Nelson Valdez
Frank­furts Nelson Valdez war eigent­lich schon weg vom Fenster. Vor der Saison kickte der 31-Jäh­rige bei Olym­piakos Piräus und Al-Jazira. Ver­eine, die, wenn wir es richtig über­setzt haben, das Wort Alten­teil“ bereits im Namen tragen. Als ihn die Ein­tracht dann doch recht unver­hofft in die Bun­des­liga zurück­holte, riss sich Valdez bereits im zweiten Sai­son­spiel das Kreuz­band. Nach end­loser Schuf­terei in der Reha fei­erte er nun gegen Pader­born sein Come­back und traf kurz nach seiner Ein­wechs­lung per sah­nige-wei­chem Lup­fertor zum 4:0. Ein Fuß­ball­story, so schön, dass Valdez Gerüchten zufolge seine Kar­riere nach der Saison beenden will, um sich ganz auf sein Schaffen als Mär­chen-Autor zu kon­zen­trieren.

Marc Sten­dera
Eben­falls gehörig am Sieg der Ein­tracht betei­ligt war Mit­tel­feld-Talent Marc Sten­dera. Nicht nur wegen seines Tores gehörte der erst 19-Jäh­rige zu den abso­luten Gewin­nern auf dem Platz, viel­mehr riss Sten­dera das Spiel an sich und ver­teilte im Ein­tracht-Mit­tel­feld derart sou­verän und effektiv die Pässe, dass ihm nun ein lukra­tives Angebot der Pass-Kon­trolle des Frank­furter Flug­ha­fens vor­liegt. Ob Sten­dera das Angebot annimmt, erscheint aber eher unwahr­schein­lich, obwohl ein Job am Flug­hafen für einen – Ach­tung, Mör­dergag – Über­flieger wie ihn durchaus pas­send wäre.

David Alaba
Dank der Über­macht der Bayern ist die Bun­des­liga mitt­ler­weile in etwa so span­nend wie ein Dia-Abend bei Tante Hil­de­gard zum letzten Harz-Urlaub. Aller­dings muss man den Bayern ihre Extra­klasse auch neidlos aner­kennen. Einer der bay­ri­schen Super­könner ist David Alaba, der in letzter Zeit vor allem durch Frei­stoß­tore und Tan­ga­fotos auf sich auf­merksam macht. Vor allem durch Frei­stoß­tore. In den letzten neun Pflicht­spielen hat Alaba drei Stan­dards direkt ein­ge­netzt. Mehr ver­wan­delte Frei­stöße gibt es nichtmal als Mit­glied der Tür­ste­her­szene im Münchner Rot­licht­be­zirk.

Sebas­tian Prödl
Ach, was waren das für selige Zeiten früher: Auge gegen Völler, Lemke gegen Hoeneß, Kutzop gegen den Pfosten, Klasnic gegen Kahn, Kahn gegen die Schwer­kraft – Bremen gegen Bayern bot immer legen­däre Par­tien. Vom eins­tigen Duell auf Augen­höhe ist leider nicht allzu viel übrig geblieben, wie das 0:4 der Bremer schmerz­lich bewies. Aber immerhin erin­nerten sich einige der Bremer Spieler an das Erbe des großen Gift-Duells und sorgten zumin­dest in Sachen Rudel­bil­dung und Grätsch-Enga­ge­ment für das ein oder andere High­light. Her­vor­zu­heben gilt es etwa Sebas­tian Prödl, eh ein Spieler der die Prügel laut­ma­le­risch fast schon im Namen trägt. Mit seinem Revanche-Tritt gegen Mehdi Benatia sorgte er für den Rudel­bil­dungs-Höhe­punkt der Partie. Ein Foul, so gna­denlos, dass sich irgendwo Uli Borowka gerührt eine Träne aus Gelenks­flüs­sig­keit aus dem Augen­winkel wischte. Per Grät­sche.

Der Bremer Ball­junge
Lobend erwähnt werden soll an diese Stelle auch der namen­lose Bremer Ball­junge, der Juan Bernat vor einem Ein­wurf den Ball unnötig hart zuwarf und so die Stim­mung der Partie weiter anheizte. Auch die anschlie­ßende Unschulds­geste war vom Aller­feinsten, einen wütenden Jerome Boateng muss man erstmal so abge­zockt abwie­geln. An dieser Stelle also ein offi­zi­elles Angebot: Gif­tige, schau­spie­lende Dau­er­pro­vo­zierer, die ihre unfairen Tricks sou­verän mit Unschulds­mine weg­lä­cheln, kann unsere Redak­tions-Mann­schaft gar nicht genug haben.

Leroy Sané
Dass Leroy Sané ein ganz feines Füß­chen am Start hat, zeigte sich spä­tes­tens unter der Woche im Marid, als er eine derart abge­zockte Partie gegen Real Madrid aufs Par­kett legte, dass man meinen könnte, der Junge kicke gerade gegen die Dritte Herren der SpVgg Oer-Erken­schwick. Gegen die Hertha nun legte der Spross von Wat­ten­scheid-Legende Sou­leyman Sané nach und zau­berte ein echtes Traumtor aufs Par­kett. Ein ganz feines Solo samt Lupfer am Ende, das so schön war, dass wir Sané an dieser Stelle fei­er­lich das feh­lende H“ ver­leihen wollen, auf dass die Bezeich­nung Sané-Tor dem­nächst stan­des­gemäß Sah­netor“ heißt.