Seite 2: Aufsichtsrat der Sponsoren

Vor allem die Stutt­garter Ultras bezogen des­wegen klar Stel­lung gegen Wolf­gang Diet­rich. Ob der Boy­kott von Dia­log­ver­an­stal­tungen und Trans­pa­rente, die dem Auf­sichtsrat emp­fahlen, sich zu ver­pissen“, ziel­füh­rend waren, darf man aller­dings bezwei­feln. Der destruk­tive Stil und Ton des Pro­tests nervten nicht nur den Auf­sichtsrat, son­dern zuneh­mend auch andere Stutt­garter Fans. Ihnen war vor allem daran gelegen, den zart kei­menden sport­li­chen Erfolg der Mann­schaft unter Schin­del­meiser und Wolf nicht durch wei­tere Per­so­nal­ro­chaden zu gefährden.

Der VfB-Auf­sichtsrat war bisher durch Martin Schäfer (Würth), Hartmut Jenner (Kärcher) und Wil­fried Porth (Daimler) aus­schließ­lich mit Ver­tre­tern der Haupt­spon­soren des VfB Stutt­gart besetzt. Und diese kün­digten im Vor­feld der Mit­glie­der­ver­samm­lung an, das Spon­so­ring ihrer Arbeit­geber grund­le­gend über­denken zu wollen, falls sie abge­wählt werden sollten. Ver­trau­ens­bil­dende Maß­nahmen sehen anders aus, aber tat­säch­lich schaffte es der Antrag auf Abwahl nicht auf die Tages­ord­nung. Der Auf­sichtsrat wurde nun wieder auf fünf Per­sonen auf­ge­stockt. Neu dabei sind der ehe­ma­lige Stutt­garter Profi Her­mann Ohli­cher und Franz Reiner, Vor­stands­vor­sit­zender der Mer­cedes-Benz Bank AG – ein wei­terer Sponsor.

Für viele ein Indiz für die Aus­glie­de­rung


Wäh­rend diese Per­so­na­lien von den Mit­glie­dern klar gou­tiert wurden, lehnten sie das vom Vor­stand zu Abstim­mung gebrachte so genannte Demo­kra­ti­sie­rungs­paket“ über­ra­schend deut­lich ab. Denn in diesem fanden sich nicht nur Maß­nahmen für mehr Mit­spra­che­recht wie die Sen­kung des Wahl­al­ters auf 16 und die Ein­füh­rung der Brief­wahl, son­dern auch Punkte, die den Ein­fluss der Mit­glieder massiv beschnitten hätten. So hätte der Prä­si­dent z.B. nicht mehr durch die Mit­glie­der­ver­samm­lung abge­wählt werden können. Für viele ein wei­teres Indiz für den Plan der bedin­gungs­losen Aus­glie­de­rung.

Der VfB Stutt­gart war bereits vor der Wahl gespalten. Jetzt hat er einen einen Prä­si­denten, den knapp die Hälfte der Mit­glieder ablehnt. Nun ist Wolf­gang Diet­rich gefragt, seiner Ankün­di­gung, der Prä­si­dent aller VfBler“ sein zu wollen, Taten folgen zu lassen. Es wird sich zeigen, ob er Macher oder Spalter ist.

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Sebas­tian Rose ist einer von zwei Autoren des Stutt­garter Blogs ver​ti​kal​pass​.de