Seite 2: Welcome to Smokenhagen

6.
Zurück zum Konsum: Mr. Konsum höchst­per­sön­lich, Paul Gas­coigne, kennt so ziem­lich alle Drogen. Wäh­rend seiner aktiven Kar­riere tankte er nicht nur Unmengen Alkohol, son­dern griff auch das ein oder andere Mal zu Kokain oder Mari­huana. Unver­gessen seine Wahl zum Man of the match“ im Spiel Everton gegen Sun­der­land, an das er sich nach eigenen Angaben nicht mehr erin­nern kann. Durchaus nach­voll­ziehbar, denn in der Nacht und am Morgen vor dem Spiel trank er drei­ein­halb Fla­schen Wein, zum Run­ter­spülen drei dop­pelte Brandy, dazu nahm er noch 13 Schlaf­ta­bletten und rauchte ein paar Joints. Wohl bekomm’s.

7.
Die Nacht mit Gas­coigne hätte Thomas Kraft sicher­lich nicht gefallen. Der Hertha-Schluss­mann sah sich 2015 schon auf dem Weg ins Kran­ken­haus, weil durch­suppte Hertha-Fans wäh­rend eines Test­spiels hinter seinem Tor einen Joint rauchten. Plötz­lich zog dieser süß­liche Geruch durch meinen Straf­raum. Sekunden später war das eine rich­tige Dampf­wolke. Hätte ich das Zeug noch eine Vier­tel­stunde länger ein­ge­atmet, hätte man einen Kran­ken­wagen für mich holen müssen“, berich­tete Kraft damals der Bild von seiner Nah­tod­erfah­rung. Die Reak­tion der Fans: Anläss­lich des 27. Geburts­tages ihres Kee­pers, ent­rollten einige Anhänger wäh­rend eines Test-Kicks ein Spruch­band mit der Bot­schaft: 27 Joints statt Kerzen – THC im Herzen – Allet Jute Thommy Hasch­her­thaner.“

8.
Wer­bung für Can­nabis machen nicht nur die Spieler privat. Der öster­rei­chi­sche Dritt­li­gist SC Vik­toria Wien hat mit Hempt Mate“ einen Her­steller von CBD-Pro­dukten als Haupt­sponsor. Die bieten bei­spiels­weise Öle und Kos­me­tika mit dem Wirk­stoff Can­na­bidol (CBD) an. Der Stoff ist (leider) nicht psy­cho­aktiv, des­halb völlig legal. Trainer Toni Polster behauptet, er habe das Zeug noch nie pro­biert. Paul Gas­coigne wohl eher auch nicht.

9.
Mit dem Slogan Wel­come to Smo­ken­hagen“ hießen die Fans vom FC Kopen­hagen im Europa-League-Spiel die Gäste aus Ams­terdam will­kommen. Beide Städte eint eine libe­rale Dro­gen­po­litik. Wäh­rend Ams­terdam als Weed-Haupt­stadt Europas gilt, lockt auch die Frei­stadt Chris­tania in Kopen­hagen Dro­gen­freunde aus aller Herren Länder. So zierte vor dem Spiel zwi­schen dem FCK und Ajax ein rie­siger Joint den Fan­block, der das Wort Smo­ken­hagen“ aus­at­mete.

10.
Wie gut das Gras in den Nie­der­landen schmeckt, weiß auch Ebi Smo­larek. Der ehe­ma­lige Dort­munder wurde 2002 positiv auf Can­na­binol getestet. Das brachte dem dama­ligen Rot­terdam-Stürmer nicht nur eine drei­mo­na­tige Sperre ein, er bekam auch einen Logen­platz unter dem Buch­staben H“ im Bild-Archiv, wo er fortan als Haschisch-Bomber“ zu finden war. Der dama­lige Feye­noord Manager Jan D. Swart hatte für den Vor­fall eine durchaus plau­sible Erklä­rung. Der über­mä­ßige Konsum von Scho­ko­rie­geln sei die Ursache für die erhöhten Werte Smo­kel­a­reks gewesen.