Philipp Barg­frede ist nicht die Art von Spieler, an die man zuerst denkt, wenn man über Werder Bremen nach­denkt. Er ist kein großer Publi­kums­lieb­ling, und selbst in der Bremer Chef­etage halten ihn einige wohl für ver­zichtbar.

25 Punkte aus 15 Spielen

Seinen Kri­ti­kern kann Barg­frede je­doch zwei Zahlen ent­ge­gen­halten: 25 aus 15. 25 Punkte gewann Werder Bremen in den 15 Spielen, in denen Barg­frede letzte Saison auf­lief. In 19 Spielen ohne ihn gab es nur 17 Punkte. Das mag auch damit zu tun haben, dass er die unheil­volle Ära Dutt ver­let­zungs­be­dingt ver­passte und erst wieder am Start war, als es mit Viktor Skripnik bergauf ging.

Das ist aber nur die halbe Wahr­heit. Der Auf­schwung unter Skripnik hat auch mit der Rück­kehr von Barg­frede zu tun, weil der neue Trainer sofort zum Rau­ten­system zurück­kehrte, das Schaaf jah­re­lang in Bremen pflegte. Und in Barg­frede fand er den per­fekten Sechser dafür.

Die Tra­di­tion des Bremer Sech­sers

Schaaf schulte Barg­frede jah­re­lang auf dieser Posi­tion. Und der führt die Tra­di­tion der Bremer Sechser im Geiste eines Frank Bau­mann oder eines Thorsten Frings fort. Unauf­fällig muss der Bremer Sechser sein, das fra­gile Gerüst sta­bi­li­sieren. Die wilden Läufe nach vorne, die weit­räu­migen Pässe, die spek­ta­ku­lären Dribb­lings steuern andere bei. Ein Bremer Sechser achtet darauf, dass das Mit­tel­feld-Zen­trum besetzt bleibt und die anderen Spieler den typi­schen Bremer Offen­siv­geist aus­leben können.