Robert Zemi­chiel, wir sitzen hier im Ber­liner Stadt­teil Schö­ne­berg. Bis zum Stutt­garter Neckar­sta­dion sind es 637,2 Kilo­meter.

Afrob: Zum Glück bin ich kein Frei­burg-Fan. 

Ver­missen Sie Fuß­ball?

Afrob: Natür­lich, ein biss­chen schon. In Berlin, wo ich seit einiger Zeit wohne, ist Fuß­ball jeden­falls anders als in Stutt­gart. 



Inwie­fern?

Afrob: Weil in Berlin kaum Ber­liner leben (lacht). Das Bekenntnis zum Verein der Stadt ist dem­nach nicht so prä­sent wie etwa in Bremen, Ham­burg oder eben Stutt­gart. Dort siehst du an jeder Stra­ßen­ecke Hin­weise darauf, wel­cher Klub unter­stützt wird. Viel­leicht liegt es in Berlin aber auch daran, dass die großen Erfolge aus­bleiben. Ich kann mir vor­stellen, dass es für viele Ber­liner ernüch­ternd sein muss, als Haupt­städter nie vorne mit dabei zu sein. Man braucht sich nur die anderen euro­päi­schen Ligen angu­cken: Dort gibt es mit­unter vier Klubs aus der Haupt­stadt, die regel­mäßig um Titel mit­spielen. Du hast hier in den letzten Jahren selten einen Moment gehabt, wo du sagen konn­test: das war ein Schlüs­sel­spiel, nun ist die Hertha mein Verein.

Wel­ches war Ihr Schlüs­sel­spiel?

Afrob: Zwei Spiele sind für mich sehr wichtig. Das eine ist das Spiel meines Lebens, das andere ein sehr prä­gendes Spiel. Das war 1988 und mein aller­erstes Spiel im Sta­dion: Der VfB spielte im Derby gegen die Stutt­garter Kickers. Ich war elf Jahre alt und wurde von meinen Kum­pels mit­ge­nommen. 76.000 Zuschauer im Sta­dion – das war der Wahn­sinn. 

Warum wurden Sie nicht Kickers-Fan?

Afrob: Weil der VfB an dem Tag 4:0 gewonnen hat (lacht). Im Ernst: Die Mann­schaft des VfB war damals gran­dios: Jürgen Klins­mann, Fritz Walter, Karl All­göwer, Guido Buch­wald. Geile Typen, die sahen schreck­lich aus, hatten Kanten im Gesicht und ach­teten nicht ständig darauf, ob die Frisur sitzt. Die rannten um ihr Leben. Dazu dieser unent­wegte Lärm im Sta­dion. Sowieso: Meine frühen VfB-Jahre haben mich sehr geprägt. 

Wieso?

Afrob: Ein Jahr später sah ich das Uefa-Cup-Finale zwi­schen dem VfB und Neapel. Ich hatte das Glück, dass mein dama­liger Nachbar, ein Ita­liener, eine Karte hatte, aber nicht ins Sta­dion konnte. Also gab er mir die Karte. Ich stand mitten im Neapel-Block, hinter mir ein paar assige VfB-Fans. Das Spiel ging 3:3 aus, das Hin­spiel hatte Neapel mit 2:1 gewonnen. Somit gewannen sie den Cup. Doch das war in dem Moment fast neben­säch­lich, denn dieses Spiel hatte einen Moment, den ich nie ver­gessen werden. Als sich alle Spieler bereits warm machten, fehlte einer: Diego Mara­dona. Ich hatte schon die Befürch­tung, er würde nicht spielen. Doch dann sehe ich auf einmal, wie dieser kleine Typ aus den Kata­komben dackelt. Plötz­lich fängt das ganze Sta­dion an zu vibrieren. Er hält ein paar Mal den Ball hoch, passt ein paar Bälle mit seinem Kol­legen, zack, zack, wieder ein paar hoch, dann geht er wieder rein. 

Sie fanden das nicht arro­gant?

Afrob: Klar, war das irgendwie arro­gant. Aber ich fand es in dem Moment auch wahn­sinnig cool. Vor allem so mitten im Neapel-Block. 

Wo standen Sie nor­ma­ler­weise?

Afrob: In der Steh­kurve, im C‑Block. 

Haben Sie sich wohl gefühlt?

Afrob: In den späten 80er und frühen 90er Jahren war es schwierig dort zu stehen.

Auf­grund Ihrer Haut­farbe.

Afrob: Genau. Oft­mals habe ich mir vorher die Kader der Gegner ange­schaut und bin nur zu den Spielen gegangen, wenn ich wusste, dass kein Schwarzer im Kader der geg­ne­ri­schen Mann­schaft stand. Wenn etwa Wat­ten­scheid mit Sou­leyman Sané kam, bin ich zu Hause geblieben, denn da war das Sta­dion die Hölle. Manchmal erwar­teten mich im Sta­dion aber auch böse Über­ra­schungen. Dort­mund hatte zu der Zeit einige Schwarze im Nach­wuchs, von denen ich erst erfuhr, als ich die kom­pletten Kader im Sta­dion sah. Wenn die ein­ge­wech­selt wurden, stimmte das ganze Sta­dion zum Affen­ge­brüll an. Dazu Gesänge aus dem Dritten Reich: Husch, husch, Neger, husch, husch.“ 

Haben Sie sich gewehrt?

Afrob: Was sollte ich sagen? Ich war viel zu jung, um mich mit diesen Typen anzu­legen. 

Sou­leyman Sané sagte einmal in einem Inter­view, dass er keinen Zorn gegen die Fans ver­spürte, die ihn aus­ge­buht haben. Er spricht von Men­schen, die ihren Lebens­frust in der Kurve ließen. Sehen Sie das auch so?

Afrob: (über­legt) Nein. Natür­lich ist eine Fan­kurve keine Aka­de­miker-Runde und natür­lich fallen da Sprüche, die übel sind, doch ich denke, dass viele von denen auch sonst ras­sis­tisch dachten. Einer sol­chen Denke liegt natür­lich auch Neid und auf­ge­stauter Frust zugrunde, doch muss muss hier den­noch aus­drück­lich von Ras­sismus spre­chen. Alles andere würde das ver­harm­losen. 

Wie lange hielten Sie die Sprech­chöre aus?

Afrob: Bis 1992. Danach konnte ich nicht mehr. Dabei waren es nicht mal die Sprech­chöre, die mich zer­mürbt haben, die Sieg, heil!“-Rufe im Sta­dion waren zumin­dest noch harmlos gegen das, was meine Freunde und ich auf dem Weg zum Sta­dion erlebten. Ich wurde gede­mü­tigt und habe mich geschämt. Damals schwor ich mir: Ich gehe nie wieder in ein deut­sches Fuß­ball­sta­dion. Und so wurde ich zum Fernseh-Fan. 

Sie waren seitdem nicht mehr im Sta­dion?

Afrob: Doch, klar. Aber es hat einige Jahre gedauert, und das nächste Mal saß ich auf der Haupt­tri­büne. 

Einige Leute sagen, die Rechten im Sta­dion seien heute nicht weniger geworden, man würde sie nur nicht mehr erkennen.

Afrob: Man kann natür­lich nicht jedem in den Kopf gucken und seine Gesin­nung über­prüfen, doch ich glaube, dass es besser geworden ist. Diese Aggres­sion von damals ist heute zumin­dest nicht mehr vor­handen. Heute gehen auch viel mehr Fami­lien mit Kin­dern hin. Ich finde, der DFB geht mit der The­matik mit­unter auch gar nicht so schlecht um. 

Obwohl er in dieser Hin­sicht auch viel Kritik ein­ste­cken musste.

Afrob: Das mag sein, doch wäh­rend der U21-EM wurde ich Fan von Theo Zwan­ziger. Ein Typ hatte ihm einen Brief geschrieben und darin gefragt, warum in der Natio­nal­mann­schaft so viele Schwarze und so wenig Deut­sche spielen würden. Das war so ein Deut­scher, der darauf nicht klar kommt, dass Deut­sche mit­unter keine helle Haut­farbe haben und volks­deutsch sind. Zwan­ziger ant­wor­tete in einem Satz: In der deut­schen Natio­nal­mann­schaft spielen grund­sätz­lich nur Deut­sche.“ Das hat mich irgendwie berührt. Der hat kein großes Fass auf­ge­macht, son­dern ein­fach diesen sehr wahren Satz geschrieben. 

Konnten Sie sich früher mit der deut­schen Natio­nal­mann­schaft iden­ti­fi­zieren?

Afrob: Durchaus. Ich erin­nere mich noch, wie ich das Tor von Lothar Mat­thäus gegen Jugo­sla­wien bei der WM 1990 abge­feiert habe. Was für ein unglaub­li­ches Tor – und was für ein Wahn­sinns-Typ. Der Chef. Das Ding ist ein­fach: Du siehst dich ja als Schwarzer ja nicht die ganze Zeit selber an und über­prüfst dein Aus­sehen. Du siehst nur Weiße um dich herum. Irgend­wann ver­schwindet für dich die Haut­farbe, du denkst jeden­falls nicht die ganze Zeit: Ich sehe nicht aus wie ein Deut­scher, warum unter­stütze ich eigent­lich Deutsch­land? 

Haben Sie sich mal mit deut­schen Natio­nal­spie­lern unter­halten, die einen Migra­ti­ons­hin­ter­grund haben?

Afrob: Gerald Asa­moah und ich wurden mal von der Süd­deut­schen Zei­tung inter­viewt. Asa­moah ist ein sehr smarter Typ, doch er wirkte damals sehr gehemmt. Er hat sich das ganze Inter­view nicht getraut, offen­sicht­liche Pro­bleme anzu­spre­chen, dabei war ich mir sicher, dass er Sachen erlebt und gehört hat, die ein ziem­lich düs­teres Bild auf die Bun­des­liga geworfen hätten. Damals wurde mir wieder bewusst, wie sehr die Spieler in diesen Ver­eins- und Ver­bands­struk­turen hängen. Und wie sehr sie von von Ste­reo­typen und Dis­kus­sionen im Bou­le­vard geprägt waren. 

Der Spieler aus dem Aus­land soll sich nicht beschweren…

Afrob: …son­dern seine Arbeit ver­richten. Die Spieler befürch­teten Sprüche wie: Wenn es dir nicht gefällt, geh doch in dein Land zurück.“ Oder: Sei froh, dass du hier bist.“ Das hatte für mich etwas von Skla­ven­men­ta­lität: ruhig bleiben, Schnauze halten, bloß nicht auf­fallen. Ich fand das schlimm. Wenn es Pro­bleme gibt, wird man diese wohl noch anspre­chen dürfen. 

Haben Sie Asa­moah nach dem Inter­view Ihre Mei­nung gesagt?

Afrob: Ja. Im nächsten Inter­view war er schon offen­siver. Und als er vor zwei Jahren von Wei­den­feller als Schwarze Sau“ beschimpft wurde, ist er ja auch von sich aus in die Öffent­lich­keit gegangen. 

Glauben Sie, dass es heute immer noch Spieler gibt, die sich nicht trauen, solche Pro­bleme anzu­spre­chen?

Afrob: Manchmal hat man das Gefühl, den Spie­lern man­gele es an Selbst­be­wusst­sein, ein­fach mal eine Gegen­frage zu stellen. Oder Fragen zu igno­rieren und ein­fach weg­zu­gehen. Ich erin­nere mich noch an ein Inter­view, bei dem Otto Addo von einem ARD-Reporter gefragt wurde, ob er nach seinem Tor einen afri­ka­ni­schen Enten­tanz auf­ge­führt habe. Da blieb der Addo stehen und ant­wor­tete brav. Dabei hätte er sagen müssen: Über­legen Sie sich anstän­dige Fragen, dann komme ich nochmal wieder!“ Wobei auch die Bericht­erstat­tung einiges in den letzten Jahren gelernt hat. 

Haben Sie ein kon­kretes Bei­spiel?

Afrob: Es gab mal ein Spiel in den 90ern, da hat Sou­leyman Sané nach seinem Siegtor vor der Fan­kurve des Gegner geju­belt. Der Reporter sagte in einem über­heb­li­chen Ton: Jetzt muss er sie auch noch pro­vo­zieren!“ Da denkst du doch: Ticken die beim Fern­sehen noch richtig? Die Fans hatten Sané 80 Minuten mit Bananen beworfen und beschimpft – und jetzt darf der nach seinem Tor nicht mal jubeln? Ich denke aber, dass es solche Sätze von Repor­tern heute nicht mehr geben würde. Doch manchmal dachte ich damals: Wenn ich als Spieler das gehört hätte, wäre ich zum Reporter gegangen und hätte ihm meine Mei­nung gesagt. 

Es war ja Ihr Traum Fuß­ball­profi zu werden.

Afrob: Es war wirk­lich mein Traum und ich könnte immer noch heulen, dass ich es nicht geschafft habe, denn Fuß­ball war für mich immer schon der geilste Sport der Welt. Wenn Außer­ir­di­sche auf die Erde kämen und mich fragten, was hier so los ist, würde ich ant­worten: Fuß­ball, das ist los. Spielt Fuß­ball! Ich gehe sogar so weit, dass ich Typen, die keine Ahnung von Fuß­ball haben, sage: Du bist nicht normal. 

Woran schei­terte Ihr Ver­such, Profi zu werden?

Afrob: Der Trainer hat mich raus­ge­mobbt – und ganz ehr­lich: Ich war trai­nings­faul. Dann kamen irgend­wann HipHop, Partys, Drogen. Das Übliche. Doch wenn ich drüber nach­denke: Es ist alles kein adäquater Ersatz gewesen. 

Was fas­zi­niert Sie so an dem Sport?

Afrob: Ich mag ver­schie­dene Aspekte. Zunächst fand ich es immer gut, dass deine Her­kunft egal ist. Auch wenn Fuß­ball heute in modernen Arenen aus­ge­tragen wird, bleibt er irgendwie ein Sport des Pro­le­ta­riats. Ganz anders als etwa Tennis oder auch Vol­ley­ball. Beim Fuß­ball konnte jeder mit­spielen. Dann finde ich den Gedanken, dass du nur etwas im Team errei­chen kannst, ziem­lich groß­artig. Es ist ein sehr sozialer Gedanke. Du musst lange Lauf­wege gehen und Idea­lismus zeigen, um even­tu­elle Fehler deiner Mit­spieler aus­zu­bü­geln. Du brauchst also Lei­den­schaft. Das hat mich immer begeis­tert. Genauso wie die Hin­gabe, mit der Fans an ihrem Verein hängen. Nir­gendwo habe ich so häufig Männer weinen sehen wie beim Fuß­ball. Und nir­gendwo sonst habe auch ich so viel geweint. 

Bei wel­chem Spiel?

Afrob: Zum Bei­spiel beim Vier­tel­fi­nale Hol­land gegen Bra­si­lien bei der WM 1998. Die Bra­si­lianer hatten das Elf­me­ter­schießen gewonnen und gingen nach dem Sieg Hand in Hand zu ihren Fans. Ein Meer aus blau-gelben Fahnen und Tri­kots. Ich bekomme heute immer noch Gän­se­haut. Ein anderes war das letzte Bun­des­li­ga­spiel von Lothar Mat­thäus. Ich war mit Max (Herre, Anm.) dort. Da wech­selt Ottmar Hit­zeld ihn in den 60. Minute aus – und das ganze Sta­dion steht auf. Wirk­lich alle, auch die VfB-Fans, klatschten in dem Moment Bei­fall. 

Finden Sie, dass Fuß­ball in den letzten Jahren etwas von dieser Lei­den­schaft ver­loren hat?

Afrob: Viel­leicht. Aller­dings bin ich keiner, der ständig nör­gelt und sagt, dass heute alles scheiße ist. Gut finde ich, dass das Publikum fach­kun­diger geworden ist. Die Leute können Fehl­pässe ver­zeihen oder es einem Stürmer nach­sehen, wenn er einige Spiele nicht trifft. Ganz ein­fach, weil sie das Spiel besser ver­stehen, den Druck, der auf den Spie­lern lastet, diesen ganzen Kon­text. Du hast als Fan heute viel mehr Mög­lich­keiten, dich zu infor­mieren, du erfährst viel mehr. Früher gab es doch nichts außer das Aktu­elle Sport­studio“, wo sich Daum und Hoeneß alle paar Monate bepö­belt haben. Oder eben den ört­li­chen Stamm­tisch. 

Wo haben Sie von Gomez‘ Wechsel zum FC Bayern erfahren?

Afrob: Keine Ahnung. 

Kein ein­schnei­dendes Erlebnis der letzten Saison?

Afrob: Ach, Hansi Müller, Mat­thias Sammer, Jürgen Klins­mann, Fredi Bobic, Gio­vane Elber – alle sind sie irgend­wann weg­ge­gangen. Das ist der Lauf der Dinge und bei jedem Verein so. Natür­lich finde ich es schade, gerade weil ich Gomez schon bei seinem ersten Bun­des­li­ga­spiel sah. Er bewegte sich schon damals unglaub­lich geschmeidig, obwohl er so eine mäch­tige Statur hat. Aber ganz ehr­lich: Dass er sich so ent­wi­ckelt, hätte ich damals nicht gedacht. 

Wer wird sein Nach­folger?

Afrob: Wer es auf jeden Fall ver­dient hat, ist Cacau. Er ist einer, der nicht unbe­dingt in jedem Spiel trifft, doch einer, der für seine Mit­spieler ackert. Zudem ist er ein guter Mensch. Ich schreibe ihm sogar manchmal auf seiner Home­page Kom­men­tare. (über­legt). Ich wollte noch von dem Spiel meines Lebens erzählen. 

Los geht’s.

Afrob: (Stellt sich hin) Letzter Spieltag, Saison 1991/92, die Aus­gangs­si­tua­tion ist fol­gende: Frank­furt ist Erster und spielt beim Absteiger Ros­tock. BVB Dritter und spielt in Duis­burg. Der VfB ist Zweiter und tritt bei Bayer Lever­kusen an, die noch um einen Uefa-Cup-Platz spielen. 

Wo haben Sie das Spiel gesehen?

Afrob: Ich lag mit zwei Freunden im Park, wir hatten ein Radio dabei, damals gab es ja noch kein Pre­miere. Also: Dort­mund führt relativ schnell mit 1:0 durch ein Tor von Cha­puisat, wer sonst, Frank­furt liegt zurück. In Lever­kusen steht es 0:0. Dann der erste Wahn­sinn: Günter Schäfer, nor­ma­ler­weise einer, der sich beim Dribb­ling die Beine brach, rettet einen Ball kurz vor der Tor­linie per Fall­rück­zieher. Ich habe es später auf Video gesehen: Wie ein Akrobat, der lag min­des­tens zwei Meter in der Luft. Zur Halb­zeit steht es 1:1 in Lever­kusen und Frank­furt liegt 1:0 bei Hansa Ros­tock hinten, Dort­mund führt. Zu dem Zeit­punkt ist der BVB Meister. Doch dann kommt die 86. Minute. Der Radio-Reporter war die ganze Zeit in Duis­burg, weil er dachte, da ent­scheidet sich die Meis­ter­schaft, da fällt ihm auf einmal sein Kol­lege ins Wort und ruft: Toooor in Lever­kusen.“ Ich wusste sofort: Für uns. Ein Kumpel und ich springen auf, tanzen über die Wiese und schreien wie die Wahn­sin­nigen. Der andere Kumpel bleibt am Radio und auf einmal schmeisst er das Ding ein­fach in die Luft. Da waren wir wirk­lich sicher: Wir sind Meister. 

Das Radio war kaputt?

Afrob: Wen störte das Radio noch? 

Das Spiel war doch noch gar nicht aus.

Afrob: Der Schieds­richter pfiff schon in der 88. Minute ab. Die Fans standen an der Sei­ten­linie und Buch­wald musste sie zurück­halten. Diesen Nach­mittag werde ich nie ver­gessen.