Men­schen­rechts­si­tua­tion
Marokko: Homo­se­xua­lität? Ver­boten. Religions‑, Meinungsäußerungs‑, Ver­ei­ni­gungs- und Ver­samm­lungs­frei­heit? Ein­ge­schränkt. Pres­se­frei­heit? 2016 etwas gelo­ckert. Aller­dings nicht für Men­schen, die den Islam oder die Königs­fa­milie kri­ti­sieren. Man kann also fest­halten: Im Ver­gleich zur Situa­tion im Gast­ge­ber­land der WM 2022 ist die Men­schen­rechts­lage in Marokko groß­artig.

USA/​Mexiko/​Kanada: Sicher: Kor­rup­tion und Ban­den­kri­mi­na­lität sind vor allem in Mexiko ein großes Pro­blem. Aller­dings kennt sich die FIFA mit Kor­rup­tion und Ban­den­kri­mi­na­lität ja bes­tens aus. Außerdem sind die Men­schen in Kanada, wenn man ihnen nicht grade zufällig bei einem Eis­ho­ckey-Spiel in die Faust schlit­tert, nor­ma­ler­weise so nett, dass sich das ganze neu­tra­li­siert. Bleiben die USA. Dort landet man zwar zwei Wochen nach Kün­di­gung auf direktem Weg in der Gosse und Grund­schüler sollten lieber nicht ohne schuss­si­chere Weste im Sach­kunde-Unter­richt sitzen. Aber dafür wurden in den USA auch TV-For­mate wie Dis­missed“ oder Jersey Shore“ ent­wi­ckelt. Und gekrin­gelte Pommes, die aus­sehen wie Kor­ken­zieher. Kurz gesagt: Es ist eine Art Para­dies. Punkt für Ame­rika.

Infra­struktur
Marokko: Neun der 14 Sta­dien müssten in Marokko noch gebaut werden. Aber wir wissen ja spä­tes­tens seit der WM in Bra­si­lien: Ultra­teure Neu­bauten mitten im Nichts sind immer eine gute Idee. Zumin­dest für die beauf­tragten Bau­firmen, deren Geschäfts­führer zufällig ver­schwipp­schwä­gert sind mit irgend­wel­chen FIFA-Funk­tio­närs-Fuzzis und die rein zufällig ordent­lich Kohle schef­feln können. Wenn die Sta­dien danach ver­gam­meln? Was soll’s! Hat doch allen Spaß gemacht. Außerdem beteuert Marokko, dass es für die zu bau­enden Sta­dien bereits nach­hal­tige Rückbau-Kon­zepte gebe. Bezie­hungs­weise zumin­dest genug Sand, um die Arenen nach der WM zu ulkigen Kunst-Dünen umzu­schütten.

USA/​Mexiko/​Kanada: In den USA gibt es zahl­reiche hoch­mo­derne Sta­dien. In Mexiko gibt es das alt­ehr­wür­dige Azte­ken­sta­dion. Und in Kanada gibt es eine Mul­ti­funk­ti­ons­arena, dessen Betreiber die Win­nipeg Blue Bom­bers“ sind. 2:0 für United 2026“.

Geplante Grenz­mauern zum Mit­aus­richter
Marokko: 0

USA/​Kanada/​Mexiko: 1. In diesem Fall ein Eigentor. Marokko ver­kürzt.

Fuß­ball­be­geis­te­rung im Land
Marokko: Das nord­afri­ka­ni­sche Land bewirbt sich bereits zum fünften Mal für die Aus­rich­tung einer Welt­meis­ter­schaft. Das zeigt: Die FIFA will ihnen das Tur­nier eigent­lich wirk­lich nicht anver­trauen. Es zeigt aber auch, dass die Marok­kaner Bock haben auf Fuß­ball. Zu den Spielen von Wydad Casa­blanca strömen zehn­tau­sende Ultras, Stars wie Kapitän Medhi Benatia werden ver­ehrt wie in den USA. Eine WM in Marokko sollte also nicht an der Stim­mung schei­tern.

USA/​Kanada/​Mexiko: In Mexiko ist Fuß­ball Reli­gion. In Kanada ein Fremd­wort. Und in den USA ist Fuß­ball immer dann inter­es­sant, wenn grade kein Foot­ball läuft. Und kein Bas­ket­ball. Und kein Base­ball. Und kein Eis­ho­ckey. Und kein Curly-Fries-Wett­fressen. Und kein High­school-Curly-Fries-Wett­fressen. Und kein High­school-Curly-Fries-Wett­fressen der Damen. Ins­ge­samt hält sich die Begeis­te­rung also in Grenzen. Aus­gleich Marokko.

Legen­därster Bun­des­li­ga­fuß­baller der Geschichte
Marokko: Rachid Azz­ouzi oder Abde­laziz Ahanfouf oder Adil Chihi oder Abder­rahim Oua­kili.

USA/​Kanada/​Mexiko: Paul Stal­teri (Kanada) oder Kevin McKenna (Kanada) oder Rob Friend (Kanada) oder Frankie Hejduk (USA) oder Steven Cher­un­dolo (USA) oder Greg Ber­halter (USA). Trotzdem Punkt für beide. Also für alle zehn. 3:2. Geht es nach 11FREUNDE, geht die WM also nach Marokko. Aber da nicht mal Redak­ti­ons­da­ckel Rene“ auf uns hört, hat das natür­lich nichts zu bedeuten.