Seite 2: Nicht ganz unkompliziert

Plea selbst sieht sich nicht nur als Abschluss­spieler, son­dern als mit­spie­lenden Stürmer. Dem Kicker“ hat er gesagt: Ich glaube, das Finden von Räumen zählt zu meinen Stärken.“ Natür­lich ist es nach gerade drei Spielen noch zu früh für ein abschlie­ßendes Urteil, aber es ist wieder mehr Wucht im Spiel der Glad­ba­cher, die am Samstag bei Hertha BSC antreten. Das kann an Heckings Sys­tem­wechsel (vom 4−4−2 zum 4−3−3) liegen, aber auch an diesem 1,81 Meter großen und 79 Kilo­gramm schweren Fran­zosen im Zen­trum.

Eberl kennt den Vor­wurf, dass wir nicht den Weg in den Straf­raum suchen, son­dern immer noch mal quer spielen“. Plea bringt mehr Strin­genz in die Offen­sive. Wenn er den Fuß frei hat, schießt er. Er hat die Qua­lität, die Technik und das Ziel. Dadurch ist er eine Berei­che­rung für unser Spiel“, sagt Borus­sias Sport­di­rektor. Er hat gezeigt, dass er den Ball behaupten und man über ihn das Spiel fort­setzen kann. Er ist der Stürmer, den wir uns gewünscht haben.“

Der Anfang war höl­zern

Plea kommt von OGC Nizza, wo er in den ver­gan­genen beiden Jahren von Lucien Favre trai­niert wurde. Dass er es sein soll, war Eberl früh klar, aber wir hatten die Sorge, dass wir ihn uns nicht leisten können“. Ver­hand­lungs­basis war Pleas fest­ge­schrie­bene Ablö­se­summe von 50 Mil­lionen Euro. Mit 23 Mil­lionen Euro wurde es am Ende zwar weniger als die Hälfte, aber selbst die konnte der Klub nur auf­bringen, weil er durch den Ver­kauf von Jannik Ves­ter­gaard an den FC Sout­hampton einen ähn­lich hohen Betrag erwirt­schaf­tete. Für keinen Spieler hat Glad­bach jemals mehr Geld aus­ge­geben.

Des­halb haben wir eine beson­dere Ver­ant­wor­tung“, sagt Trainer Hecking, der den Fran­zosen behutsam an die neue Liga her­an­ge­führt hat. Plea musste sich erst an die höhere Inten­sität gewöhnen. Im Pokal­spiel gegen den Fünft­li­gisten Has­tedt stand er in der Startelf. Mit drei Tref­fern holte sich Plea das erwünschte Erfolgs­er­lebnis. Dass man­ches noch etwas höl­zern aussah und er eigent­lich noch zwei Tore mehr hätte schießen müssen, spielte später keine Rolle mehr. In der Bun­des­liga eine Woche später kam Plea zunächst von der Bank. Am zweiten Spieltag in Augs­burg erzielte er als Joker den 1:1‑Endstand, und bei seinem Star­telf­debüt gegen Schalke berei­tete er einen Treffer vor.

Keine ein­same Ent­schei­dung

Plea ist ein eher ruhiger Typ. Er spricht nur wenig Eng­lisch, Deutsch noch gar nicht. Er spricht mit seinen Augen, seiner Mimik“, sagt Eberl. Trotzdem sei er kom­plett ange­kommen, das ist seiner fuß­bal­le­ri­schen Qua­lität geschuldet“.

Die Erfah­rungen der Ver­gan­gen­heit ver­bunden mit dem hohen Preis und den daraus resul­tie­renden Erwar­tungen lassen die Ange­le­gen­heit nicht ganz unkom­pli­ziert erscheinen. Aber Eberl sagt: Wenn ich von einem Spieler über­zeugt bin, ver­suche ich mich davon frei zu machen.“ Die Ver­pflich­tung des Mit­tel­stür­mers war keine ein­same Ent­schei­dung des Sport­di­rek­tors, son­dern eine gemein­same mit dem Trai­ner­team und der Scou­ting­ab­tei­lung. Alle Betei­ligten hätten ein gutes Gefühl gehabt, sagt Max Eberl. Alas­sane Plea ist jemand, der Tore schießt. Da mache ich mir keine Sorgen.“