Er ist der Kanye West des Fuß­balls, Genie und umstrit­tener Pro­vo­ka­teur zugleich. Mario Balo­telli ist ein groß­ar­tiger Fuß­ball­spieler, der zwar wahr­schein­lich nie zu den ganz Großen gehören wird, aber immerhin viel zu erzählen hat. Hier lest ihr die skur­rilsten Geschichten zur ita­lie­ni­schen Skan­dal­nudel:

1.
Kürz­lich bot Mario Balo­telli einem Bar­be­sitzer aus Neapel eine skur­rile Wette an. Dieser sollte sein Moped und sich selbst im Hafen­be­cken ver­senken, im Gegenzug würde es 2000 Euro vom Fuß­ball­star geben. Gesagt, getan. Das Gefährt des Bar­be­sit­zers soll immer noch funk­tio­nieren und sei außerdem nur 600 Euro wert, sodass sich das Geschäft gelohnt hat – zumin­dest für den Bar­keeper. Balo­telli bekam eine Anzeige der nea­po­li­ta­ni­schen Polizei wegen Anstif­tung zur Straftat und ille­galer Wetten.

2.
Skur­rile Geschichten ziehen sich ebenso durch die gesamte Kar­riere des heute 29-Jäh­rigen wie ras­sis­ti­sche Belei­di­gungen. Dass Balo­telli es nicht immer leicht hatte“, wie es oft ver­harm­lo­send heißt, sollte man nicht ver­gessen. Vor der Euro­pa­meis­ter­schaft in der Ukraine im Jahr 2012 sagte er: Wenn mich jemand auf der Straße mit einer Banane bewirft, werde ich den­je­nigen umbringen.“ Zu einem geplanten Treffen der ita­lie­ni­schen Natio­nal­mann­schaft mit Cecile Kyenge, der dama­ligen ita­lie­ni­schen Inte­gra­ti­ons­mi­nis­terin – und übri­gens zugleich der ersten schwarzen Minis­terin in der ita­lie­ni­schen Geschichte – erschien der dama­lige Milan-Stürmer aller­dings nicht. Weil er lieber schlafen wollte. Das muss ich respek­tieren“, gab die Poli­ti­kerin säu­er­lich zu Pro­to­koll.

3.
Foto­ter­mine sind ein­fa­cher, als sie aus­sehen. Hin­setzten, lächeln, knipsen, fertig. In seiner Zeit bei Inter Mai­land pro­bierte es Balo­telli ein­fach mal aus – im Trikot des Erz­ri­valen AC Mai­land. Viel­leicht war er sich auch ein­fach nicht sicher, bei wel­chem Mai­länder Klub er eigent­lich ange­stellt war. Ist aber auch kom­pli­ziert. Die beiden Teams spielen im glei­chen Sta­dion und die Tri­kots (schwarz-blau­/­schwarz-rot) unter­scheiden sich auch nur in einer Farbe.

4.
Wer träumt nicht davon, einmal als Bruce-Lee oder Jackie Chan den Böse­wichten in spek­ta­ku­lärer Kampf­kunst­ma­nier eins über­zu­braten? Balo­telli machte sich den Traum wahr, indem er im Europa-League-Ach­tel­fi­nale der Saison 2010/2011 gegen Dynamo Kiew seinen Gegen­spieler per Kung-Fu-Ein­lage mit gestreckten Bein in Brust­korb­höhe keine Chance ließ. Genauso wenig wie dem Schieds­richter, der Balo­telli vom Platz stellte. Natio­nal­trainer Cesare Pran­delli, der einen neuen Ethik-Code für das Natio­nal­team ein­ge­führt hatte, strich Balo­telli wegen der Aktion für das nächste Län­der­spiel gegen Slo­we­nien aus dem Kader.

5.
Opfer eines nicht weniger harten Fouls wurde Tot­tenham-Spieler Scott Parker. Als dieser auf dem Boden lag, stapfte Balo­telli ihm absicht­lich auf den Kopf – und wurde für vier Spiele gesperrt. In seinem spä­teren Ver­trag bei Liver­pool soll es eine Klausel gegeben haben, die dem Ita­lien eine Mil­lion Pfund extra ver­sprach, sollte er nicht öfter als drei Mal vom Platz gestellt werden wegen gewalt­tä­tigen Ver­hal­tens, Anspu­ckens eines Gegen­spie­lers oder einer anderen Person, wegen belei­di­gender oder aus­fal­lender Sprüche und/​oder für Gesten und/​oder Meckerns mit Worten oder Gesten.“

6.
Der Dart-Sport ist in Eng­land ein Mas­sen­phä­nomen und füllt große Hallen. Die Stim­mung ist aus­ge­las­sener als beim Kar­neval, der Pro­mil­le­wert der Zuschauer jen­seits der Alko­hol­ver­gif­tung. Wenn dann auch noch die Triple 20 geworfen wird und der Spiel­an­sager die 180“ aus tiefster Kehle durch den Raum schmet­tert, gibt es kein Halten mehr. Viel­leicht träumte Balo­telli im März 2011 genau davon, als er auf dem Trai­nings­ge­lände von Man­chester City mit Dart­pfeilen auf Jugend­spieler des Klubs warf. Die 180“ ertönte glück­li­cher­weise nicht, denn Balo­telli zielte knapp daneben.

7.
Auto fahren zählt nicht zu den Stärken von Mario Balo­telli. Vom harm­losen Blech­schaden bis zum kom­pletten Zer­sägen der Nobel­ka­rossen war bei ihm schon alles bei. Zuletzt musste sein Bentley am ver­gan­genen Grün­don­nerstag dran glauben. Schön auch diese Story: Poli­zisten fanden einst nach einem Unfall 5000 Pfund in Balo­tellis Vehikel und fragten nach dem Grund, warum er denn so viel Knete bei sich hätte. Balo­telli ant­wor­tete ehr­lich: Weil ich reich bin.“

8.
Diese Tat­sache lässt sich auch an einem anderen Auto­vor­fall fest­ma­chen: Weil Balo­telli als Man­City-Spieler auf dem Weg von Man­chester zu seinem Berater nach London in seinem Mase­rati nicht bloß dem Navi ver­trauen wollte, enga­gierte er einen Taxi­fahrer, der die gesamte Strecke vor ihm her fuhr. Für 2000 Euro.

9.
Die Spiel­kon­sole ist ein beliebtes Objekt der jungen Fuß­ball­er­ge­nera­tion. Gedan­kenlos rumdad­deln und Tricks aus­pro­bieren, die man im wahren Leben nie­mals hin­be­kommen würde. Das macht Laune. Zu lang­weilig für Balo­telli. Ein Test­spiel in der Som­mer­vor­brei­tung für die lau­fende Saison gegen die Los Angeles Galaxy nutzte er, um einen sol­chen Move“ ganz real aus­zu­pro­bieren. Alleine auf den Tor­wart zulau­fend, drehte er sich um die eigene Achse und setzte den Ball mit der Hacke am Tor vorbei. Trainer Roberto Man­cini wech­selt ihn dar­aufhin sofort aus. Das wäre Balo­telli auf der Spiel­kon­sole nicht pas­siert.

10.
Super-Mario“ kann auch anders. Im Oktober 2011 wurde er in Eng­land das Gesicht einer Kam­pagne zur War­nung für Kinder und Jugend­liche beim Umgangmit Feu­er­werks­kör­pern. Eine Aktion, die durchaus zeigte, dass sich der Star selbst auf die Schippe nehmen kann. Wenige Wochen zuvor hatte zwei Lösch­fahr­zeuge einen Brand in seinem Haus löschen müssen, nachdem seine Freunde und er mit Böl­lern gezün­delt hatten.

11.
Nach dem Brand über­näch­tigte Balo­telli erst einmal bei Freunden. Sorgen musste er sich um sein Haus wäh­rend seiner Abwe­sen­heit nicht machen. Die Nach­bar­schafts­hilfe war in seiner Wohn­ge­gend offen­sicht­lich intakt und so hatten die Anrainer ein Auge auf Balo­tellis Heim. Ihnen blieb nicht unbe­merkt, dass zwei Männer einen Fern­seher aus seiner Villa trans­por­tierten und riefen pflicht­be­wusst die Polizei. Diese konnten die beiden Täter recht­zeitig erwi­schen: Einer war Balo­telli selbst, der ein paar Sachen abholen wollte.

12.
Ein Frei­stoß 25 Meter vor dem Tor. Wie gemalt für Balo­tellis Zau­berfuß. Mit­spieler Alex­ander Kolarov war da anderer Mei­nung und schnappte sich statt­dessen die Pille. Doch an diesem 31. März 2012 im Liga­spiel gegen den FC Sun­der­land war der Stürmer so ver­sessen auf diesen Frei­stoß, dass er einen Streit um die Aus­füh­rung anzet­telte. Selbst der Schieds­richter konnte die skur­rile Dar­bie­tung nicht recht glauben. Sein Trainer Roberto Man­cini wollte bei seinem Pro­blem­spieler wei­terhin auf Gespräche setzen, aller­dings dosiert: Ich spreche nicht jeden Tag mit ihm, denn dann bräuchte ich einen Psych­iater.“

13.
Für die kruden Aus­sagen des US-Rap­pers Kanye West über Skla­verei („400 Jahre Skla­verei? Das klingt für mich nach eigener Wahl.“) hatte Balo­telli nicht viel übrig: Was für ein Bull­shit kommt aus deinem Mund?“, kom­men­tierte er via Twitter. Den pola­ri­sie­renden US-Rapper dürfte das nicht inter­es­siert haben, er kennt den Fuß­baller wahr­schein­lich gar nicht. Er sagte aller­dings mal, er möge Men­schen, die die extremste Ver­sion ihrer selbst sind. Mario Balo­telli wäre wohl ganz nach seinem Geschmack.