11FREUNDE am Morgen

ist unser neuer News­letter. Pünkt­lich um 7 Uhr mor­gens ver­sorgt euch Chef­re­dak­teur Philipp Köster an jedem Werktag mit den wich­tigsten Nach­richten des Fuß­ball­tages. Hier könnt ihr abon­nieren.

Pas­sa­bles Unent­schieden: Sollte Jogi Löw geplant haben, mit einem über­zeu­genden Sieg im EM-Vor­be­rei­tungs­spiel gegen Däne­mark ein wenig Vor­freude aufs Tur­nier zu wecken, dann ist dieses Pro­jekt am Mitt­woch abend noch in den Anfängen ste­cken geblieben. Das 1:1 (0:0) bil­dete die Über­le­gen­heit der deut­schen Elf nicht annä­hernd ab und zeigte so wieder einmal die Unfä­hig­keit auf, Domi­nanz auch in Zähl­bares umzu­setzen. Daran änderte auch die Rück­kehr der beiden seit November 2018 nicht mehr beru­fenen Rou­ti­niers Mats Hum­mels und Thomas Müller nichts – dass Müller die erste große Tor­chance frei­ste­hend durch einen allzu sanften Kopf­ball vergab, war da schon fast sym­bo­lisch. Und trotzdem war es ein pas­sa­bles Spiel, von der kurz­zeitig beim Aus­gleich unsor­tierten Defen­sive mal abge­sehen. Die Mann­schaft wirkte auch ohne die noch dazu­sto­ßenden Stamm­kräfte wie Kroos, Havertz und Gün­dogan deut­lich fokus­sierter als noch gegen Nord­ma­ze­do­nien und wirkte erst­mals seit län­gerer Zeit wie eine Ein­heit. Dazu hätte das DFB-Mar­ke­ting nicht einmal das halbe Sta­dion mit schwarz­rot­gol­denen Plas­tik­fo­lien und den großen Let­tern Jogis Jungs“ zukleis­tern müssen, was in einem öster­rei­chi­schen Sta­dion noch befremd­li­cher wirkte. Am kom­menden Montag um 20.45 Uhr trifft die deut­sche Elf auf Lett­land, bevor sie dann am 15.Juni gegen Frank­reich in die Euro startet.

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„Wohnst du Miete oder Eigentum?“ Die Sky-Sendung „Meine Geschichte!“

Keine Sen­dung im deut­schen Fern­sehen hat etwas derart Auto­un­fall­ar­tiges wie Meine Geschichte!“ auf Sky. Hin­sehen? Schwer. Weg­schauen? Auch.

Zitat des Tages

Er hat sich länger mit Trai­ner­fragen beschäf­tigt als der eine oder andere viel­leicht glaubt.“

Wolfsburgs Geschäftsführer Jörg Schmadtke zerstreut das Bild von Mark van Bommel als unerfahrenem Trainer-Novizen.

Hol­ly­wood am Maschsee

Wieder einmal eska­liert die Dau­er­fehde zwi­schen dem Macht­haber der Han­nover 96 GmbH & Co KG, Martin Kind, und dem ein­ge­tra­genen Verein Han­nover 96, in dem seit einigen Jahren aus­ge­wie­sene Skep­tiker des Kind-Kurses das Sagen haben. Aus­löser des aktu­ellen Streit ist die Instal­lie­rung des neuen Geschäfts­füh­rers Robert Schäfer bei meh­reren Unter­ge­sell­schaften von Han­nover 96. Schäfer sollen nach Ansicht der Ver­eins­füh­rung von Kind unzu­läs­sige Kom­pe­tenzen und Ver­tre­tungs­be­rech­ti­gungen ein­ge­räumt worden sein. Kon­se­quenz: Die Ver­eins­ver­ant­wort­li­chen hielten umge­hend eine außer­or­dent­li­chen Gesell­schafter-Ver­samm­lung“ ab und unter­sagten per Wei­sungen“, dass Schäfer bei­spiels­weise mit Spie­lern oder Trai­nern ver­han­delt oder auf DFL-Tagungen als 96-Ver­treter anreisen darf. Hin­ter­grund ist die von Kind ange­strebte Thron­folge, der Unter­nehmer gilt als amts­müde und hat sich Schäfer als Nach­folger aus­ge­sucht, den soge­nannten Mann der Zukunft“. Einer der neur­al­gi­schen Punkte: Der Funk­tionär hält neu­er­dings wenig von der 50+1‑Regel, unter anderem ent­lang des rät­sel­haften Argu­ments, es sei unbillig, wenn der Staat Profi-Fuß­ball finan­ziert“. Es wird sicher eine unter­halt­same Som­mer­pause in Han­nover.

Dritte Liga

Ein Ende mit Schre­cken und Schre­cken ohne Ende. Der KFC Uer­dingen hat in seiner langen und bewegten Geschichte schon viele Täler durch­schritten. Nun jedoch geht es dem Klub auf beson­ders dra­ma­ti­sche Weise an den Kragen. Die Uer­dinger können näm­lich die Lizenz­auf­lagen für die neue Saison nicht erfüllen, durch den über­ra­schenden Rückzug des gerade erst gewon­nenen Inves­tors ist nicht einmal ein Neu­start in der Regio­nal­liga rea­lis­tisch. Es gebe keine posi­tive Fort­füh­rungs­pro­gnose mehr“, ließ der Klub melan­cho­lisch ver­künden, eine ebenso hoff­nungs­lose wie rea­lis­ti­sche Pro­gnose. Denn nun sei der erst Anfang Mai mühe­voll und mit viel Zäh­ne­knir­schen von den Gläu­bi­gern durch­ge­winkte Insol­venz­plan obsolet, die hoch­ver­schul­dete Fuß­ball-GmbH soll nun umge­hend liqui­diert werden. Erstaun­lich dabei: Sich aus der 3. Liga zurück­zu­ziehen, stand offenbar schon länger fest und kann auch den Investor nicht son­der­lich über­rascht haben. Dem­entspre­chend groß ist der­zeit in Uer­dingen die Ver­stim­mung über den Rückzug des Geld­ge­bers. Säu­er­li­ches Zitat des Insol­venz­ver­wal­ters: Wir können uns trotz der gemachten Zusagen über den plötz­li­chen Abgang des Inves­tors nur sehr wun­dern“. Des einen Leid ist übri­gens des Mep­pe­ners Freud. Sport­lich unglück­lich abge­stiegen, bleiben die Ems­län­dern nun womög­lich doch in der dritten Liga. Beim SV Meppen herrscht der­zeit aber land­strich­ty­pi­sche Skepsis. Wir gehen immer noch davon aus, in der nächsten Saison in der Regio­nal­liga Nord zu spielen“, gab Vor­stand­spre­cher Andreas Kramer gegen­über der dpa“ zu Pro­to­koll. Wir gehen erst dann von einem Ver­bleib in der 3. Liga aus, wenn wir das vom DFB schrift­lich bekommen.“

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Rät­sel­fuchs 1

Erster Rebus! Wir suchen den kurzen Urschrei, der einem Kicker ent­fleuchte, nachdem eine bereits ver­korkst geglaubte Saison sich in letzter Minute doch noch zum Guten gewendet hatte. Der Satz wurde zum Bonmot, der heute uni­ver­sell ein­setzbar ist: Wenn ein ver­lo­rener Schrau­ben­zieher wieder gefunden wird oder sich in roman­ti­scher Abend­stim­mung ent­kleidet wird. Lösungen wie immer an philipp@11freunde. PS: Ges­tern suchten wir das Stadt-Ion-Anda-Bremer-Brücke, also die Heim­statt des VfL Osna­brück. Natür­lich wurde auch wieder geme­ckert, diesmal durch Teil­nehmer Kai Wolf („Als Che­miker rollen sich mir ja die Fuß­nägel hoch bei Eurer Dar­stel­lung eines Ions!“).

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Rät­sel­fuchs 2

Ok, das erste Rätsel ist viel zu ein­fach. Dann gleich noch ein wei­terer Rebus hin­terher. Hier suchen wir einen Mus­ter­profi, der Zeit seiner Kar­riere stets mus­ter­haft für Dis­zi­plin und Trai­nings­fleiß stand. Mochten andere auch die Klappe auf­reißen und den Bad Boy mimen, er kon­zen­trierte sich kom­plett auf das Geschehen auf dem Platz? Oder war es umge­kehrt? Jeden­falls stehen die Chancen gut, dass er bald mal wieder in der Bun­des­liga auf­taucht. Für die Lösungen gilt: Gleiche Welle, gleiche Stelle. Und nur beide Lösungen zusammen nehmen an der Ver­lo­sung teil.

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Was für ein Aus­blickIn unserer Reihe Male­ri­sche Fuß­ball­plätze“ führt uns der Weg diesmal nach Mon­terrey, Mexico. Dort bietet das 2015 neu errich­tete Sta­dion des Erst­li­gisten CF Mon­terrey zumin­dest im Ober­rang der Hin­ter­tor­tri­büne einen beein­dru­ckenden Blick auf den Berg Cerro de la Silla – vor allem in den Abend­stunden. Wer tat­säch­lich mal vor­bei­schaut, dem sei auch ein Marsch auf den Berg emp­fohlen, von der Ter­raza El Tele­fé­rico“ hat man einen groß­ar­tigen Aus­blick auf die Stadt und das Sta­dion.


Noch acht Tage bis zur EM.
Und so ganz langsam steigt auch unser Ruhe­puls. Wir waren kurz davor, im Büro eine Tipp­runde aus­zu­rufen, erin­nerten uns dann aber daran, dass bei der letzten WM die Chef­re­dak­tion kom­plett die Abstiegs­plätze belegte. Vor allem unser ein­falls­rei­cher Welt­meis­ter­tipp („Deutsch­land!“) wurde uns zum Ver­hängnis.

Einen schönen Don­nerstag wünscht euch

Philipp Köster