Vor zwei Tagen war Fer­nando Hierro zu Gast in der beliebten Radio­sen­dung El Lar­guero“, einer Insti­tu­tion des mit­ter­nächt­li­chen Fuß­ball-Talks. Viel gespro­chen und gefach­sim­pelt wurde da, über die anste­hende Welt­meis­ter­schaft in Russ­land, über seine per­sön­liche Situa­tion und kom­mende Auf­gaben. Erst Ende des ver­gan­genen Jahres hatte er erneut den Posten des Sport­di­rek­tors bei der Sel­ección ange­treten, als Spa­niens Pen­dant zu Oliver Bier­hoff.

Keine Ambi­tionen

Hierro bezog im Laufe der Sen­dung Posi­tion zu Natio­nal­trainer Julen Lope­tegui („Ein her­vor­ra­gender Trainer. Er leistet groß­ar­tige Arbeit“) und seinen eigenen Absichten, noch mal als Trainer zu arbeiten („Momentan sehe ich das nicht“). Aus­nahme sei nur, falls Real Madrid sich melden würde.

Mit dem Abstand von zwei Tagen wirkten die Aus­sagen gro­tesk. Hierro ist dann doch schneller wieder Trainer geworden als gedacht. Er wird die Sel­ección bei der WM betreuen, am Freitag geht’s gleich im Cla­sico Iberico gegen Por­tugal. Und Julen Lope­tegui? Der wird seine groß­ar­tige Arbeit in Zukunft bei Real Madrid leisten. Nachdem die Eini­gung mit dem Cham­pions-League-Dau­er­sieger am Dienstag bekannt wurde, fand der Ver­band Lope­tegui auf einmal gar nicht mehr so groß­artig und ent­ließ ihn. Zwei Tage vor Tur­nier­be­ginn. Kra­wumm.

His­to­ri­scher Moment

Una bomba, min­des­tens. Man stelle ich vor, Rein­hard Grindel feuert Joa­chim Löw und Oli Bier­hoff über­nimmt.

Im Falle Spa­niens war das die ein­zige Mög­lich­keit. Hierro hatte bis Sommer 2017 (erfolglos) als Trainer gear­beitet, er kennt die Spieler und war nah dran an der Mann­schaft. Dass er zuletzt am Zweit­li­gisten Real Oviedo nach nur einem Jahr wieder davon­kom­pli­men­tiert wurde, geschenkt. Jemanden von außen zu holen, wäre selbst für den wag­hal­sigen Ver­bands­chef Luis Robiales zu wag­halsig gewesen in dieser his­to­ri­schen Situa­tion. So kurz vor dem Tur­nier­start hat Spa­nien noch nie den Trainer gewech­selt.