Es fehlten nur Zen­ti­meter ins Glück, doch anstatt dass der Elf­meter von Marcus Rash­ford im EM-Finale gegen Ita­lien im Tor lan­dete, klatschte der Ball an den Pfosten. So knapp. Und doch nicht drin. Es war der erste von drei eng­li­schen Elf­me­tern an diesem Abend, die ver­geben wurden, sodass am Ende die ita­lie­ni­sche Mann­schaft den Pokal in den Händen hielt. 

In den dar­auf­fol­genden Stunden wurden die drei Spieler Bukayo Saka, Marcus Rash­ford und Jadon Sancho im Netz ras­sis­tisch belei­digt. Die eng­li­sche Polizei ermit­telt bereits. Wir sind uns einer Reihe von belei­di­genden und ras­sis­ti­schen Social-Media-Kom­men­taren bewusst, die nach dem EM-Finale an Fuß­baller gerichtet wurden“, teilte die Polizei mit: Diese Beschimp­fungen sind völlig inak­zep­tabel, sie werden nicht tole­riert und werden unter­sucht.“ Das Netz­werk Twitter teilte mit, dass es über 1000 Tweets in diesem Zusam­men­hang gelöscht habe. 

Nun aber mel­dete sich am Mon­tag­abend Marcus Rash­ford, der in den Schluss­mi­nuten der Ver­län­ge­rung für das Elf­me­ter­schießen ein­ge­wech­selt worden war, zu Wort. In einem beein­dru­ckenden State­ment schil­dert er seine Emo­tionen. 

Das State­ment in der Über­set­zung zum Nach­lesen: 

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll und ich weiß nicht einmal, wie ich in Worte fassen soll, wie ich mich in diesem Augen­blick fühle. Ich hatte eine schwie­rige Saison, ich denke, das war für alle klar und ich bin wahr­schein­lich mit einem Mangel an Selbst­ver­trauen in dieses Finale gegangen. Ich habe mich stets für einen Elf­meter gemeldet, aber irgend­etwas hat sich nicht richtig ange­fühlt. Mit dem langen Anlauf habe ich mir etwas Zeit ver­schafft, aber leider endete es nicht so, wie ich es wollte.

Ich hatte das Gefühl, meine Team­kol­legen im Stich gelassen zu haben. Ich hatte das Gefühl, alle im Stich gelassen zu haben. Einen Elf­meter für das Team bei­zu­tragen war alles, worum ich gebeten wurde. Ich kann im Schlaf Elf­meter ver­wan­deln, warum also nicht diesen? Es spielt sich immer und immer wieder in meinem Kopf ab, seit ich den Ball getroffen habe, und es gibt wahr­schein­lich kein Wort, um zu beschreiben, wie es sich anfühlt. Finale. 55 Jahre. 1 Elf­meter. Geschichte. Ich kann nur sagen, es tut mir leid.

Ich wünschte, es wäre anders gelaufen. Wäh­rend ich mich wei­terhin ent­schul­dige, möchte ich meine Team­kol­legen loben. Dieser Sommer war eines der besten Camps, die ich je erlebt habe und ihr habt dabei alle eine Rolle gespielt. Es ist eine Gemein­schaft ent­standen, die unzer­brech­lich ist. Euer Erfolg ist mein Erfolg. Eure Fehler sind meine.

Ich bin in einer Sportart auf­ge­wachsen, in der ich davon aus­gehe, Dinge zu lesen, die über mich geschrieben werden. Sei es meine Haut­farbe, wo ich auf­ge­wachsen bin oder zuletzt wie ich meine Zeit abseits des Platzes ver­bringe. Ich kann den ganzen Tag Kritik an meiner Leis­tung ver­tragen, mein Elf­meter war nicht gut genug, er hätte rein­gehen sollen, aber ich werde mich nie dafür ent­schul­digen, wer ich bin und woher ich komme.

Ich war nie stolzer, als diese drei Löwen auf meiner Brust zu tragen und zu sehen, wie meine Familie mich in einer Menge von Zehn­tau­senden anfeuert. Von sol­chen Tagen habe ich geträumt.

Die Nach­richten, die ich heute erhalten habe, waren über­wäl­ti­gend und die Reso­nanz in Wit­hington brachte mich an den Rand der Tränen. Die Gemein­schaft, die mich immer unter­stützt hat, hält mich wei­terhin. Ich bin Marcus Rash­ford, ein 23-jäh­riger Schwarzer aus Wit­hington und Wythens­hawe, South Man­chester. Wenn ich nichts anderes habe, habe ich das.

Danke für all die lieben Nach­richten. Ich komme stärker zurück. Wir kommen stärker zurück.“