Es war eine statt­liche Kulisse, die sich am frühen Mon­tag­abend im Stadio Arechi in der Hafen­stadt Salerno bot. Meh­rere Tau­send Fans der US Saler­ni­tana jubelten und sangen, als Franck Ribéry sich aus dem Spie­ler­tunnel heraus den Weg auf den Rasen bahnte, durch dünne bunte Nebel­schwaden hinweg in Rich­tung des Spa­liers, das einige Jugend­spieler des Ver­eins bil­deten. Er klatschte mit seinen neuen Mann­schafts­ka­me­raden ab und jon­glierte den Ball ein paar Mal, auf den Tri­bünen trugen zahl­reiche Fans bereits Fäl­schungen seines Tri­kots, das bereits vor Ribérys Unter­schrift bei den ein­schlä­gigen Händ­lern in Neapel zu erwerben war.

Wäh­rend die Fahnen in der Curva Sud Sibe­riano wehten und die Sta­di­on­regie das Ganze mit ein paar auf­ge­poppten Klas­si­kern und einem auf­ge­kratzten Sta­di­on­spre­cher unter­malte, konnte es fast schon in Ver­ges­sen­heit geraten, dass Saler­ni­tana hier einen Mann begrüßte, der mitt­ler­weile stolze 38 Jahre alt ist und schnur­stracks auf seine 21. Pro­fi­saison zusteuert. Und der nun allein auf Grund seines Namens der große Hoff­nungs­träger für den Klas­sen­er­halt ist, bei diesem Klub, der erst­mals seit 1999 wieder in der Serie A antreten darf. Abstiegs­kampf zum Kar­rie­re­aus­klang, Ribéry will’s wohl nochmal wissen.

Salerno steht vor einer Mam­mut­auf­gabe

Schenkt man seinen Aus­füh­rungen auf der ersten Pres­se­kon­fe­renz beim neuen Arbeit­geber Glauben, will Ribéry abge­sehen davon vor allem eines: ein­fach weiter kicken. Im feinen Zwirn, flan­kiert vom Bür­ger­meister der Stadt, Vin­cenzo Napoli, sagte der Fran­zose in flie­ßendem Ita­lie­nisch: Wir alle zusammen haben hier ein Ziel: die Klasse zu halten. Ich will wie Ibra­hi­movic bei der AC Mai­land meinen Bei­trag leisten und die jungen Team­kol­legen unter­stützen.“ Er fühle sich fit, er freue sich über den Enthu­si­asmus und die Herz­lich­keit der Men­schen in Salerno. Wohl­wis­send, dass seine viel­leicht letzte Auf­gabe als aktiver Fuß­baller keine ein­fache werden wird.

Schon wieder gruselig Erste Erkenntnisse zur neuen Saison

Chris­tian Streich meint, dass man nicht immer das Gleiche reden kann. Aber gilt der gute Rat auch für den Titel­kampf in der Bun­des­liga?

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Denn nach den ersten beiden Spiel­tagen der Serie A steht Saler­ni­tana noch ohne Punkt da und teilt sich mit Venedig und dem FC Genua, alle­samt haben eine Tor­dif­fe­renz von ‑5, die drei letzten Tabel­len­plätze. Dass Saler­ni­tana über­haupt wieder in der höchsten Liga Ita­liens mit­spielen kann, ist dabei nicht selbst­ver­ständ­lich. Zur Saison 2011/12 ging der Klub zum zweiten Mal binnen sechs Jahren bank­rott und war derart pleite, dass er keine Dritt­li­ga­li­zenz erhielt, der Ur-Verein Saler­ni­tana Calcio auf­ge­löst wurde und ein Neu­start in der fünften Liga anstand. Claudio Lotito, der Besitzer von Lazio Rom, über­nahm den Klub, erwarb die Namens­rechte vom eins­tigen Serie-A-Teil­nehmer US Saler­ni­tana und half dabei mit, den Verein zurück in die erste Liga zu führen. Mit dem Ergebnis, dass er selbst als Eigen­tümer abtreten musste, da die Sta­tuten der Serie A es ver­bieten, dass meh­rere Klubs eines Eigen­tü­mers in der glei­chen Liga antreten dürfen. Ein Treu­händer soll wäh­rend der nächsten Monate nun einen neuen Besitzer orga­ni­sieren. Wäh­rend­dessen ver­ließen im Sommer 21 Spieler den Verein, inklu­sive Ribéry kamen 23 neue.