Seite 2: Fouls, Darts und Autos

4.
Wer träumt nicht davon, einmal als Bruce-Lee oder Jackie Chan den Böse­wichten in spek­ta­ku­lärer Kampf­kunst­ma­nier eins über­zu­braten? Balo­telli machte sich den Traum wahr, indem er im Europa-League-Ach­tel­fi­nale der Saison 2010/2011 gegen Dynamo Kiew seinen Gegen­spieler per Kung-Fu-Ein­lage mit gestreckten Bein in Brust­korb­höhe keine Chance ließ. Genauso wenig wie dem Schieds­richter, der Balo­telli vom Platz stellte. Natio­nal­trainer Cesare Pran­delli, der einen neuen Ethik-Code für das Natio­nal­team ein­ge­führt hatte, strich Balo­telli wegen der Aktion für das nächste Län­der­spiel gegen Slo­we­nien aus dem Kader.

5.
Opfer eines nicht weniger harten Fouls wurde Tot­tenham-Spieler Scott Parker. Als dieser auf dem Boden lag, stapfte Balo­telli ihm absicht­lich auf den Kopf – und wurde für vier Spiele gesperrt. In seinem spä­teren Ver­trag bei Liver­pool soll es eine Klausel gegeben haben, die dem Ita­lien eine Mil­lion Pfund extra ver­sprach, sollte er nicht öfter als drei Mal vom Platz gestellt werden wegen gewalt­tä­tigen Ver­hal­tens, Anspu­ckens eines Gegen­spie­lers oder einer anderen Person, wegen belei­di­gender oder aus­fal­lender Sprüche und/​oder für Gesten und/​oder Meckerns mit Worten oder Gesten.“

6.
Der Dart-Sport ist in Eng­land ein Mas­sen­phä­nomen und füllt große Hallen. Die Stim­mung ist aus­ge­las­sener als beim Kar­neval, der Pro­mil­le­wert der Zuschauer jen­seits der Alko­hol­ver­gif­tung. Wenn dann auch noch die Triple 20 geworfen wird und der Spiel­an­sager die 180“ aus tiefster Kehle durch den Raum schmet­tert, gibt es kein Halten mehr. Viel­leicht träumte Balo­telli im März 2011 genau davon, als er auf dem Trai­nings­ge­lände von Man­chester City mit Dart­pfeilen auf Jugend­spieler des Klubs warf. Die 180“ ertönte glück­li­cher­weise nicht, denn Balo­telli zielte knapp daneben.

7.
Auto fahren zählt nicht zu den Stärken von Mario Balo­telli. Vom harm­losen Blech­schaden bis zum kom­pletten Zer­sägen der Nobel­ka­rossen war bei ihm schon alles bei. Zuletzt musste sein Bentley am ver­gan­genen Grün­don­nerstag dran glauben. Schön auch diese Story: Poli­zisten fanden einst nach einem Unfall 5000 Pfund in Balo­tellis Vehikel und fragten nach dem Grund, warum er denn so viel Knete bei sich hätte. Balo­telli ant­wor­tete ehr­lich: Weil ich reich bin.“

8.
Diese Tat­sache lässt sich auch an einem anderen Auto­vor­fall fest­ma­chen: Weil Balo­telli als Man­City-Spieler auf dem Weg von Man­chester zu seinem Berater nach London in seinem Mase­rati nicht bloß dem Navi ver­trauen wollte, enga­gierte er einen Taxi­fahrer, der die gesamte Strecke vor ihm her fuhr. Für 2000 Euro.