Seite 2: Wie Figuren aus „Masters of the Universe“

25 Jahre! Den gemeinen Fan beschlich in jenen Tagen der Sieb­ziger bis in die frühen Neun­ziger nicht nur das Gefühl von Magie, er hatte die Gewiss­heit, dort auf dem Platz agierten Wun­der­spieler. Schließ­lich sahen die Profis optisch kaum anders aus als er selbst. Wenn Unwis­sende also naiv fragten Warum spielen diese Männer da unten Fuß­ball und nicht du, mein Freund?“, reichte die Ant­wort: Weil diese Männer Zau­berer sind, mein Guter!“ 

5 bis 12 Pro­zent Kör­per­fett­an­teil! Punkt!

Was hat das bloß so rui­niert? Wenn wir heute Fuß­ball­spieler sehen, erüb­rigt sich jeden­falls die Frage, warum wir nicht dort unten stehen, spä­tes­tens dann, wenn sie ihr Trikot lüften und dar­unter eine robo­ter­ar­tige Ober­fläche zum Vor­schein kommt, die mit­unter an Figuren aus Mas­ters of the Uni­verse“ erin­nert. Nein, wir könnten, auch wenn wir zau­berten, nie so funk­tio­nieren wie diese vom modernen Fuß­ball genormten und per­fek­tio­nierten Pro­dukte. Wir könnten nie sein wie all diese He-Männer.

Da nützt es auch nichts, wenn jemand wie Heinz Liesen, in den sieb­ziger Jahren Mann­schafts­arzt beim DFB, noch heute für weniger ath­le­ti­sche Was­ser­träger, Kämp­fer­typen und Spieler mit krummen Beinen in den Teams plä­diert, weil sie das Unvor­her­seh­bare machten. De facto haben diese Spieler keinen Platz mehr im Pro­fi­fuß­ball, denn die Ver­eine achten seit einigen Jahren tun­lichst darauf, dass nie­mand mehr kör­per­lich aus­schert. Dem Argu­ment, dieser oder jener Mit­tel­feld­ak­teur könnte den töd­li­chen Pass spielen, kon­tern die Fach­männer mit Zahlen: 5 bis 12 Pro­zent Kör­per­fett­an­teil! Punkt! Bzw.: Töd­li­cher Pass? So ein Quatsch! 

190.000 Pfund Strafe wegen Über­ge­wicht

In deut­schen Ver­einen werden die Spieler bei ihrer Rück­kehr aus der Win­ter­pause nun­mehr allzu gerne von eif­rigen Ver­eins­mit­ar­bei­tern gewogen. In Frank­furt kos­teten zwei Kilo Über­ge­wicht einst 3000 Euro Strafe. Und in Eng­land wurde es 2011 noch dras­ti­scher. Benni McCarthy, damals in Diensten von West Ham United, kämpfte schon seit Jahren mit leichtem Über­ge­wicht. Zu Beginn der Saison wurde dem Süd­afri­kaner ein strikter Diät­plan auf­er­legt. Er ver­fehlte fünf Mal hin­ter­ein­ander das Ziel, ein Kilo pro Woche abzu­nehmen. Die Strafe folgte prompt: Fünf Wochen­ge­hälter. Macht bei 38.000 Pfund pro Woche 190.000 Pfund. 

Dabei wollte er so gerne spielen, sagte sein Berater Rob Moore. Ein Wunsch, der McCarthy nicht erfüllt wurde, denn was wäre pas­siert, wenn der Stürmer trotz Über­ge­wicht getroffen oder den Ball gar mit seinem Bauch über die Linie gedrückt hätte? All die Theo­rien, Ana­lysen und futu­ris­ti­schen Appa­rate der weisen Männer hätten sich als große Blase ent­puppt. Moore erklärte später in einem Inter­view mit dem Daily Mirror: Benni ist nicht der Typ, der nur her­um­sitzt und sein Geld zählt.“ Viel­leicht hätte er sein Geld aus­geben sollen, für Bauchweg-Trainer zum Bei­spiel. Denn immerhin die sind ja schließ­lich, glaubt man der Wer­bung: Zau­berei.

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