Seite 2: „Wir haben diese Saison viele schlechte Spiele gemacht, das muss man so deutlich sagen und zugeben.“

Sie haben dieses Jahr zusätz­lich noch ihr Abitur gemacht. Wie muss man sich Ihren Tages­ab­lauf vor­stellen? 
Wäh­rend der Zeit bei der U19 bin ich recht früh auf­ge­standen, gegen 6:45 Uhr, habe gefrüh­stückt, wobei man sagen muss, dass ich mor­gens nie viel Hunger hatte. Meis­tens gab es des­wegen nur einen Kaffee und eine Banane. Bis um 16 Uhr war ich in der Schule, dann ging es direkt weiter zum Trai­ning. Seitdem ich bei den Profis bin, ist mein Tag etwas schwie­riger zu koor­di­nieren, die trai­nieren ja auch oft mor­gens. Das haben wir im End­ef­fekt aber gut hin­be­kommen, jetzt muss ich noch auf die Noten­be­kannt­gabe warten und hoffe, in keine Nach­prü­fung zu müssen. 

Bei so einem voll­ge­packten Tages­ab­lauf gestaltet sich das Pflegen sozialer Kon­takte sicher schwierig.
Bei den Profis habe ich sogar mehr Zeit, mich mit Freunden zu treffen, weil ich nicht so lange in der Schule und dem­entspre­chend früher fertig bin. Dann kann ich mich abends nochmal mit Freunden treffen. Aber es stimmt, ich habe meine Familie, meine zwei besten Freunde und noch ein paar Kum­pels.

Das Derby gegen Borussia Dort­mund war dann sicher für Sie und ihre Familie ein beson­deres Spiel. 
Ja, klar! Ich war früher oft Ball­junge, habe Raul spielen sehen oder die Vor­lage mit der Hacke von Draxler bei Rauls Abschieds­spiel, sowas war schon krass. Ich hatte schon eine etwas andere Ver­bin­dung zu diesem Spiel, ich ver­bringe quasi mein ganzes Leben mit Schalke. Da ist es ein­fach was Beson­deres. Im Derby selbst saß ich aber nicht als Fan, son­dern vor allem als Spieler auf der Bank. Wir haben ein super Spiel gemacht und danach mit den Fans gefeiert – für sie hat es mich beson­ders gefreut, dass wir gewinnen konnten. Sie hatten sich das wirk­lich ver­dient. Wir haben diese Saison viele schlechte Spiele gemacht, das muss man so deut­lich sagen und zugeben.