Moritz Stop­pel­kamp
Das Schein­wer­fer­licht gehört in dieser Woche ganz klar Moritz Stop­pel­kamp, der sich mit seinem Sen­sa­ti­onstor gegen Han­nover kur­zer­hand ins Geschichts­buch der Liga holzte. In der Nach­spiel­zeit lan­dete der Ball beim Pader­borner Mit­tel­feld­spieler, der nicht lange zögerte und vom eigenen Straf­raum das 2:0 erzielte – ein derart langes Ding, dass sich Long Dong Silver ver­schämt abge­wendet hätte, wäre er im Sta­dion gewesen. 83 Meter betrug die Distanz letzt­lich, aus der Stop­pel­kamp traf, viele Redak­ti­ons­mit­glieder können nicht einmal so weit gucken, geschweige denn einen Fuß­ball schießen, geschweige denn ein Tor treffen, geschweige denn nach 90 Minuten Sport über­haupt noch am Leben sein. Des­halb gra­tu­lieren wir Stop­pel­kamp zum kleinen Stück Fuß­ball­ge­schichte, das er am Samstag schrieb, zur Tabel­len­füh­rung gleich mit, sowie dazu, dass eine Lang­holz-Art in den hei­mi­schen Pader­borner Misch­wäl­dern nun nach ihm benannt werden soll. Außerdem sind wir uns sicher, dass in Zukunft alle Weit­schuss­tore zu Stop­pel­kamps Treffer Mama“ sagen werden. Gra­tu­la­tion.

André Brei­ten­reiter
Eh, die Pader­borner. Treffen von so weit ent­fernt, dass der Ball einen gül­tigen Rei­se­pass braucht, führen als under­dog­gigster Underdog in der Geschichte der Under­dogs die Tabelle an und machen ins­ge­samt so viel richtig, dass selbst die Mar­ke­ting-Abtei­lung von Apple noch was lernen könnte. Die Erfolgs­story des SCP führen wir dabei auf Trainer André Brei­ten­reiter zurück, der vor vier Jahren noch eine F‑Jugend in seinem Hei­mat­dorf trai­nierte und nur unwe­sent­lich später Pader­born zum Tabel­len­führer coacht. Nochmal: Pader­born. Pa-der-born, Leute, ein Verein mit weniger Mit­glie­dern als Take That und einem klei­neren Etat als ein Kau­gum­mi­au­tomat. Was genau Brei­ten­reiter gemacht hat, wissen wir nicht, gehen aber davon aus, dass es sich um eine Mischung aus Schwarzer Magie, Doping, High-End-Trai­nings­lehre und dem MK-ULTRA-Pro­gramm han­delt. Nichts­des­to­we­niger ist Brei­ten­rei­ters Leis­tung mehr als erstaun­lich. Der Mann könnte wahr­schein­lich aus Kacke Kon­fekt machen und Milka damit vom Markt ver­drängen.

Julian Draxler
Wie genau sich Julian Draxler seine Geburts­tags­party zum 21. vor­ge­stellt hat, wissen wir nicht. Wahr­schein­lich erst ein biss­chen gegen Frank­furt kicken, dann Cham­pa­gner­party im Ent­mü­dungs­be­cken und anschlie­ßend ver­liebt Paar­tanz mit dem Welt­meis­ter­pokal, bis es draußen hell wird. Allein, es kam ganz anders. Als die Frank­furter Innen­ver­tei­diger eine Schleife samt Glück­wunsch­karte um eine Schalker Flanke schnürten und dann fröh­lich zur Seite traten, damit das Geburts­tags­kind die Kerzen aus­pusten konnte, sah alles noch nach Party aus. Anschließen aber meinte Draxler, sich selber noch mit einem freien Wochen­ende beschenken zu müssen, trat kur­zer­hand gegen Carlos Zam­brano nach und sah glatt Rot. Aber gut, wir wollen keine Spießer sein, am 21. Geburtstag darf man ruhig auch mal über die Stränge schlagen. Oder eben in eine Knie­kehle treten.

Marco Russ
Als fuß­bal­le­ri­scher Zucker­bä­cker ist Frank­furts Marco Russ wahr­lich nicht bekannt, eher für zuver­läs­sige, grund­so­lide Fuß­ball­ar­beit. Gegen­spie­lern hin­ter­her­ter­riern, Löcher stopfen, Bälle auf die Tri­büne dre­schen und ab und zu mal einen Gegner über die Bande wichsen. Dass Russ aber mehr drauf hat als das Jens Jere­mies­sche Ein­mal­eins des Fuß­ball-Acker­gauls, zeigte er am Samstag gegen Schalke. Das Solo“, mit dem er sich bis vors Tor wursch­telte, hatte den Namen zwar nur schwer­lich ver­dient und sah eher aus, als würde sich Tine Wittler mit einer Dampf­ramme den Weg zum Buffet frei­schießen; der Abschluss aber, bei dem Russ den Ball mit Außen­rist in den Winkel drosch, sorgte für meh­rere vor Staunen aus­ge­renkte Kiefer in der Redak­tion. Hätte Russ seinen Treffer noch mit einem Salto samt Flick­flack gefeiert, wir hätten unseren Erst­ge­bo­renen vor Freude Marco Außen­rist Fuß­ball­gott Traumtor“ genannt.

Alex Meier
Seit Thomas Schaafs Amts­an­tritt in Frank­furt ist Alex Meier so etwas wie das Sor­gen­kind im Ein­tracht-Kader. Ver­let­zungen, Form­schwäche, Pro­bleme mit dem neuen System und ein somit flöten gegan­gener Stamm­platz – Meiers Saison ver­läuft bisher in etwa so befrie­di­gend und pro­blemlos wie ein Gespräch mit Xavier Naidoo über Ver­schwö­rungs­theo­rien. Nun durfte Meier gegen Schalke mal wieder von Beginn an ran und bestä­tigte, was Schaaf unlängst gesagt hat, näm­lich dass Meier die Erbse rein­macht“. Wie eben beim Füh­rungs­treffer gegen Schalke, als Meier, nun ja, die Erbse eben rein­machte. Schade nur, dass wir Meiers Tor nicht gesehen haben. Wir waren leider von seiner Frisur geblendet.

Joe Zinn­bauer
Gra­tu­lieren wollen wir an dieser Stelle Joe Zinn­bauer, der seit einigen Tagen neuer Trainer des Ham­burger SV ist und direkt das Kunst­stück schaffte, gegen die Bayern nicht mit 1:9 oder 0:27 oder so zu ver­lieren, son­dern tat­säch­lich ein mehr als respek­ta­bles 0:0 zu erkämpfen. Ehr­liche, enga­gierte Arbeit hat man beim HSV eigent­lich seit Jahren nicht mehr gesehen, hätte dieser Trend ange­halten, der Klub hätte wohl irgend­wann ein abd el Farrag“ im Ver­eins­namen unter­bringen müssen. Umso erstaun­li­cher war nun die enga­gierte Vor­stel­lung der Ham­burger bei Zinn­bauers Debüt. Mit dem 0:0 zeigt sich Zinn­bauer nun für den größten Erfolg der jün­geren HSV-Ver­eins­ge­schichte ver­ant­wort­lich (der letzte war ein gelun­gener Ein­wurf von Heiko Wes­ter­mann vor ein paar Monaten), am heu­tigen Montag soll der neue Coach des­wegen in die HSV-Ruh­mes­halle auf­ge­nommen werden und sich ins Gol­dene Buch der Stadt Ham­burg ein­tragen. Mit Blut, Schweiß und Tränen, ver­steht sich.