Der FC Bayern ver­liert eine Maschine. Einen Vir­tuosen und ein Genie. Denn Sebas­tian Rudy ver­lässt den Rekord­meister in Rich­tung Schalke 04. Die Ablöse liegt wohl bei 16 Mil­lionen und damit nicht zufällig knapp über dem vom Bayern-Prä­si­denten Uli Hoeneß öffent­lich ver­an­schlagten Preis. Die Summe erstaunt die Fuß­ball-Öffent­lich­keit, weil sehr wenige Fans Sebas­tian Rudy wahl­weise als Maschine, Vir­tuosen oder als ein Genie titu­lieren würden.

Wohl aber Rudys Team­kol­lege Mats Hum­mels. Er wählte diese Begriffe in einem langen Abschiedstweet, wenn auch mit der Ein­schrän­kung: Sebas­tian Rudy sei eine Maschine an der Tisch­ten­nis­platte und auf dem Padel­platz, ein Vir­tuose an der Kon­sole und ein Genie im Zwei­kon­takt­spiel. Hum­mels schrieb dazu: Ein ganz feiner Fuß­baller und Kerl geht.“

Das Beste: Er macht andere besser

Bei genauerem Hin­sehen spricht einiges dafür, dass ihn seine Kol­legen nicht nur an der Tisch­ten­nis­platte, son­dern auch auf dem Platz ver­missen werden. Rudy ist eher ein unschein­barer Typ, zurück­hal­tend am Mikrofon. Keiner für Dribb­lings oder Spe­zi­al­ef­fekte auf dem Rasen. Er gehört zu der Sorte von Spie­lern, deren Wert sich den Zuschauern erst dann erschließt, wenn sie nicht mehr da sind. Nachdem Rudy vor einem Jahr die TSG Hof­fen­heim in Rich­tung Mün­chen ver­lassen hatte, erwischte er noch einen aus­ge­zeich­neten Start in Mün­chen.

In Hof­fen­heim ken­terte seine ehe­ma­lige Mann­schaft der­weil in Europa und der Bun­des­liga-Hin­runde, weil ihr der Mann für die Balance im Zen­trum abhanden gekommen war. Rudys intel­li­gente Pässe und vor allem cle­vere Läufe sind nichts für You­tube-Com­pi­la­tions, aber sie sind bedeutsam für die Statik einer Mann­schaft. Das Beste an ihm ist, dass er andere besser aus­sehen lässt.