Seite 2: August: Königsmord und ein super Trick

August

Auf­reger des Monats: Das Höwedes-Aus auf Schalke
Rei­sende soll man nicht auf­halten, sagte Dome­nico Tedesco non­cha­lant in die Mikro­fone der anwe­senden Jour­na­listen und verlor damit fast seinen Job als Schalker Coach, noch bevor er einen kom­pletten Monat bei Pflicht­spielen an der Sei­ten­linie gestanden hatte. Denn war es doch dieser Satz, mit dem er die letzte echte Schalker Iden­ti­fi­ka­ti­ons­figur Bene­dikt Höwedes mit Brief­marke auf dem Hin­tern aus Gel­sen­kir­chen weg­schickte. Den lang­jäh­rigen Kapitän, den Profi, der als kleinster gemein­samer Nenner galt in einem Verein, der wie kein anderer im Land den Spagat zwi­schen Geschäft und Gemein­schaft zu schaffen ver­sucht. Doch stol­perte Tedesco nicht über diesen Macht­kampf, son­dern stärkte seine Posi­tion im Verein. Weil er mit der höwedes­losen Mann­schaft plötz­lich kein Spiel mehr verlor. Wäh­rend der gekränkte Höwedes in Turin immer mehr in der Ver­sen­kung ver­schwand.

Spieler des Monats: Radamel Falcao
Wenn man in den ersten vier Spielen der Saison sieben Hütten macht, ist man ein ziem­lich guter Stürmer. Wenn man dann auch noch Radamel mit Vor­namen heißt und so sehr nach Macho-Kli­schee aus­sieht, dass das Macho-Kli­schee, würde sie zu einer leben­digen Figur erweckt werden, mit Sicher­heit einen Radamel-Falcao-Star­schnitt an die Wand hängen würde, dann kann eigent­lich nichts mehr schief gehen. Uns so ging nichts schief im August für Radamel Falcao, der traf und traf, wäh­rend in Deutsch­land Mathew Leckie oder Martin Harnik mit ihren zwei bis drei August-Tör­chen kurz­zeitig an die Spitze der Tor­jä­ger­liste rutschten. 

Video des Monats: Die Dem­bélé-Vor­stel­lung
Mit Häme ist es ja so eine Sache. Und gerade, wenn der Adressat dieser Häme noch nicht alt genug ist, in den USA legal Bier zu kaufen, muss man vor­sichtig sein. Wenn der Jüng­ling sich aller­dings kurz zuvor auf unsym­pa­tischste Weise aus einem lau­fenden Ver­trag hat her­aus­laufen lassen, indem er ein­fach für ein paar Tage spurlos ver­schwunden war, dann muss ein wenig Häme erlaubt sein. Und wenn dieses Her­aus­kaufen auch noch so sünd­haft teuer war, dass es einem die Nacken­haare auf­stellt, dann darf es sogar etwas mehr Häme sein als nur ein wenig. Und wenn dieses 100-Mil­lionen-Männ­lein bei seiner schwach­sin­nigen Vor­stel­lung im Camp Nou, die einer Zir­kus­vor­stel­lung mit dem neu­erwor­benen Sen­sa­ti­ons­ti­gers nicht unähn­lich daher­kommt, dann auch noch zum Angeber-Fan­ta­sietrick ansetzt, der ver­dien­ter­weise miss­lingt, dann kann man sich auch ein­fach kaputt­la­chen.

Spiel des Monats: VfL Osna­brück-Ham­burger SV 3:1
Die Bun­des­li­ga­saison hatte noch nicht mal ange­fangen und schon tüf­telte der Liga-Dino wieder am eigenen Aus­sterben. Denn, natür­lich, schieden die Ham­burger gleich in der ersten Pokal­runde aus, gegen den VfL Osna­brück. Einen Dritt­li­gisten. Der über 70 Minuten zu zehnt spielen musste und trotzdem mit 3:0 in Füh­rung ging. Und den bes­seren Fuß­ball spielte. Oder um es mit dem Wort zu sagen, das dem HSV sowieso seit Jahren dicht auf den Fersen war: bla­mabel. Dass die Ham­burger zwei Wochen später, zumin­dest für ein paar Stunden, die Tabel­len­füh­rung über­nahmen, kam dem­entspre­chend über­ra­schend.