Jetzt also doch: Schwein­furt 05 gegen Schalke 04 im DFB-Pokal! Tobias Strobl, planen Sie schon mit dem Einzug in die 2. Runde?
Haha, nein. Damit kon­fron­tieren mich auch meine Freunde. Nüch­tern betrachtet, ist Schalke wegen seines guten Kaders klarer Favorit. Und auch der neue Trainer, Manuel Baum, von dem wir hier in Bayern einiges halten, macht Schalke eigent­lich zu einem Top-Bun­des­li­gisten.

Wie war die Situa­tion, als im Sep­tember das Spiel mehr als kurz­fristig abge­sagt wurde?
Sehr eklig. Im Trai­ner­team herrschte eine sehr schlechte Stim­mung, weil wir uns die ganze Woche darauf vor­be­reitet hatten. Das ist natür­lich ein High­light-Spiel, das nicht jede Woche ins Haus steht. Umso ärger­li­cher war es dann, dass es kurz vor knapp abge­sagt worden ist. Die Mann­schaft ist aber sehr, sehr gut damit umge­gangen. An dem Tag, als wir es erfahren haben, war unser bestes Mann­schafts­trai­ning. Die Jungs sind trotz des Genick­schlags pha­sen­weise besser damit umge­gangen als wir im Trai­ner­team. Es war dann relativ schnell kein Thema mehr bei uns.

Aus der Mann­schaft gab es keinen Unmut gegen­über Türk­gücü Mün­chen, dass die Ange­le­gen­heit vor Gericht ging?
Nein, weil wir das eh nicht beein­flussen konnten. Man kriegt das ja auch immer nur häpp­chen­weise mit. Des­wegen herrschte bei uns die Devise: Warum sollten wir uns mit irgendwas befassen, was uns am Ende des Tages nur Energie rauben würde? Schlechte Stim­mung gegen Türk­gücü zu ver­breiten, macht unser Leben nicht besser. Die Mann­schaft hat sehr gestanden und cool reagiert.

Die Schieds­ge­richts­ver­ein­ba­rung schließt einen Gang zu ordent­li­chen Gerichten aus. Glauben Sie, dass Türk­gücü Mün­chen trotzdem noch einen Ver­such wagen wird, die Ent­schei­dung anzu­zwei­feln?
Also in diesem Jahr habe ich den Glauben an ganz viel ver­loren. (lacht) Wir hatten erst kürz­lich zwei Spiel­ab­sagen, wobei eine erst am glei­chen Tag ver­kündet worden war, weil es leider einen Ver­kehrs­un­fall bei der Anreise des SV Schal­ding-Hei­ning gab. Gott sei Dank ist nichts pas­siert. Aber das sind dann so Momente, in denen man sich fragt, ob man irgendwas ver­bro­chen hat. Nichts­des­to­trotz freuen wir uns auf dieses Spiel, ver­spüren gleich­zeitig noch ein klein wenig Ner­vo­sität. Kann Türk­gücü Mün­chen wirk­lich nochmal Ein­fluss auf dieses Spiel nehmen? Wir haben es schon einmal mit­er­lebt, wie schnell so ein Spiel einem weg­ge­nommen werden kann.

Schlechte Stim­mung gegen Türk­gücü zu ver­breiten, macht unser Leben nicht besser.“

Tobias Strobl über Türkgücü München.

Also ist die Spiel­vor­be­rei­tung beein­flusst?
Das nicht, aber die Gefühls­lage. Die Vor­freude ist etwas getrübt, weil man erst sicher sein kann, wenn das Spiel ange­pfiffen ist.