Seite 2: Was die drei Spieler so besonders macht

Gomez ist längst nicht mehr nur ein Tor­jäger im klas­si­schen Sinne, son­dern ein Ziel­spieler in vor­derster Front für seine Mit­spieler. Er hat die Bre­cher-Men­ta­lität und eine für seine Gegen­spieler beein­dru­ckende Prä­senz im Straf­raum“, sagte Nils Petersen, der den Kon­kur­renz­kampf um die zwei Stürm­er­plätze im deut­schen WM-Kader gegen Werner und Gomez knapp verlor. Man­ches an Gomez, der in Bälde 33 wird, wirkt zwar ver­gleichs­weise behäbig, dafür ist immer wieder beein­dru­ckend, wie er seinen kolos­salen Körper nutzt, um den Ball abzu­schirmen. Und wie er die Ruhe bewahrt, selbst wenn er von meh­reren Gegen­spie­lern umzin­gelt ist, wie er in der Bun­des­li­garück­runde beim VfB Stutt­gart mit acht Toren bewies.

Großes Nerv­po­ten­zial

Beim VfB ist auch Timo Werner groß geworden. Er ist nicht nur zehn Jahre jünger als Gomez, son­dern dieser sagte auch, dass Werner die Zukunft gehöre im deut­schen Sturm. Wer­ners größtes Plus ist seine Beschleu­ni­gungs­fä­hig­keit aus dem Stand heraus, von null auf hun­dert sozu­sagen. 21 Pflicht­spiel­tore erzielte er für RB Leipzig in der abge­lau­fenen Saison. Vor allem aber ver­fügt er über ein großes Nerv­po­ten­zial, wenn er per­ma­nent die geg­ne­ri­schen Abwehr­spieler zu unge­wollten Pässen zwingt.

Zusammen mit dem eben­falls schnellen Reus ver­leiht er dem deut­schen Team eine viel grö­ßere Geschwin­dig­keit. Sie beleben das Offen­siv­spiel des Welt­meis­ters, das ohne sie – sagen wir – behäbig, bes­ten­falls rou­ti­niert wirkte.

Neu­lich ist Joshua Kim­mich ins Plau­dern gekommen, noch so ein auf­stre­bender Spieler aus dem 95er/​96er Jahr­gang wie Werner. Auch er ist beim VfB fuß­bal­le­risch sozia­li­siert worden. Er kenne den Timo“, seit er 13 sei, erzählte Kim­mich. Beide hätten mit dem VfB- und DFB-Nach­wuchs viele Tur­niere gespielt, und ich kann mich nicht erin­nern, dass der Timo mal nicht Tor­schüt­zen­könig geworden ist“.

Jetzt: Süd­korea

Zuletzt war das der Fall beim Confed-Cup vor einem Jahr in Russ­land. Am liebsten würde er auch bei der WM gern fünf Tore schießen, aber wenn wir gewinnen, ist mir das relativ egal“, sagt Werner. Viel­leicht geht für ihn jetzt was gegen Süd­korea. Ein Reporter aus diesem Land bat Reus dann auch, das Spiel­ergebnis vor­her­zu­sagen. Reus erin­nerte sich an Gomez‘ Auf­tritt und gab sich diplo­ma­tisch: Wenn wir befreit auf­spielen, wird es Süd­korea ziem­lich schwer haben, gegen uns zu gewinnen.“