Seite 2: Fast wäre er nicht mehr gekommen

Ist ja für die gute Sache, für den Fuß­ball. Der über den Vater in Johns Leben kam. Zusammen pil­gerten sie Woche für Woche ins Sta­dion. Wie am 4. Februar 1967. Vierte Runde im FA-Cup, Dritt­li­gist Brighton gegen Erst­li­gist Chelsea. Das Gold­stone ächzt auf vor Men­schen­masse. Mitten hinein werfen Chelsea-Fans ange­schlif­fene Münzen, scharf wie Rasier­klingen. Johns Vater stellt sich schüt­zend vor ihn. Eine gute Erin­ne­rung.

Später wird er mit­ten­drin sein. Dort, wo Fäuste fliegen, weil keiner Lust hat auf Worte. Der Vater ist da bereits gestorben, der Verein bleibt. Weil er das Spiel wirk­lich liebt. Weil er die Spieler und ihre Geschichten liebt. Weil er süchtig ist nach der Energie, nach dem Gold­stone Ghost. Auch im neuen Sta­dion, das für John Baine Falmer“ heißt und offi­ziell Ame­rican Express Com­mu­nity Sta­dium“.

Mikro­kosmos vs. Fuß­ball

Er glaubt, der Kapi­ta­lismus töte den Fuß­ball. Er geht trotzdem weiter hin. Auch, wenn er nicht mehr der Sta­di­on­spre­cher sein darf. Weil das klar war, dass das im Hoch­glanz der neuen Welt nicht mehr passen würde. Nur einmal habe er wirk­lich dar­über nach­ge­dacht, nicht mehr zu den Spielen zu gehen. Damals hatten sie ver­boten, Ther­mos­kannen voll Tee und Kaffee mit ins Sta­dion zu nehmen. Weil es ihm um die Men­schen geht.

Er sagt: Ich bin Musiker und Poet. Ich trete auf, und man­chen Leuten, gerade sol­chen, die meine poli­ti­schen Ansichten teilen, gefällt das. Aber das ist ein Mikro­kosmos. Dank des Fuß­balls habe ich Leute aus der ganzen Gesell­schaft ken­nen­ge­lernt. Mein eins­tiger Partner als Sta­di­on­spre­cher? A fucking City Accoun­tant. Und wir sind gute Freunde jetzt.“

Der ideale Aus­gleich

Der Kom­merz kriegt ihn nicht klein. Statt­dessen: North Stand. Da stehen sie dann, weil sie das so wollen, auch wenn es eigent­lich ver­boten ist: Erst waren es die letzten zwei Reihen, dann acht. Jetzt steht der halbe Block.“ Punkt­sieg für den Punk. Noch so einer: Er und seine Kame­raden, sie haben dafür gesorgt, dass es rich­tiges Ale gibt im Sta­dion. Im gesamten Sta­dion. Har­veys Bre­wery, mitten aus der Region. Ehren­sache.

Bier ist ihm wichtig. Acht, neun davon sind es pro Spiel. Dafür fährt er mit dem Rad zum Sta­dion und zurück. Zwanzig Meilen. Der ideale Aus­gleich. Zum Bier. Beim ersten Spiel war nach einer Stunde alles aus­ge­trunken“, sagt er.

Stolzer kann man nichts sagen. Nicht einmal das eigene Gedicht.