Seite 2: Comeback mit 46 in Stoke

Dabei ging es ihm auch darum, dass wir eine nor­male Kind­heit ver­bringen konnten und dass wir nicht in Ehr­furcht vor ihm erstarrten. Er wollte ein­fach nur unser Vater sein, unser Pops – und das war er. Selbst bei den wich­tigsten Spielen vergaß er nicht, uns auf der Tri­büne das geheime Hand­zei­chen zu geben, den Kreis aus Daumen und Zei­ge­finger, den er auf Bauch­höhe hielt. Es hieß: Ich denke an euch, ich liebe euch.“

1956 wurde er Vize­meister und Europas Fuß­baller des Jahres – mit 41 Jahren! Mit 46 kehrte er noch einmal nach Stoke zurück, wo nur sei­net­wegen plötz­lich 20 000 statt 8000 Men­schen ins Sta­dion kamen, und führte die Pot­ters“ aus der zweiten in die erste Liga. Um sich fit zu halten, betrieb er einen großen Auf­wand: Jeden Morgen um sieben Uhr, noch vor dem offi­zi­ellen Trai­ning, ging er laufen und unter­warf sich einer strengen Diät. Wahr­schein­lich stand er, was seine Lebens­ge­wohn­heiten anbe­langt, den Profis von heute in nichts nach.

Er bleibt mein Pops

Als er 1965 end­gültig auf­hörte, tat er das nicht, weil er müde war, son­dern weil er nicht erleben wollte, wie es ist, lang­samer zu sein als die Ver­tei­diger. Zu seinem Abschieds­spiel in Stoke kamen 35 000 Men­schen, noch im selben Jahr wurde er von unserer Königin zum Ritter geschlagen. Seither nennen ihn alle Sir“.

Für mich bleibt er mein Pops, der mich in den Schlaf sang. Noch heute höre ich vorm Ein­schlafen seine knar­zige, schiefe Stimme. Ich kann mir keine schö­nere vor­stellen.