sers­lau­tern

Das größte Drama hat sich in meinen Augen aber in den letzten Tagen auf dem Bet­zen­berg abge­spielt. Auf­sichts­rats­vor­sit­zender gegen den Rest des Gre­miums und umge­kehrt, unab­ge­spro­chene Allein­gänge in der Inves­to­ren­suche, ein Haupt­sponsor, der sich in den sozialen Netz­werken offen und scho­nungslos den Frust von der Seele schreibt – und das ist nur die Spitze des Eis­bergs. Denn die größte Sorge ist wei­terhin die Siche­rung der Dritt­li­ga­li­zenz, zwölf Mil­lionen Euro werden benö­tigt. 

Ich kann Sascha Hild­mann als Trainer und seiner Mann­schaft nur wün­schen, dass ihnen die Kon­zen­tra­tion auf das Wesent­liche gelingt. Denn auch solche Unruhen können einen gewissen Ein­fluss auf den sport­li­chen Erfolg haben. Ent­schei­dend ist eben nicht nur auf dem Platz.