Lucas Piazon
Die heu­tige 11 des Spiel­tags möchten wir mit einem ima­gi­nären Pau­ken­schlag ein­leiten, zu Ehren von Lucas Pia­zons Wahn­sinns-Frei­stoß gegen den HSV. Keine fünf Minuten war Frank­furts Bra­si­lianer auf dem Platz, als er in der 90. Minute einen Frei­stoß aus dreißig Metern so derart saftig und in einer unmög­li­chen Flug­kurve in den Winkel zim­merte, dass irgendwo in Bra­si­lien Roberto Carlos gerührt einen Adop­ti­ons­an­trag unter­zeich­nete und zur Feier des Tages ein paar D‑Böller per Drop­kick in den bra­si­lia­ni­schen Nacht­himmel hufte. Mit der Flug­bahn von Pia­zons spätem Sieg­treffer wird sich nun unsere Physik-AG beschäf­tigen, die sich immer Mon­tags nach der Arbeit trifft. Bis die ersten Ergeb­nisse ein­treffen, gucken wir uns das Tor immer und immer wieder an, benennen even­tuell unsere Kinder danach, lassen uns die Flug­kurve einmal rund­herum auf den Körper täto­wieren und polieren lie­be­voll alle Winkel in den Redak­ti­ons­türen. Was. Ein. Tor.

Nicolai Müller
Beglück­wün­schen wollen wir an dieser Stelle Ham­burgs Nicolai Müller, dem im Spiel gegen die Ein­tracht der erste Sai­son­treffer des HSV gelang. Nach exakt fünf Spielen und 58 Minuten. Damit kann sich der stolze HSV nun einen wei­teren Rekord in den Brief­kopf schreiben, denn der alte Nicht-Tor-Rekord vom VfL Bochum, an dem sich der HSV seit einigen Jahren sport­lich ja ohnehin ori­en­tiert, ist damit über- bzw. unter­boten. Wir sind über- bzw. unter­wäl­tigt, gra­tu­lieren ganz herz­lich und freuen uns auf das nächste Tor des HSV – so gegen Weih­nachten.

Xabi Alonso
Wenn wir schon bei Rekorden sind, kommen wir an Mün­chens Xabi Alonso nicht vorbei. Der Mann hält näm­lich nicht nur den Rekord für den Olof-Mellberg-haf­testen Bart und jenen für das offen­sicht­lichste Miss­ge­fallen am FCB-Wiesn-Shoo­ting, son­dern seit Samstag auch den Ball­kon­takt-Rekord. Stolze 206 Mal war Alonso im Spiel gegen Köln am Ball, einige Kölner Spieler hätten den Ball anschlie­ßend mit nach Hause nehmen können, sie wären trotzdem nicht auf eine solch hohe Anzahl gekommen. Für die Bayern ist Alonso der­weil ein echter Glücks­griff. Im Mit­tel­feld ist der Spa­nier derart alpha­tier­artig unter­wegs, dass selbst Mat­thias Sammer ver­schüch­tert zu Boden guckt, wenn Alonso an der Bank vor­bei­kommt. Außerdem bringt der Spa­nier mehr Pässe an den Mann als das Bür­geramt Mün­chen-Ost und ist dabei so ele­gant, dass Adidas ihm nun ein Frack-Trikot anfer­tigen will. So etwas nennt man dann wohl einen Transfer-Coup.

Eric-Maxim Choupo-Moting
Apropos oup“, Match­winner im Revier­derby war am Wochen­ende Schalkes Eric-Maxim Choupo-Moting, der sich für den zweiten Treffer der Knappen ver­ant­wort­lich zeigte. Ins­ge­samt ist Choupo-Moting ein echter Zuge­winn, er ackert seine Seite hoch und runter, wie sie es im Pott so gerne mögen, und ver­fügt dar­über hinaus auch noch über ein ganz feines Füß­chen, was ja auch nicht schaden kann. Mit seinem Sieg­treffer im Derby ist ihm der Hel­den­status in Gel­sen­kir­chen nun quasi schon sicher, wenn Choupo-Moting jetzt noch anfängt, die Leute mit Glück auf“ zu begrüßen und abends in einer Eck­kneipe an der Theke sit­zend sein Pils zu trinken, steht dem Denkmal vor der Arena eigent­lich nichts mehr im Wege.

Manuel Neuer
Wie Fern­seh­bilder beweisen, hatte Manuel Neuer im Spiel gegen Köln so wenig zu tun, dass er sich zur zweiten Halb­zeit eine Son­nen­liege und ein Sudoku-Heft mit auf den Platz nahm, um sich die Zeit zu ver­treiben. Aber des­wegen steht Neuer nicht hier, viel­mehr, weil er im Gang durch die Kabine auf einem Fern­seher die Der­by­sieger aus Schalke jubeln sah und laut Jawoll“ rief, wäh­rend er die Faust gen Himmel reckte. Alte Liebe rostet also doch nicht, wir haben es ja immer gewusst. Ob man nun in Mün­chen die affigen Koan-Neuer“ ‑Pla­kate vom Spei­cher holt, wissen wir hin­gegen nicht.

Daniel Schwaab
Sowohl im Spiel als auch in der Außen­dar­stel­lung des VfB Stutt­gart gab es in den letzten Wochen mehr Gewürge als auf unserer letzten Weih­nachts­feier. Von daher hat es schon etwas arg Sym­bo­li­sches, wie der Sieg­treffer der Stutt­garter gegen Han­nover zustande kam. In der 69. Minute näm­lich würgte Daniel Schwaab einen Eck­ball so derart dre­ckig über die Linie, dass der Schiri darauf bestand, den Ball zu des­in­fi­zieren, bevor es wei­ter­ging. Ein Tor, so häss­lich-schwitzig rein­ge­ackert, dass irgendwo in Lever­kusen Ulf Kirsten vor Freude den Fern­seher von der TV-Bank grätschte. Was den Stutt­gar­tern aber herz­lich egal sein dürfte, denn wie geht die alte Uni­ver­sal­weis­heit noch: Tor is Tor. Und gewonnen is gewonnen. Eben.